Reform des Steuersystems?


  • Na eben - die, die soviel Einkommen haben zahlen ja trotzde auch bei einer Flat-Tax ein entsprechendes Mehr an Einkommenssteuer.
    Dass Argument, dass, weil sie für die Bildung ihrer Kinder, ihrer Altersabsicherung oder ihre Krankenversicherung sogar noch WENIGER staatliche, steuerfianzierte Leistungen in Anspruch nehmen sie überproportional MEHR Steuern zahlen müssen damit es gerecht ist, kann ich nicht nachvollziehen.


    Nehmen wir mal an du und ich und X wohnen in einer WG wobei du und X 10.000 EUR im Jahr verdienen, ich 20.000 EUR im Jahr verdiene.
    Wir vereinbaren jeder gibt 20% seines Einkommens in einen Topf um gemeinsame Dinge zu finanzieren, d.h. du und X steuern im Jahr 2000 EUR bei, ich 4000 EUR.
    Davon wird die Miete bezahlt das, Telefon, Internet, gemeinsame Grundnahrungsmittel etc. pp, Hausratsversicherung.
    Weil mir aber einiges nicht passt lege ich mir auf eigene Kosten noch einen Internetanschluss, versichere meinen Teil am Hausrat nochmal besser zusätzlich und kaufe mir dann doch mein eigenes Brot zum Frühstück OHNE meinen Anteil am "Topf" zu reduzieren.
    Und nun kommst du und meinst deswegen müsse ich ab sofort nicht mehr nur 20% in den Topf tun sondern 30%.
    Warum bitte soll das dann gerecht sein?


  • Wo ist denn da die staatliche Gewalt?
    Bin ich die Exekutive, du die Legislative und X die Judikative?
    Wer soll dich denn da noch beklauen?
    Blödes Beispiel .....
    In einem solchen Fall wäre ich dafür, daß jeder Mitbewohner einen gemeinsam zu ermittelnden Grundbedarf zu je einem Drittel trägt, unabhängig vom Einkommen.....
    .....überrascht?

  • Freibeträge greifen aber bei niedrigen Einkommen nicht, die werden da nämlich nicht erreicht. Ist schon schwer für eine Person.
    Es sollen sich die beteiligen müssen, die es können. Und das beziehe ich auf das komplette Sozial- und Steuersystem.
    .............................



    Ich bin für Mindestlöhne und eine exakte Bewertung der Arbeitsleistungen! Auch bin ich für ein Recht auf Arbeit, damit niemand, der seinen Lebensunterhalt nicht aus anderen Quellen bestreiten kann, sondern mit Arbeit verdienen muß, von dieser ausgeschlossen wird! Wenn dennoch dann das Einkommen so niedrig ist, dass Freibeträge nicht oder nur zum Teil greifen, muß der Staat Stützungen zahlen! Auch habe ich nicht verlangt, Kindergeld oder andere Zuwendungen zur Unterstützung Bedürftiger zu streichen!

  • Ich bin für Mindestlöhne und eine exakte Bewertung der Arbeitsleistungen! Auch bin ich für ein Recht auf Arbeit, damit niemand, der seinen Lebensunterhalt nicht aus anderen Quellen bestreiten kann, sondern mit Arbeit verdienen muß, von dieser ausgeschlossen wird! Wenn dennoch dann das Einkommen so niedrig ist, dass Freibeträge nicht oder nur zum Teil greifen, muß der Staat Stützungen zahlen! Auch habe ich nicht verlangt, Kindergeld oder andere Zuwendungen zur Unterstützung Bedürftiger zu streichen!



    Alles schön und gut. Erhebt sich aber die Frage in welcher Höhe sich denn solch ein Mindestlohn bewegen soll?
    Habe gerade gestern oder vorgestern gelesen, dass ein Mindestlohn von 10,-- € pro Stunde bei durchgehender Beschäftigung lediglich zu einer Armutsrente auf HARTZ IV-Niveau führt.
    Weiterhin, wie gedenkt man der Tatsache entgegen zu wirken, dass bestimmte Branchen Teilzeit- oder geringfügige Beschäftigungen bevorzugen?
    Da müsste dann der Gesetzgeber eingreifen; ist das überhaupt rechtlich möglich?
    Das Thema ist vielschichtig, wie man sieht.
    Wären nicht grundsätzliche Ãœberlegungen angebracht bzgl. Arbeitsbegriff und Arbeitsverteilung?
    Das sind Fragen denen man geflissentlich aus dem Weg geht, und das seit Jahren schon.
    Aber, ich denke wir geraten jetzt off topic; das hat nur noch am Rande etwas mit der Steuerreform zu tun.

  • Wo ist denn da die staatliche Gewalt?
    Bin ich die Exekutive, du die Legislative und X die Judikative?
    Wer soll dich denn da noch beklauen?
    Blödes Beispiel .....


    Wirklich blödes Beispiel? Ich würde eine Menge Dinge die heute per Steuern finanziert werden allerdings unter "gemeinsam zu ermittelnden Grundbedarf " einorden.


    Zum Beispiel alles was mit der Daseinsvorsorge zu tun hat, wie Grundversorgung, Infrastruktur, Bildung und Gesundheit.


    Was dann noch überbleibt, nämlich innere Sicherheit, Gesetzgebung und Rechtsprechung, das wäre vermutlich mit einer Einkommenssteuer von 5% Flat locker zu finanzieren - und da müsste man dann auch kaum noch eine Gerechtigkeitsdebatte führen.



    In einem solchen Fall wäre ich dafür, daß jeder Mitbewohner einen gemeinsam zu ermittelnden Grundbedarf zu je einem Drittel trägt, unabhängig vom Einkommen.....
    .....überrascht?


    Hmm - du wärst also für eine Kopfpauschale zur Finanzierung eines gemeinsam zu ermittelnden Grundbedarfes?

  • ....
    Hmm - du wärst also für eine Kopfpauschale zur Finanzierung eines gemeinsam zu ermittelnden Grundbedarfes?


    Klaro. In einer WG treffen sich für gewöhnlich Menschen mit ähnlichen Einkommen, habe früher selber mal in nacheinander 3 WG's gewohnt.
    Da haben wir uns jeweils auf eine "Kopfpauschale" geeinigt, das war ganz leicht, und darum ist dein Beispiel immer noch ein blödes Beispiel.

  • Klaro. In einer WG treffen sich für gewöhnlich Menschen mit ähnlichen Einkommen, habe früher selber mal in nacheinander 3 WG's gewohnt.
    Da haben wir uns jeweils auf eine "Kopfpauschale" geeinigt, das war ganz leicht, und darum ist dein Beispiel immer noch ein blödes Beispiel.


    Ich habe auch in WGs gewohnt und da gab es teils aber merkliche Unterschiede in den Einkommen.
    Dass da das "bestverdienenste" WG-Mitglied ein doppelt so hohes Einkommen wie das ärmste WG-Mitglied hatte war so ungewöhnlich nicht.


    Im übrigen ist die Frage wie es nun in WGs tatsächlich zugeht für das Beispiel völlig irrelevant und dein Versuch darauf abzulenken doch etwas durchsichtig.

  • Ich bin für Mindestlöhne und eine exakte Bewertung der Arbeitsleistungen!


    Ach? Und wie soll das gehen?


    Zitat von grauer kater

    Auch bin ich für ein Recht auf Arbeit, damit niemand, der seinen Lebensunterhalt nicht aus anderen Quellen bestreiten kann, sondern mit Arbeit verdienen muß, von dieser ausgeschlossen wird!


    Dieses Recht gibt es schon, jeder kann arbeiten. Was es nur nicht gibt, ist das Recht auf Bezahlung der Arbeit. Du kannst also ein Buch schreiben, ein Computerspiel programmieren, gebratene Würstchen oder Handwerksleistungen anbieten. Aber Du kannst niemanden zwingen, Dein Buch, Computerspiel oder Würstchen zu kaufen oder Deine Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.
    Es wird niemand ausgeschlossen.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Ich habe auch in WGs gewohnt und da gab es teils aber merkliche Unterschiede in den Einkommen.
    Dass da das "bestverdienenste" WG-Mitglied ein doppelt so hohes Einkommen wie das ärmste WG-Mitglied hatte war so ungewöhnlich nicht.


    Im übrigen ist die Frage wie es nun in WGs tatsächlich zugeht für das Beispiel völlig irrelevant und dein Versuch darauf abzulenken doch etwas durchsichtig.


    :out:Ich lenke ab?
    Ach so, das sollte ein Scherz sein.
    Wer hat denn mit dem WG-Unfug angefangen?

  • :out:Ich lenke ab?
    Ach so, das sollte ein Scherz sein.
    Wer hat denn mit dem WG-Unfug angefangen?


    Das Problem war wohl eher dass du deine "gefühlte Gerechtigkeit" nicht mal mit Argumenten verkleiden, geschweige denn begründen konntest.


    Warum soll für die Finanzierung von "gemeinsam zu ermittelnden Grundbedarf " beim Zusammenleben von 4 oder 5 Menschen eine Lösung gerecht sein, welche beim Zusammenleben von 1000, 100.000 oder 10. Mio Menschen nicht gerecht ist bzw. vice versa?

  • Ach? Und wie soll das gehen?
    Dieses Recht gibt es schon, jeder kann arbeiten. Was es nur nicht gibt, ist das Recht auf Bezahlung der Arbeit. Du kannst also ein Buch schreiben, ein Computerspiel programmieren, gebratene Würstchen oder Handwerksleistungen anbieten. Aber Du kannst niemanden zwingen, Dein Buch, Computerspiel oder Würstchen zu kaufen oder Deine Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.
    Es wird niemand ausgeschlossen.
    Gruß Verbalwalze



    Man kann natürlich alles anders auslegen, als es gemeint ist! Wenn Dir Recht auf Arbeit nicht gefällt, dann eben ein Recht auf ein Einkommen durch Arbeit, dass bei durchschnittlichem Zeitaufwand einen zumindest durchschnittlichen Lebensstandard sichert! Wenn der Staat dafür nicht die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen vermag, ist er veränderungsbedürftig!

  • Man kann natürlich alles anders auslegen, als es gemeint ist! Wenn Dir Recht auf Arbeit nicht gefällt, dann eben ein Recht auf ein Einkommen durch Arbeit, dass bei durchschnittlichem Zeitaufwand einen zumindest durchschnittlichen Lebensstandard sichert! Wenn der Staat dafür nicht die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen vermag, ist er veränderungsbedürftig!


    Mit anderen Worten: Du plädiertst dafür, dass jeder der nicht willens und/oder in der Lage ist sich in der Wirtschaft einen Arbeitsplatz zu suchen oder zu schaffen vom Staat angestellt wird?

  • Paul Kirchhof startet einen neuen Versuch, das Steuersystem radikal zu reformieren...


    Radikales Steuerkonzept: Kirchhof feiert seine Bierdeckel-Revolution - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft


    Was ist eure Meinung dazu?


    Es ist schwierig, über eine Idee zu urteilen,
    bei der man nur den formalen Teil der Aussagen kennt.
    Valides Datenmaterial und die entsprechenden Berechnungen
    findet man in solchen Fällen eigentlich nie.


    Gegen eine Vereinfachung des Steuersystems dürften die wenigsten
    Bürger Einwendungen haben.


    Kirchhof (wie auch ehemals Friedrich Merz) versuchen aber unter Vorspiegelung
    falscher Tatsachen den Leuten ein X für ein U vorzumachen,
    beide waren ja für die INSM tätig, wen wundert dann das Ergebnis ihrer "Studien"?


    Ein Spitzensteuersatz von 25% bei gleichzeitigem Reduzieren diverser Begünstigungen
    soll suggerieren, dass damit mehr Steuergerechtigkeit im Land einziehen
    und die Reichen endlich wieder Steuern zahlen würden.


    Die Tatsache, dass es einige Reiche gibt, die sich im bisherigen System
    quasi arm rechnen können, ändert aber nichts an der Tatsache, dass
    im oberen Einkommensbereich derzeit der effektive Steuersatz
    im Schnitt über 25% liegt. Zu dieser Gruppe dürfte auch Herr Kirchhof selbst gehören.


    Das bedeutet, dass im oberen Einkommensbereich nach Umsetzung des Kirchhofschen
    Steuerkonzepts der Staat in Summe weniger Einnahmen hätte.
    Was ich Herrn Kichhof fragen würde:
    Wenn oben im Schnitt weniger Einkommenssteuer bezahlt würde,
    wer zahlt dann zukünftig mehr?