Die Bahn wird 175. Und wie geht es weiter?

  • Hier drehen wir uns im Teufelskreis. Ohne erfolgreiche Ökonomie ist Ökologie schlecht möglich, es sei denn wir schrauben unseren Lebensstandart kräftig zurück.



    Du verkennst die Zusammenhänge.

    Die Natur braucht uns Menschen überhaupt nicht.
    Umgekehrt sieht es anders aus.

  • haben die Politiker den Zugriff. Wie die Erfahrung gezeigt hat, werden nur dann Staatsbetriebe effektiv, wenn sie privatisiert werden. Gute Beispiele dafür sind VW, Lufthansa, Post (mit Einschränkungen) und eine ganze Reihe Betriebe der Kommunen. Erst wenn sich die Politiker aus dem Aufsichtsrat total zurückziehen, gibt es erst die Möglichkeit etwas zu verbessern.
    Aber man muß ganz klar sagen, daß sich die Bahn aus dem Tief der achtziger Jahre schon gut erholt hat. Aber damals ging es ja schon nicht weiter abwärts. Natürlich hat man die damaligen Verkehrsminister für ihre stümperhaften Leistungen nicht zur Rechenschaft gezogen, genau so, wie man Tiefensee niemals für die angerichteten Schäden bei der Bahn, die aus seinen rücksichtslosen Privatisierungsversuchen herrühren, jemals belangen wird.

  • Was hat das mit meinem Beitrag zu tun?



    Eine ganze Menge, schade dass du das nicht erkennst.

    Du stellst m.E. die Sachlage so da, dass nur bei guter Ökonomie wir uns überhaupt so etwas wie Ökologie leisten könnten - also als ob ökologisches Handeln quasi eine Art Luxus wäre.

    Das ist aber eine Verkehrung der Verhältnisse.

    Die Ökologie ist für uns lebensnotwendig, auch wenn wir das oft verkennen.
    Unsere Wohlstandsökonomie ist dagegen meist ein sinnloser Luxus, null nachhaltig
    und von keiner Priorität, auch wenn uns das Werbung und Bequemlichkeit ständig glauben machen wollen.

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  • Du stellst m.E. die Sachlage so da, dass nur bei guter Ökonomie wir uns überhaupt so etwas wie Ökologie leisten könnten - also als ob ökologisches Handeln quasi ein Aert Luxus wäre.


    Nein! Er meint, dass Ökologie elementares Bestandteil der Ökonomie sein wird. Bisher bestand nur das Verteufeln der Ökonomie oder anderseits der Ökologie. Mit den letzten Jahren begreift man mehr, dass man durch ökologisches planen ökonomisch handelt.


  • Dazu eine Frage. Was ist bei Dir sinnloser Luxus?


    Auch ist ökologisches handeln teurer. Es fängt bei Nahrungsmittel an und geht über Industrieprodukte weiter.


  • Falsch, umgekehrt wird ein Schuh daraus. Um unseren derzeitigen Wohstand halten und mehren zu können müssen wir ökologisch, also nachaltig denken, dazu brauchen wir aber eine funktioniernde Ökonomie um diese Lösungen entwickeln zu können.

  • Auf die modernen Züge und das Verkehrsaufkommen, kommt es überhaupt nicht an - sondern auf die Einstellung - welche ja wie wir alle hier schon hunderttausendmal festgestellt haben eine neoliberale ist. ^^
    Wenn man so viel Personal und Material einspart, dass man die Weichen nicht mehr säubern und auftauen kann, dann ist das vielleicht effizient aber nicht sicher. Bei der Bundesbahn stand Sicherheit an erster Stelle.


    Um sicher drei Fernzüge am Tag mit 140km/h zu fahren braucht man aber deutlich weniger Technik als um sicher zwei ICE-Linien im Stundentakt mit 250km/h über eine Strecke zu schleusen. Das fängt schon an bei den Weichen: Weichen die für solche hohen Geschwindigkeite n zulässig sind haben deutlich mehr bewegliche Teile die einfrieren können...
    1966 waren viele Signalanlagen sogar noch rein mechanisch, die froren im Winter ganz regelmässig ein mit entsprechenden Folgen. Damals überwog aber noch der Güterverkehr so das man auf dessen Kosten die Folgen für die nach heutigen Maßstäben wenigen und langsamen Fernzüge gering halten konnte.
    Im übrigen sind Verspätungen und Zugausfälle keine Frage der Sicherheit - gerade weil Sicherheit Priorität hat führen eben winterbedingte technische Probleme zu Verspätungen.


    Und wenn man jetzt auf die Idee kommt mal eine Personalbestand-Zugfahrten-Relation bei der Bahn wie 1966 herzustellen, dann stelle ich mal die Frage, wer das bezahlen soll.
    Etwa eine Mio. mehr an Personal bei derBbahn dütrfte nämlich für die Ticketpreise nicht folgenlos bleiben. Und dann wird halt über die "neoliberale" Preispolitik der Bahn losgeplärrt.






    Es ist genau das gleiche wie bei den Straßenmeisterreien oder den Flughäfen. Früher waren selbst Nebenstraßen um 8:00 Uhr geräumt und heute redet man in einem normalen Winter von Schneechaos um zu vertuschen dass man es zugelassen hat, dass es zu zahlreichen Unfällen und Toten kommt. Aber man hat Kosten reduziert.


    Ich marschiere jetzt auf die 40 zu, aber an das früher kann ich mich in Bezug auf das ländliche Niedersachsen nicht erinnern...
    Nichtmal die an meiner Schule vorbeiführende Bundesstrasse war bei Schneefall je zu Schulbeginn geräumt. Meine erste Fahrstunde habe ich an einem Januarnachmittag gemacht - da hatte es am Vortag geschneit und so hatte ich das "Vergnügen" das erste Mal ein Auto auf zugeschneiuten Landstrssen im Kreis Rotenburg/Wümme zu bewegen...

  • Um sicher drei Fernzüge am Tag mit 140km/h zu fahren braucht man aber deutlich weniger Technik als um sicher zwei ICE-Linien im Stundentakt mit 250km/h über eine Strecke zu schleusen. Das fängt schon an bei den Weichen: Weichen die für solche hohen Geschwindigkeite n zulässig sind haben deutlich mehr bewegliche Teile die einfrieren können...



    Bei der Bahn geht es in allen Bereichen rund, deine Erklärung taugt da nicht so wirklich um die gesamten Mißstände zu begründen. Und selbst, wenn dem so wäre: Wer "a" sagt- kann (wenigstens hier) auch "b" sagen, sprich ein Unternehmen, das Milliarden in den Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsystems steckt, einen Hauptbahnhof (unsinnig) unter die Erde verlegen will bzw. all die dafür notwendigen Unsummen sich größtenteils vom Steuerzahler berappen lässt, das muss eine angeblich so empfindliche Weiche bei (noch nicht mal extremen ) Frost eisfrei halten können.

    1966 waren viele Signalanlagen sogar noch rein mechanisch, die froren im Winter ganz regelmässig ein mit entsprechenden Folgen.



    Nicht dass ich davon wüsste. Belege für deine Behauptung?
    Die alte Technik war deutlich weniger störanfällig als der Krempel aus der neuzeit, wo jeder Pfurz elektronisch gesteeuert werden soll.

    Und wenn man jetzt auf die Idee kommt mal eine Personalbestand-Zugfahrten-Relation bei der Bahn wie 1966 herzustellen, dann stelle ich mal die Frage, wer das bezahlen soll.
    Etwa eine Mio. mehr an Personal bei derBbahn dütrfte nämlich für die Ticketpreise nicht folgenlos bleiben. Und dann wird halt über die "neoliberale" Preispolitik der Bahn losgeplärrt.



    Deine "Etwa eine Mio. mehr an Personal" für eine dann wintersicherere Bahn sind ein reines Hirngespinst, begründe mal bitte, wieso die Bahn bei Schnee und Eis 4 mal soviel Personal als im Sommer haben soll. Sollen die Jungs die Weichen mit ihren Händen auftauen? (Dann befeuert lieber mit den Gedankenpfürzen des Managements die Weichenheizungen :mad5::bounce:- das dürfte effizienter sein... )

    Bei der Bahn wird am falschen Ende gespart. Anstatt hier wilde Märchen von einer angeblich unbezahlbaren im Winter funktionsfähigen Bahn zu verbreiten, informiere dich bitte einmal über einige Hintergründe bei der Chaos-Mafia DB AG:

    http://www.morgenpost.de/wirts…nde-bei-der-Bahn-aus.html

    Und bitte bedenke einmal:

    Der Imageschaden und Folgekosten durch das vermeidbare Winterchaos kosten auch und zwar erheblich. Doch der von Grube und seinen Vorgängern fehlgeleitete Konzern verbuddelt lieber Milliarden in störanfllige Technik und S 21 als für sinnvolle Tätigkeiten anständig bezahltes personal und sei es auch nur zeitweise zu beschäftigen.

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  • Nein! Er meint, dass Ökologie elementares Bestandteil der Ökonomie sein wird. Bisher bestand nur das Verteufeln der Ökonomie oder anderseits der Ökologie. Mit den letzten Jahren begreift man mehr, dass man durch ökologisches planen ökonomisch handelt.



    Da scheinst du auf der Zeitschiene der Winterchaoten-Bahn nacheifern zu wollen und lieferst eine satte Verspätung ab: Schon zu Beginn der 1980er Jahre wurde von pfiffigen leuten erkannt, das Ökologie und funktionierende Ökonomie sich nicht ausschliessen müssen, das auf Dauer auch gar nicht können. Was du also als eine Entwicklung der letzten Jahre darstellen willst, ist also für nicht ganz ewig gestrige Zeitgenossen ein alter Hut.

    Aber du und Wudi setzen die Priorität falsch: Erst wenn für euch die Ökonomie
    gut plaziert erscheint, dann scheint auch ein Krümel für die Ökologie übrig, das verrät für mich schon dein Spruch:

    Nein! Er meint, dass Ökologie elementares Bestandteil der Ökonomie sein wird.



    Da offenbart sich für mich ein Denkfehler:

    Du übersiehst, dass die Ökologie eine eigenständige Größe darstellt und nie und nimmers Bestandteil der (von Menschen gemachten) Ökonomie sein muss.

    Um das einmal auf drastische Weise zu verdeutlichen:

    Der Ökologie könnte möglicherweise nichts besseres passieren, als dass wir Menschen uns durch unser Fehlverhalten ins finite Off katapultieren (wir sind auf bestem Wege dazu). Millionen von Tier- und Planzenarten würden dann möglicherweise drei Kreuze machen, wenn der Oberwichtigtuer Mensch seine mehr oder weniger despotische und unkontrollierte Herrschaft auf diesem Planeten aufgeben müsste und nicht mehr ausüben könnte.

    Wie gesagt, die Natur bzw. die Ökologie braucht uns Menschen nicht -
    ganz im Gegenteil.

    Es ist also vielmehr in unserem ureigensten Interesse- bzw. sollte es sein- wenn wir versuchen Ökonomie und Ökologie zur Deckung zu bringen. Doch genau das ist bei dieser kaputten Bundesregierung definitiv nicht der Fall- siehe Atompolitik, Abwrackprämie, Bahnpolitik.

    Der kurzsichtige Profit weniger rangiert weit, weit vor den Ãœberlebenschancen der Menschheit bzw. deren Lebensqualität. Und die Unmengen von genauso kurzsichtigen Verbrauchern unterstützten diese Schrott-Politik durch ihre gedankenlos abgegebene Wählerstimme und ihr gedankenloses Konsumverhalten 100-prozentig mit.

    Eure Pseudoharmonie von Ökologie und Ökonomie geht dieser falschen Politik und vermutlich eurem unreflektierten Wohlstandsdenken komplett auf den Leim.

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  • Wo gibt es denn noch im Kulturkreis des Menschen unbeeinflusste Ökologie? Nirgends! Wo ist die Ökologie denn in Bereichen intakt, die nicht vom Menschen beeinflusst werden? Da kommt es wohl auf die Sichtweise der Kreatur an, die gerade Gewinner oder Verlierer ist. Würde eine Fichte reden können, die gerade vom Borkenkäfer umgebracht wird, könnte sie ganz schön klagen. Die Natur ist eben kein Blumentopf, aber der Mensch überblickt auf Grund seiner emotionalen Fähigkeiten nur den Blumentopf, es sei denn er ist in der Lage wissenschaftlich zu denken und nicht zu glauben.
    Wie dem auch sei, wenn wir nicht nach ökonomischen Gesichtspunkten handeln, werden uns die Mittel fehlen, Ökologie zu betreiben. Das ist schon jetzt so!
    Deshalb ist die Bahn endlich in einen Zustand zu versetzen, daß der Induvalverkehr abgelöst werden kann. Alles andere ist doch keine, wie man so schön sagt, keine nachhaltige Lösung.

  • Wo gibt es denn noch im Kulturkreis des Menschen unbeeinflusste Ökologie?




    Hat das hier jemand behauptet?

    Wo ist die Ökologie denn in Bereichen intakt, die nicht vom Menschen beeinflusst werden? Da kommt es wohl auf die Sichtweise der Kreatur an, die gerade Gewinner oder Verlierer ist. Würde eine Fichte reden können, die gerade vom Borkenkäfer umgebracht wird, könnte sie ganz schön klagen.




    Das ist eine falsche Sichtweise, ich möchte dagegen halten:

    Die Natur kennt keine Sentimentalität, keine
    Ideologie und oft auch keine Rücksicht. Das letztere bekommen Menschen bisweilen zu spüren, wenn hausgemachte Katastrophen diese einholen.

    Die sich selbst überlassene Natur pendelt sich nach teils extremen Phasen immer wieder auf funktionierende Gleichgewichte ein, die den Fortbestand der Natur als gesamtes System ermöglichen, das nenne ich das "Intakte" der Natur, was nur der Mensch in nächster Zeit vermutlich auseinanderhebeln könnte. Der Ameisenbär hat nicht die Atombombe erfunden und Millionen Fliegen kurven nicht mit dem Auto umher.

    Wir Menschen haben in unserer Kultur derartigen Einfluss auf die Welt und die Natur genommen, dass wir diese Welt und die dortigen Lebensbedingungen nachhaltig zum schlechten ändern können, teils schon getan haben und das ist ein in Jahrmillionen Jahren Entwicklungsgeschichte der Welt relativ neuartiges Phänomen.

    Die Natur ist eben kein Blumentopf, aber der Mensch überblickt auf Grund seiner emotionalen Fähigkeiten nur den Blumentopf, es sei denn er ist in der Lage wissenschaftlich zu denken und nicht zu glauben.
    Wie dem auch sei, wenn wir nicht nach ökonomischen Gesichtspunkten handeln, werden uns die Mittel fehlen, Ökologie zu betreiben. Das ist schon jetzt so!
    Deshalb ist die Bahn endlich in einen Zustand zu versetzen, daß der Induvalverkehr abgelöst werden kann. Alles andere ist doch keine, wie man so schön sagt, keine nachhaltige Lösung.



    Du vereinst da ein bisserl viele Widersprüche in nur wenigen Sätzen, so dass der rote Faden nicht so klar erkennbar wird.

    Grundsätzlich stimme ich deinen beiden letzten Sätzen zu, allerdings bleibt die Frage, von wem und wie die Bahn endlich in einen Zustand versetzt werden wird, so dass der Induvalverkehr endlich abgelöst werden kann?

    ( P.S.: Wobei ich nicht für eine Abschaffung sondern für eine deutliche Reduzierung des motorisierten Individualverkehres bin).

    Sowohl Politik als auch privatee Verbraucher müssen da zusammenwirken.
    Die aktuelle Politik setzt nach wie vor einseitig auf das Auto, z.B. Abwrackprämie, mangelnde Kontrolle der Bahn. Den privaten Verbrauchern ist es quasi meist egal, was die Politik für eine scheiss Verkehrspolitik betreibt.

    Diese Mankos müssen behoben werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Kleinlok ()

  • haben die Politiker den Zugriff. Wie die Erfahrung gezeigt hat, werden nur dann Staatsbetriebe effektiv, wenn sie privatisiert werden. Gute Beispiele dafür sind VW, Lufthansa, Post (mit Einschränkungen) und eine ganze Reihe Betriebe der Kommunen. Erst wenn sich die Politiker aus dem Aufsichtsrat total zurückziehen, gibt es erst die Möglichkeit etwas zu verbessern.
    Aber man muß ganz klar sagen, daß sich die Bahn aus dem Tief der achtziger Jahre schon gut erholt hat. Aber damals ging es ja schon nicht weiter abwärts. Natürlich hat man die damaligen Verkehrsminister für ihre stümperhaften Leistungen nicht zur Rechenschaft gezogen, genau so, wie man Tiefensee niemals für die angerichteten Schäden bei der Bahn, die aus seinen rücksichtslosen Privatisierungsversuchen herrühren, jemals belangen wird.


    Sorry, VW liefe eigentlich schon immer gut. Und die damalige Lufthansa stand auch sehr gut da.