Elfenbeinküste / Deutschland

  • Mir wird hier Kritik entgegenhageln, keine Frage.
    Deutschland besitzt andere demokratische Strukturen und im Land gibt es nicht nur Kakao.
    Aber ist es nicht frappant, wenn man die Ãœbereinstimmungen sieht?

    Zitat:
    Stabilität bis Anfang der Neunziger
    Die Phase der Stabilität ist eng verbunden mit dem politischen Wirken des Gründervaters Félix Houphouët-Boigny. Er hatte die Côte d'Ivoire 1960 in die Unabhängigkeit geführt und regierte das Land bis zu seinem Tod Anfang der neunziger Jahre. Houphouët-Boigny legte Wert auf einen Ausgleich zwischen dem vorwiegend christlichen Süden und dem dominanten Islam im Norden. Und er verfolgte eine offene Einwanderungspolitik. Dahinter stand der Gedanke, dass sich die Kakaoplantagen im Süden des Landes nur mit Hilfe von Arbeitskraft und Zuwanderung aus den nördlichen Nachbarstaaten Mali und Burkina Faso bewirtschaften lassen. Millionen ließen sich daraufhin an der Elfenbeinküste nieder.
    Jeder Dritte gilt als Einwanderer. Anschluss fanden sie schnell, denn die Volksgruppen im Norden des Landes überschneiden sich mit denen der Nachbarländer. Mittlerweile leben die Zugewanderten seit mehreren Generationen im Land, kennen oft nur ihre neue Heimat und können mit den Herkunftsländern ihrer Eltern und Großeltern wenig anfangen. Sie sehen sich nicht mehr als zugewandert, sondern als vollwertige Bürger der Côte d'Ivoire.



    Selbstverständlich sind die momentanen Geschehnisse an der Elfenbeinküste nicht tolerierbar und die internationale Gemeinschaft handelt solidarisch und richtig.
    Mir fielen nur Parallelen auf...

  • Anschluss fanden sie schnell, denn die Volksgruppen im Norden des Landes überschneiden sich mit denen der Nachbarländer.


    Mir fielen nur Parallelen auf...


    Wo ist hier die Parallele zu Deutschland?



  • Wo ist hier die Parallele zu Deutschland?


    Mal von Punkten wie Demokratie, Rechtsstaat, Sozialsystem und dergleichen ganz zu schweigen.



    Und dass das ein Musterstaat war sehe ich auch nicht. Nach meiner Aufassung fallen Dikaturen in denen der Herrscher sein Gebursort mit hohem Aufwand zur Hauptstadt ausbaut (und das Kaff dann doch nie als solche genutzt wird) nicht gerade unter Musterstaat.

  • Wo ist hier die Parallele zu Deutschland?


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    Dass ausgerechnet du mich das fragst, die auf jeden Muslim anspringt, wundert mich etwas. Hier kannst du dich fern von Deutschland austoben. :lurk5:

    Dn Artikel hast du in Ruhe gelesen?

  • Dass ausgerechnet du mich das fragst, die auf jeden Muslim anspringt, wundert mich etwas. Hier kannst du dich fern von Deutschland austoben. :lurk5:

    Dn Artikel hast du in Ruhe gelesen?



    "Ausgerechnet ich" darf nicht in diesem Thread antworten? Ach, Zenoncroco!


    Was sagst Du zu der Nicht-Parallele? Zu peinlich, daher das Ausflippen?




  • Parallelen sind in viel zu vielen Ländern zu finden. Es ist überall die gleiche Grundlage der Denkart.



    Wünschenswert wäre, wenn die Solidarität allen Orten gleich stark wäre unabhängig vom Völkerstatus.


    Ist aber nicht so.

    So weit ich noch weiss, konnte es zum Beispiel in Ruanda nur zum Massenmord kommen, weil französische Soldaten sich zurückgezogen haben, laut Befehl, wohl wissend was danach passiert. So viel zur Solidarität. Letztendlich wird es wohl wieder darauf hinaus laufen, dass diese Kriese wieder im Mord und Todschlag enden wird.



    Warum das alles?



    In der Elfenbeinküste eskaliert der Machtkampf um das Präsidentenamt: In den vergangenen drei Tagen sind bei Kämpfen mehr als 50 Menschen getötet worden, Hunderte wurden verletzt. Die Uno wirft den Getreuen des selbsternannten Präsidenten Gbagbo Entführungen vor.




    Schaut in die Gesichter der Soldaten.............das sagt viel.

    3 Mal editiert, zuletzt von Sonne ()

  • Ist aber nicht so.

    So weit ich noch weiss, konnte es zum Beispiel in Ruanda nur zum Massenmord kommen, weil französische Soldaten sich zurückgezogen haben, laut Befehl, wohl wissend was danach passiert. So viel zur Solidarität. Letztendlich wird es wohl wieder darauf hinaus laufen, dass diese Kriese wieder im Mord und Todschlag enden wird.




    Welche französischen Soldaten?

    UNAMIR bestand aus 2.217 Soldaten und 331 unbewaffnete Militärbeobachternsowie etwa 60 Polizisten und zivile Mitarbeiter . Dieses Kontingent wurde hauptsächlich in der demilitarisierten Zone und in der ruandischen Hauptstadt Kigali Ãœberwachung der Waffenruhe eingesetzt. Dabei stellte Bangladesh mit 942 Soldaten, Ghana mit 843 Soldaten und Belgien mit 440 Soldaten die größten Kontingente.
    Als der Massenmord einsetzte, wurde den Blauhelmen vom DPKO (Hauptabteilung Friedenssicherungseinsätze des UN-Sekretariats ) jegliche Anwendung von Waffengewalt verboten. Es war ihnen lediglich erlaubt, sich selbst zu verteidigen. Erschwerend kam der Abzug großer Truppenteile hinzu, nachdem in den ersten Tagen zehn belgische Blauhelme ermordet worden waren.
    Die Belgier hatten ohnehin einen schweren Stand da sie (als ehemalige Kolonialmacht) sowohl von den Tutsi als auch von den Hutus weniger als UN-Friedenstruppe denn als Kolonialarmee angesehen wurden.
    Die Franzosen kamen erst gegen Ende der Ereignisse ins Spiel als durch UN-Resolution 929 UNAMIR-2 geschaffen wurde.
    Mit 2217 Soldaten aus 24 Ländern verhindert man keinen Völkermord.



  • für den ausführlichen Bericht.
    Warum hat man jegliche Anwendung von Waffengewalt verboten? Warum hat man nicht mehr Soldaten in das Land geschíckt um den sich abzeichnenden Völkermord zu verhindern?

  • "Ausgerechnet ich" darf nicht in diesem Thread antworten? Ach, Zenoncroco!

    Was sagst Du zu der Nicht-Parallele? Zu peinlich, daher das Ausflippen?



    Nee, und ich sagte ja schon dass es Proteste hageln würde.
    Aber fällt dir, wenn du den Artikel in Ruhe durchliest, nicht auf dass es auch dort eine Zuwanderung gab? Dass sich Moslems mit Christen streiten, wie du es hier gerne tust?

  • Welche französischen Soldaten?
    .



    Ich habe deinen Kommentar aus dem Kontext gerissen weil er zu meiner Ãœberzeugung passt, dass die Franzosen, ihre Fremdenlegion, in der Elfenbeinküste ihren Job machen werden.
    Frankreich ist eine der wenigen Kolonialmächte, die ihre ExKolonien (und die darin lebenden Franzosen...) nicht in der Luft hängen lässt.

    Man stelle sich vor:
    Meine französische Lebensgefährtin ist im Besitz eines scheckkartengrossen Dokuments, auf dem, für jeden Zweifler, bestätigt wird, dass sie sich unter dem Schutz Frankreichs befindet.
    Und die Franzosen meinen das ernst.

    Man sollte diesen Vorschlag an das AA weiterleiten... :biggrin:

  • für den ausführlichen Bericht.
    Warum hat man jegliche Anwendung von Waffengewalt verboten? Warum hat man nicht mehr Soldaten in das Land geschíckt um den sich abzeichnenden Völkermord zu verhindern?


    Das sind zwei gute Fragen. Die sind aber an die UNO und alle ihre Mitglieder zu richten.


    Aber nochwas zu den Franzosen:


    Im Jahr 2000 erhob ein französischer Ermittlungsrichter Anklage gegen den ruandischen Präsidenten Kagame und neun weitere Personen. Sie werden für den Abschuss der Präsidentenmaschine am 6. April 1994 verantwortlich gemacht – das Ereignis was ja als Startaktion des Genozides gilt. Diese Anklage führte zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und Ruanda.
    Und da kommen wir nun auch zu den Vorwürfen gegen die Franzosen von denen du gehört hast: Im August 2008 folgte als Reaktion Ruandas die Drohung, internationale Haftbefehle gegen hochrangige französische Offizielle zu erlassen. Der ruandischen Regierung zufolge lag ihr ein Report vor, nachdem zwanzig französischen Militärangehörigen sowie zwölf Politikern, darunter Edouard Balladur, Alain Juppé und Francois Mitterrand, eine führende Rolle bei der Durchführung der Massaker spielten.
    Man darf das natürlich wohl getrost ins Land der Märchen verweisen – dass Frankreich sehr gute Beziehungen zur Regierung des am 6. Apri 1994 ermordeten Präsidenten Juvénal Habyarimana als auch des im gleichen Flugzeug umgekommenen burundischen Präsidenten Cyprien Ntaryamira hatte ist ein offenes Geheimnis genauso wie die Tatsache, dass Frankreich auch schon vor dem Völkermord sich ganz entschieden gegen Kagame und seine RPF engagierte.
    Die Aktivitäten der RPF und Ruandas in den Kongokriegen sorgten für weiteres Konfliktpotential zwischen Kagame und Frankreich sowie weiteren westlichen Ländern in deren Verlauf es dann auch zu weiteren Vorwürfen seitens Ruandas kam.


  • Aber fällt dir, wenn du den Artikel in Ruhe durchliest, nicht auf dass es auch dort eine Zuwanderung gab? Dass sich Moslems mit Christen streiten, wie du es hier gerne tust?



    Zitat


    Zitat von zenoncroco
    Anschluss fanden sie schnell, denn die Volksgruppen im Norden des Landes überschneiden sich mit denen der Nachbarländer.



    Fällt Dir nichts auf?


    "Volksgruppen im Norden (Anm: Deutschland) überschneiden sich mit denen der Nachbarländer"


    Tut mir leid, aber ich sehe nicht, dass wir im Norden "Moslems und Christen" hätten, die sich mit "Moslems und Christen" der Nachbarländer überschneiden.

  • Fällt Dir nichts auf?

    "Volksgruppen im Norden (Anm: Deutschland) überschneiden sich mit denen der Nachbarländer"

    Tut mir leid, aber ich sehe nicht, dass wir im Norden "Moslems und Christen" hätten, die sich mit "Moslems und Christen" der Nachbarländer überschneiden.



    Okay!
    Betrachte sie als Zuwanderer.
    Von etwas weiter her... :seeya:

  • Es wird ernster an der Elfenbeinküste.
    Man sollte weniger reden und mehr handeln, bevor Gbagbo seine Drohung wahrmacht und die Zuwanderer aus den Nachbarländern erschlagen lässt.
    Die Rechtslage ist klar, die UNO hat einen Beschluss gefasst, die westafrikanischen Ländern eine Militärintervention angekündigt, französisches Militär ist vor Ort - was gibt es da noch zu reden?
    Danach ist immer zu spät.

    Zitat:
    Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte, dass Truppen Gbagbos Anhänger von Wahlsieger Ouattara verschwinden ließen. Unterstützer des international anerkannten Präsidenten würden bei nächtlichen Razzien verschleppt, erklärte die Organisation unter Berufung auf Augenzeugen. Einige der Verschleppten seien tot mit Schusswunden aufgefunden worden. Auch der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf berichtete von solchen Verbrechen. Er rief zu einem Ende der Gewalt auf und nannte insbesondere Tötungsdelikte, Entführungen, Sexualverbrechen, die Zerschlagung von Protesten sowie die Zerstörung von Eigentum. Der Vertreter des Gremiums in Abidjan, Simon Munzu, sagte, die Situation in dem Land sei "ernst" und erfordere rasches Handeln.

  • Es wird ernster an der Elfenbeinküste.
    Man sollte weniger reden und mehr handeln, bevor Gbagbo seine Drohung wahrmacht und die Zuwanderer aus den Nachbarländern erschlagen lässt.
    Die Rechtslage ist klar, die UNO hat einen Beschluss gefasst, die westafrikanischen Ländern eine Militärintervention angekündigt, französisches Militär ist vor Ort - was gibt es da noch zu reden?
    Danach ist immer zu spät.


    Nunja, die UNO Einsätze sind generell mehr auf Präsenz zeigen als auf tatsächliches eingreifen ausgelegt.
    Ich hoffe das die Franzosen und einige andere nicht mit blauhelm intervenieren, denn wenn die mit der UNO intervenieren bewirken sie kaum was, weil sie eh nichts machen dürfen.

  • Nunja, die UNO Einsätze sind generell mehr auf Präsenz zeigen als auf tatsächliches eingreifen ausgelegt.
    Ich hoffe das die Franzosen und einige andere nicht mit blauhelm intervenieren, denn wenn die mit der UNO intervenieren bewirken sie kaum was, weil sie eh nichts machen dürfen.



    Die UNO kann nicht direkt intervenieren, aber sie garantiert momentan die Sicherheit des gewählten Präsidenten.
    Die bereits getroffenen internationalen Massnahmen machen klar, dass Gbagbo am Ende verlieren wird. Ein Grund, warum er sich so krampfhaft an das Amt klammert ist sicherlich seine Erkenntnis, dass er einer Anklage entgegensieht.
    Die, vermutlich, auf Kosten der Steuerzahler verpflichteten Juristen haben nicht den Auftrag sein Amt zu retten.
    Wie könnten sie auch???
    Es geht um seinen Hals.


    Zitat:
    Laut einem Bericht der Zeitung "Le Parisien" wappnet sich Gbagbo bereits für seinen Kampf um die Macht. Er wolle sich von international bekannten Juristen unterstützen lassen, schrieb das Blatt. Aus Frankreich habe er den sozialistischen Ex-Außenminister Roland Dumas (88) und den Anwalt Jacques Vergès engagiert. Vergès hat bereits Nazi-Verbrecher, Holocaust-Leugner und Diktatoren juristisch vertreten. Gbagbo habe außerdem einen US-Anwalt und mehrere afrikanische Experten verpflichtet, hieß es.

    [url=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,736906,00.html]Elfenbeinküste: Gbagbo lässt westafrikanische Staatenführer abblitzen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik[/url]

  • Selbstverständlich sind die momentanen Geschehnisse an der Elfenbeinküste nicht tolerierbar und die internationale Gemeinschaft handelt solidarisch und richtig.


    Mir fielen nur Parallelen auf...



    Zitat:

    Geh, oder wir marschieren ein!
    Im Konflikt um die Elfenbeinküste agieren die Afrikaner so einig wie nie zuvor.

    Denn in Afrika drängen mit verspäteter Wucht die Konflikte an die Oberfläche, die der Kalte Krieg weitgehend eingedämmt hatte: Fragen nach der Gültigkeit kolonialer Grenzen – der Südsudan wird Anfang Januar voraussichtlich seine Sezession beschließen. Religiös eingefärbte Verteilungskämpfe – in Nigeria eskaliert derzeit die Gewalt zwischen Christen und Muslimen um politische und ökonomische Teilhabe. Fragen der nationalen Identität und der Zugehörigkeit – in der Elfenbeinküste hat Gbagbo seine Macht auf eine gewaltbereite Ideologie der »Leitkultur« gestützt: »Echte Ivorer« gegen zugewanderte Neubürger, Ethnos gegen Demos.

  • Machtkampf: Massaker in der Elfenbeinküste | Politik - Frankfurter Rundschau


    Im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste kämpft der von der internationalen Gemeinschaft als Präsident anerkannten Alassane Ouattara um die Macht. Beim Vormarsch sollen seine Rebellentruppen hunderte Menschen getötet haben - das Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (ICRC) meldet 800 Opfer des Massakers.


    so richtig werde ich aus den berichten nicht schlau.
    der konflikt wird zwar angedeutet, aber warum muß man sich da derart die köpfe einschlagen ?


    kann das jemand erklären ?


    gruß @ all ... bakunicus


  • Danke, baku.


    Ich hatte den thread schon vergessen.


    Was dort momentan seit einiger Zeit abläuft, die Opferzahlen, das Leiden, fand in den deutschen news nicht statt.
    In den französischen schon, die haben zum Ausgleich wenig über ihre geliebte Atomindustrie geschrieben. :erol:


    Wir wissen also woran wir sind...


    Le Figaro - International : À Abidjan, le silence et l'angoisse avant l'assaut final 


    Ãœbersetzerfunktion gebrauchen, wer wie ich nicht französisch spricht.


    Und schau an, Leichen auf den Strassen, Blut und Gewalt überall, und Sarkozy's Truppen sind vor Ort und tun nicht das was er dachte in Libyen unbedingt tun zu müssen.
    Nato?
    USA?
    Fehlanzeige.


    This world is pretty fucked up!