Scharia-Strafe für das Tragen von Hosen

  • Hab ich's doch geahnt.
    Wer wundert sich noch über meine "Islamophobie"?


    komm stillicho ...
    den konformitätszwang gibt es überall.


    ob man in deutschland als mann mit einem rock durch die gegend läuft, oder in muslimischen ländern als frau mit einer hose.


    hier in deutschland wird man dafür zwar nicht bestraft, aber wenn man das bei einem bewerbungsgespräch tut bekommt man keine wohnung und keine arbeit, weil das zu "sonderbar" ist.
    selbst im familienkreis oder freundeskreis würde man verspottet oder gemobbt.


    seltsamerweise siehst du darin aber keine bedrohung ...


    die schwachen geister dieser welt können alle nicht mit fremdartigem leben.
    dazu gehört ein gerüttelt maß emanzipation das die wenigsten besitzen.


    gruß baku

  • seltsamerweise siehst du darin aber keine bedrohung ...



    Nein, weil das nicht an die Substanz geht. Ich habe mich nie an dem orientiert, was die anderen tun oder lassen, anziehen oder ausziehen.
    Gefährlich wird es und ausgesprochen ärgerlich, wenn man sich fragen muß, ob die Veröffentlichung ironischer Spottverse die schlaflosen Nächte wert sein könnten, die man sich damit einhandelt.

  • Das bedeutet aber auch, daß der Koran ganz und gar aus den Bedingungen seiner Entstehungszeit heraus zu verstehen und keineswegs überzeitlich und ungeschaffen ist.
    Man muß sich schon entscheiden,
    - entweder für die Ãœberzeitlichkeit und Ungeschaffenheit und damit für die ganze dort propagierte Gewalt- und Machtverherrlichung. Denn der Koran ist dann nur ganz zu haben. Man kann sich nicht heraussuchen, was einem genehm ist.
    -oder für die Zeitbedingtheit, was seine Autorität angreift und das gesamte Glaubensgebäude untergräbt.

    Ein ganz offensichtliches Dilemma. Sollte mich wundern, wenn ich allein auf diesen Trichter gekommen wäre!


    Das ist in meinen Augen eine Frage der Logik. Ein Gewaltverbot kann ja nur einem Gewaltgebot überstehen wenn der Koran fehlerfrei ist (wie Muslime glauben).
    Es gibt nicht "ein bisschen" Friedfertigkeit und ein bisschen Gewaltverbot. Das Gewalverbot bricht ein Gewaltgebot (wie im Schwertvers, der sich auf eine konkrete Kriegssituation bezieht, bei der Muslime in den Hinterhalt gelockt wurden), das dann nur noch eingeschränkt gelten kann.
    Sondern höchstens eine Gewalterlaubnis in Ausnahmefällen. Viele radikale Muslime haben aber die Logik auf den Kopf gestellt.
    Das heisst, es gilt Kein Zwang im Glauben und keinem Unschuldigen ein Haar zu krümmen, wohl aber die Erlaubnis eines Verteidigungskampfes wenn man militärisch angegriffen wird.
    Ander macht es für mich keinen Sinn.
    Wenn der Koran erschaffen ist, dann kann der Wortlaut nur noch Unsinn sein und das ist es das vielen konservativen und radikalen Muslimen die Weissglut ins Gesicht treibt, denn das heisst er wurde geschaffen passend für die Zeit im 7. Jahrhundert und müsste auf unsere heutige Zeit "angepasst" werden, das heisst man muss ihn abstrakt und mit verstand lesen und nicht wörtlich.
    Das ist das Knackpunkt. Das mir die zweite Position sehr gut gefällt brauche ich wohl nicht zu betonen. Aber bei orthodoxen Muslimen werde ich damit keine Freunde finden.

  • Nein, weil das nicht an die Substanz geht.


    du willst ernsthaft behaupten keine wohnung, arbeit und soziale anerkennung zu bekommen geht nicht an die substanz ?


    dann bist du noch weit von deinen eigenen idealen entfernt ....
    du solltest dir mal den spass gönnen einen tag lang mit einem kaftan durch nürnberg zu laufen.
    etwas "gelebte erfahrung" ist meist mehr wert als tausend schöne gedanken.


    baku


  • -oder für die Zeitbedingtheit, was seine Autorität angreift und das gesamte Glaubensgebäude untergräbt.


    Es untergräbt nicht das gesamte Glaubensgebäude. Nur den etablierten Mainstream. Ich wette Abendstern hat dazu auch was zu sagen.

  • Wenn der Koran erschaffen ist, dann kann der Wortlaut nur noch Unsinn sein und das ist es das vielen konservativen und radikalen Muslimen die Weissglut ins Gesicht treibt, denn das heisst er wurde geschaffen passend für die Zeit im 7. Jahrhundert und müsste auf unsere heutige Zeit "angepasst" werden, das heisst man muss ihn abstrakt und mit verstand lesen und nicht wörtlich.



    Was ich gefettet habe, muß doch wohl "unerschaffen" heißen?
    Anders ergibt sich für mich kein Sinn.

  • Es untergräbt nicht das gesamte Glaubensgebäude. Nur den etablierten Mainstream. Ich wette Abendstern hat dazu auch was zu sagen.



    Ich wüßte nicht, wie man sich bei den Vorgaben aus dem Dilemma rausschwindeln kann.
    Die Christen haben es demgegenüber leicht, weil sie von Anfang an klugerweise den Heiligen Geist als Inspirator von Menschen, den Autoren in ihrer Zeit, einführen und außerdem postulieren, daß der Heilige Geist fortwährend weiterwirkt. So ist das NT göttlich inspiriert, ohne die menschlichen Eierschalen ablegen zu können.
    Wen wundert es, daß mir eine solche Position sehr viel intelligenter vorkommt.

  • Ich wüßte nicht, wie man sich bei den Vorgaben aus dem Dilemma rausschwindeln kann.
    Die Christen haben es demgegenüber leicht, weil sie von Anfang an klugerweise den Heiligen Geist als Inspirator von Menschen, den Autoren in ihrer Zeit, einführen und außerdem postulieren, daß der Heilige Geist fortwährend weiterwirkt. So ist das NT göttlich inspiriert, ohne die menschlichen Eierschalen ablegen zu können.
    Wen wundert es, daß mir eine solche Position sehr viel intelligenter vorkommt.


    Wie meinst du das, "herausschwindeln"? Diese Positionen sind schon längst ausgearbeitet, nichts neues im Islam, aber nicht mit viel Gewicht dieser Tage.


    Die Frage ist einfach. Ist der Koran unerschaffen, das heisst eine unabänderliche Ewige immergleiche Botschaft, die von Gott herabgesandt wurde und damit bis in alle Zeit wörtlich zu verstehen ist (sie ist ja allgemein und ewig gültig)?
    Oder wurde von Gott eine Botschaft herabgesandt die der Situation im 7. Jahrhundert angemessen war und die man immer der Zeit anpassen muss, das heisst man extrahiert nur "den Geist" aus dem Koran, die ethische und spirituelle Botschaft und nicht den Wortlaut.
    Daraus ergäbe sich eine ziemlich flexible und für Ideen permeable Sichtweise auf die Religion.
    Da gibt es kein Dilemma, ausser das die Konservativen mit allen Mitteln versuchen würden das zu verhindern, denn es hiesse das Ende von dogmatischer Religion die auf dem Wortlaut und den "Weisheiten" der Ulama basiert.


  • dann bist du noch weit von deinen eigenen idealen entfernt ....
    du solltest dir mal den spass gönnen einen tag lang mit einem kaftan durch nürnberg zu laufen.
    etwas "gelebte erfahrung" ist meist mehr wert als tausend schöne gedanken.
    baku



    Ich bin dort sommers wie winters mit Sandalen und ausgebeulten Hosen unterwegs, würde mich auch nicht scheuen wie weiland Olaf Gulbrandson an heißen Sommertagen völlig nackt und nur mit einer Lederschürze bekleidet Besucher zu empfangen.

  • Oder wurde von Gott eine Botschaft herabgesandt die der Situation im 7. Jahrhundert angemessen war und die man immer der Zeit anpassen muss, das heisst man extrahiert nur "den Geist" aus dem Koran, die ethische und spirituelle Botschaft und nicht den Wortlaut.
    Daraus ergäbe sich eine ziemlich flexible und für Ideen permeable Sichtweise auf die Religion.



    Unbestritten, aber für eine Religion eventuell zu flexibel und zu permeabel.

    Zitat

    Da gibt es kein Dilemma, ausser das die Konservativen mit allen Mitteln versuchen würden das zu verhindern, denn es hiesse das Ende von dogmatischer Religion die auf dem Wortlaut und den "Weisheiten" der Ulama basiert.



    Ja, einerseits hängen da ganz irdische Interessen daran, für mich ist es aber andererseits ein logisches Problem. Welche Autorität bleibt übrig, wenn der göttliche Ursprung, die Unerschaffenheit wegfällt.
    Es sei denn man machte sich an die geistige Arbeit, um durch dadurch erworbene Autorität zu überzeugen.
    Das ist natürlich sehr viel mühsamer, als sich auf Suren zu berufen, sie auswendig zu lernen und herunterzuleiern.

  • Unbestritten, aber für eine Religion eventuell zu flexibel und zu permeabel.



    Ja, einerseits hängen da ganz irdische Interessen daran, für mich ist es aber andererseits ein logisches Problem. Welche Autorität bleibt übrig, wenn der göttliche Ursprung, die Unerschaffenheit wegfällt.
    Es sei denn man machte sich an die geistige Arbeit, um durch dadurch erworbene Autorität zu überzeugen.
    Das ist natürlich sehr viel mühsamer, als sich auf Suren zu berufen, sie auswendig zu lernen und herunterzuleiern.



    Die göttliche Autorität fällt ja nicht weg, es ist ja trotzdem Gottes Wort.

  • Die göttliche Autorität fällt ja nicht weg, es ist ja trotzdem Gottes Wort.



    Ja, das ist der christliche Dreh "göttlich inspiriert", aber ohne Heiligen Geist.
    Diese Weggabelung hat man aber nicht genommen. Als Grund kann ich mir nur denken, daß man Fitna vermeiden wollte. Abweichendes läßt sich sehr viel leichter mit dem Verweis auf Unerschaffenheit und Zeitlosigkeit unterdrücken.

  • Ich arbeite sehr viel mit Migranten zusammen.

    Ich habe festgestellt, dass entgegen der landläufigen Meinung nicht immer die Männer die Bösen sind.

    Ich habe oft Türken erlebt, die haben gesagt: Meine Frau ist viel qualifizierter, ich würde auch die Kinder hüten, aber wenn die nicht endlich dieses verdammte Kopftuch auszieht... Gerade Musliminnen vertreten überhäufig die Meinung, sie WOLLTEN zu Hause bleiben und der Mann habe zu arbeiten.

    Lassen wir die Kopftuchdebatte in Bezug auf Türkinnen weg (im eigenen Land eigentlich unerwünscht, hier oft freiwilliges kulturelles Identifikationsmerkmal ohne weiteren Zwang):

    Frauen setzen sich merkwürdigerweise untereinander oft (mehr) unter Druck und wachen über die Einhaltung der Gesetze und schwärzen sich gegenseitig an. Ich habe einen sehr guten Film über die Beschneidung von Frauen in Afrika gesehen. Hier wurden auch mal Männer interviewt, die gar nichts davon hielten, die angaben, sie wollten auch, dass Frauen Spaß empfänden und die das eher abturnte, wenn nicht sogar explizit abstieß. Opfer berichteten davon, dass sie von Frauen des Dorfes gedrängt oder ausgegrenzt worden sind oder gar angeschwärzt. Mütter und Tanten spielten hierbei die Hauptrolle. Das spricht für schäbigen, plumpen Neid: Ich wurde beschnitten, ich darf keinen Spaß haben, also Töchterlein/Nichte auch nicht.

    Ich finde, generell bei der Debatte muss gründlich, wissenschaftlich-neutral untersucht werden, von wo aus das Ganze überwiegend gesteuert wird, bevor einseitig auf die Männer(-gesellschaft) geschimpft wird. Was wird von Mutter zu Tochter weitergegeben, welcher Zwang geht von den Vätern aus? Eine Studie hierzu würde mich wirklich interessieren und tut m.E. absolut Not, denn erst dann kann wirkliche Aufklärungsarbeit geleistet werden (und landläufige Vorurteile vermieden).

    2 Mal editiert, zuletzt von A1272 ()