Reform des Steuersystems?

  • Soll das Steuersystem gemäß Paul Kirchhof reformiert werden? 0

    1. Ich bin dafür, eine Vereinfachung ist dringend geboten! (0) 0%
    2. Ich bin dagegen, es werden wieder nur die Reichen profitieren! (0) 0%

    Paul Kirchhof startet einen neuen Versuch, das Steuersystem radikal zu reformieren...


    [url=http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,771006,00.html]Radikales Steuerkonzept: Kirchhof feiert seine Bierdeckel-Revolution - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft[/url]


    Was ist eure Meinung dazu?

  • Paul Kirchhof startet einen neuen Versuch, das Steuersystem radikal zu reformieren...

    Radikales Steuerkonzept: Kirchhof feiert seine Bierdeckel-Revolution - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

    Was ist eure Meinung dazu?



    Herrn Prof. Dr. Paul Kirchhofs Konzept hätte schon sofort nach seiner Publizierung abstrichlos umgesetzt werden müssen! Wir haben wertvolle Jahre für die Entwicklung Deutschlands verstreichen lassen. Merkel war und ist für Deutschland nach Schröder der zweite politische GAU!

    Paul Kirchhof müsste Kanzler werden und Hans Herbert von Arnim Vizekanzler, dann hätten wir zwei Persönlichkeiten im Amt, die wissen, wie eine Demokratie, die den Namen verdient, zu funktionieren hat!

  • wozu eine schon vermoderte leiche wieder ausgraben,
    wer war das nochmal, dieser kirchhoff -achja der professor aus heidelberg:yikes:

  • wozu eine schon vermoderte leiche wieder ausgraben,
    wer war das nochmal, dieser kirchhoff -achja der professor aus heidelberg:yikes:


    Hat der vielleicht auch abgekupfert?


    Hat das schon mal einer überprüft?

  • Ich freue mich, dass Herr Kirchhoff wieder da ist.



    Der gute Mann war nie weg! Er ist nur von Schröder diffamiert und von Merkel opportunistisch verraten worden!

    War aber zu erwarten, denn sein Steuerkonzept ist gerechter als alles, was es in Deutschland seit 1918 gab!

  • wozu eine schon vermoderte leiche wieder ausgraben,
    wer war das nochmal, dieser kirchhoff -achja der professor aus heidelberg:yikes:



    Oh rapunzel, nimm mal die blöden Sprüche eines Schröder aus deinem Denken und beschäftige Dich mal mit den Vorschlägen, dann wirst Du sehen, dass auch der "kleine Mann" bei Prof. Kirchhof profitiert!

  • Ich habe aus einem einfachen Grund dagegen gestimmt - ich finde in dem Konzept nirgends etwas zu den Sozialabgaben. Rund wird die Sache nämlich erst, wenn unterschiedslos sämtliche Einkommen auch zur Füllung der Sozialkassen herangezogen werden, und zwar ohne jede Ausnahmeregelung oder Deckelung durch Beitragsbemessungsgrenzen.

  • Herrn Prof. Dr. Paul Kirchhofs Konzept hätte schon sofort nach seiner Publizierung abstrichlos umgesetzt werden müssen! Wir haben wertvolle Jahre für die Entwicklung Deutschlands verstreichen lassen. Merkel war und ist für Deutschland nach Schröder der zweite politische GAU!

    Paul Kirchhof müsste Kanzler werden und Hans Herbert von Arnim Vizekanzler, dann hätten wir zwei Persönlichkeiten im Amt, die wissen, wie eine Demokratie, die den Namen verdient, zu funktionieren hat!


    Abstrichslos bestimmt nicht. Er hat ja auch daran gefeilt. Es ist auf jeden Fall ein guter Ansatz, aber bei den Spitzensteuersätzen hat er doch etwas zu tief gegriffen. Das ist ja auch das was ihn angreifbar macht. Die wirklich Reichen werden damit stark begünstigt. Ich verstehe nicht warum er da nicht gelernt hat. Man könnte sich da bei Jahreseinkommen über 200.000 oder wo man auch immer eine Grenze ziehen will viel mehr Flexibilität vorstellen. Wie gesagt, guter Ansatz aber chancenlos. Das Theater um die Steuerreform springt immer mal wieder ins Sommerloch.

  • "eine Vereinfachung ist unbedingt nötig, aber auch bei diesem Modell profitiert man umso mehr, je mehr man verdient"

    Nachgerechnet werden müsste hier erst einmal, ob nicht diejenigen, die heute teils deutlich weniger als 25% Steuern zahlen, selbst unter Berücksichtigung der Freibeträge dann mehr Steuern zahlen müssten.

  • Ich habe aus einem einfachen Grund dagegen gestimmt - ich finde in dem Konzept nirgends etwas zu den Sozialabgaben. Rund wird die Sache nämlich erst, wenn unterschiedslos sämtliche Einkommen auch zur Füllung der Sozialkassen herangezogen werden, und zwar ohne jede Ausnahmeregelung oder Deckelung durch Beitragsbemessungsgrenzen.



    Sozialabgaben sind abzuschaffen, ein Staat, der Steuern erhebt, hat damit auch für die umfassende soziale Sicherung seiner Büger zu sorgen und für entsprechende Rahmenbedingungen, dass jeder Erwerbsfähige sich seinen Lebensunterhalt erwerben kann!

  • "eine Vereinfachung ist unbedingt nötig, aber auch bei diesem Modell profitiert man umso mehr, je mehr man verdient"

    Nachgerechnet werden müsste hier erst einmal, ob nicht diejenigen, die heute teils deutlich weniger als 25% Steuern zahlen, selbst unter Berücksichtigung der Freibeträge dann mehr Steuern zahlen müssten.



    Ein gerechtes Steuersystem muss Fleiss und Leistung belohnen, damit sich jeder anstrengt! Allerdings muß der Staat auch Voraussetzungen schaffen, die es jedem, der will und kann, ermöglichen, fleissig zu sein und Leistung zu erbringen! Nur wer definitiv ein Handicap hat, muß Unterstützung bekommen, um ein menschenwürdiges Leben im Rahmen des durchschnittlichen Standard zu führen!

  • Abstrichslos bestimmt nicht. Er hat ja auch daran gefeilt. Es ist auf jeden Fall ein guter Ansatz, aber bei den Spitzensteuersätzen hat er doch etwas zu tief gegriffen. Das ist ja auch das was ihn angreifbar macht. Die wirklich Reichen werden damit stark begünstigt. Ich verstehe nicht warum er da nicht gelernt hat. Man könnte sich da bei Jahreseinkommen über 200.000 oder wo man auch immer eine Grenze ziehen will viel mehr Flexibilität vorstellen. Wie gesagt, guter Ansatz aber chancenlos. Das Theater um die Steuerreform springt immer mal wieder ins Sommerloch.



    Mit zweihunderttausend Euro Jahreseinkommen sind derzeit rund 80 000 Euro an Steuern weg, obwohl man absolut nicht zu den Reichen zählt und die Sozialbeiträge ja auch noch zu Buche schlagen. Dass man damit gut leben kann, keine Frage!

    Das Steuersystem müsste zumindest die Inflation einbeziehen, denn heute ist zwar der prozentuale EK-Steuersatz gesenkt worden, im Vergleich zu Kohls Zeiten, doch zugleich auch die Grenzeinkommen, ab denen er einsetzt, so das viele mehr Steuern zahlen müssen als früher! Bei Adenauer war es noch das 17 fache eines Durchschnittseinkommens, ab dem der Höchststeuersatz griff, heute ist es das etwa 1, 4 fache! Zu Kaisers Zeiten betrug der Höchststeuersatz der EK-Steuer gerade mal 12 %, derzeit mit Soli 45%! Und der Staat hat trotz jährlichen wachsenden Steueraufkommens angeblich kein Geld!

    Wenn man allerdings jedes Jahr ca. eine Billion Euro BIP nicht ermöglicht, weil die Rahmenbedingungen falsche Anreize setzen, muß man sich nicht wundern!

  • Ein gerechtes Steuersystem muss Fleiss und Leistung belohnen, damit sich jeder anstrengt! Allerdings muß der Staat auch Voraussetzungen schaffen, die es jedem, der will und kann, ermöglichen, fleissig zu sein und Leistung zu erbringen!


    Wie soll der Staat denn Fleiss und Leistung beurteilen? Nach dem Gehalt geht das ja wohl nicht! Ein Sesselpupser leistet ja nicht automatisch mehr und ist nicht automatisch fleissiger als die Reinigungsfachkraft, nur weil am Ende des Monats mehr Geld auf seinem Konto landet.


    Und selbst wenn man nur die Reinigungsfachkräfte jeweils unter sich betrachtet: Wie erfasst man die Leistung? In Quadratmeter / (Stunde * Summe(Fehlerschwere * Fehlerhäufigkeit)?
    Und wie würde man als Staat Leistung und Fleiss bei Sesselpupsern messen?


    Ist das nicht bürokratischer Overkill? Das Unternehmen sollte die Leistung messen und auch honorieren, das ist nicht die Aufgabe des Staates.

  • Ein einfacheres Steuersystem wäre natürlich schön.


    Macht man aber alles gleich (z.B. Single wird gleich besteuert wie Familie) dann sehe ich es kommen dass bald darauf die Familien (oder anderen überdurchschnittlich stark belasteten, und bisher durch das Steuersystem entlasteten, Gruppen) auf ein anderes Amt rennen dürfen, und die eingesparten Steuerformulare dann eben auf diesem Atm ausfüllen müssen; im Zweifel auf zig Ämter, womit der Gesamtaufwand dann steigt.


    Da ich nicht weiß, wie Herr Kirchhoff sich die notwendigen Entlastungen vorstellt (Fällt weg | Pauschaler Freibetrag | Gruppen bekommen auf Antrag Hilfe vom Staat), kreuze ich erstmal keine Antwort an.

  • ... problem mit dem kirchhof-modell ist, dass alle, die wegen steuerbegünstigter oder -freier zulagen für erschwernisse ein einigemaßen anständiges netto-entgelt erhalten, mit einem schlag eine lohnkürzung von 10%-30% würden hinnehmen müssen, da im gegenzug alle steuervergünstigungen gestrichen werden sollen.
    das halte ich für undurchführbar.


    ausserdem ist das untere lohnsegment klar benachteiligt, da die freibeträge sicherlich nicht proportional steigen dürften, um die differenz zum status quo voll auszugleichen. oben hingegen gibt es klare gewinner. ab rd. 44tsd zve geht die gewinner-range los... alle darunter bezahlen dafür, siehe zum vergleich die aktuelle steuertabelle: Steuertarif grafisch darstellen (1999-2011) in Javascript, online
    insgesamt nur wahlkampf-moorrüben, die vor die nase gehängt werden.
    aber die locken nicht mal die eigenen leute...


    im focus steht dazu:
    "Mit seinen Plänen zur radikalen Vereinfachung des Steuersystems in Deutschland macht Paul Kirchhof wieder von sich reden. Nun distanziert sich die CSU von den Ideen Kirchhofs. Die Ideen werden interessiert betrachtet, aber von der CSU als nicht umsetzbar eingeschätzt, da sie nicht die Komplexität des Lebens erfassen."


    Kirchhofs Steuermodell: CSU distanziert sich von Kirchhofs Steuerplänen - Weitere Meldungen - FOCUS Online

    3 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()


  • "... Die Ideen werden interessiert betrachtet, aber von der CSU als nicht umsetzbar eingeschätzt, da sie nicht die Komplexität des Lebens erfassen."


    Wenigstens tragen sie aber nicht so wie das bisherige Steuerwirrwarr dazu bei, die "Komplexität des Lebens" immer noch weiter zu erhöhen. :wink5:


    Im gut gemeinten (aber nicht gut gemachten) Versuch, Gerechtigkeit zu erzielen, ist das Steuersystem ständig komplizierter und für den Normalbürger immer ärgerlicher, zeitraubender und unverständlicher geworden, wobei absolute Gerechtigkeit ohnehin unmöglich ist:
    Beispielsweise soll jemand, der auf dem Land wohnt, dafür entschädigt werden, täglich weite Wege zur Arbeit zurücklegen zu müssen. Folglich kann er sich einen Teil der Fahrtkosten erstatten lassen. Was aber bekommt der Stadtmensch erstattet, der zwar keine weiten Wege zurücklegen, aber dafür höhere Mieten zahlen muss?


    Kurz: Wie man es auch macht, irgendjemand fühlt sich immer benachteiligt. Deshalb sollte man besser gleich das Steuersystem radikal vereinfachen und hinnehmen, dass es nicht 100%ig gerecht sein kann. Die dadurch insgesamt einsparbaren Kosten und der enorme Zeitgewinn sollten letztlich allen zugute kommen.

  • (...)
    Im gut gemeinten (aber nicht gut gemachten) Versuch, Gerechtigkeit zu erzielen, ist das Steuersystem ständig komplizierter und für den Normalbürger immer ärgerlicher, zeitraubender und unverständlicher geworden, wobei absolute Gerechtigkeit ohnehin unmöglich ist:
    (...)
    Kurz: Wie man es auch macht, irgendjemand fühlt sich immer benachteiligt. Deshalb sollte man besser gleich das Steuersystem radikal vereinfachen und hinnehmen, dass es nicht 100%ig gerecht sein kann. Die dadurch insgesamt einsparbaren Kosten und der enorme Zeitgewinn sollten letztlich allen zugute kommen.



    ... aber bitte nicht durch die eingewachsenen strukturen willkürlich ohne ansehen der einzelschicksale schneiden und der gewünschten vereinfachung wegen die existenzen der betroffenen opfern.


    wenn jemand wegen der besteuerung von zulagen plötzlich bsp. von 1600€ auf 1300€ netto zurück fällt, muss das irgendwie ausgeglichen werden, sonst brennt hier ganz schnell die luft...:cornut:


    der lapidare hinweis auf generell zu akzeptierende grenzungerechtigkeiten zieht da nämlich nicht. hier geht es um den vollen kühlschrank und schuhe für die kinder etc...
    sollen dann vllt. als übergangslösung nahrungsmittelbezugsscheine oder wohlfahrtmarken an vorher noch in würde lebende vollzeitarbeitskräfte im krankenhaus oder bei der feuerwehr, im öpnv und im stahlwerk u.v.m. ausgegeben werden? :thinking-020:

    5 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()