Zeit des Kolonialismus: Versklavung und Ausbeutung Afrikas

  • noch mit Blick auf die gegenwärtigen Zentren der Sexindustrie, die allesamt nicht im islamischen Kulturraum liegen.


    Na ja, ob die Sex-Industrie so florieren würde wenn wir im "christlichen Abendland" noch steinigen würden? Ich glaube viele würden sich ihre krummen Geschäfte schwer überlegen.

  • Na ja, ob die Sex-Industrie so florieren würde wenn wir im "christlichen Abendland" noch steinigen würden? Ich glaube viele würden sich ihre krummen Geschäfte schwer überlegen.


    Im Sklavenhandel bzw. Menschenhandel verhält es sich ja so, daß die Opfer nicht gefragt werden, ob sie so leben und arbeiten wollen.


    Das ist das Haus, in dem die Menschenhändler ihre Opfer untergebracht haben:



    Das ist der Strich (Ravensberger Straße), an dem die versklavten Jugendlichen arbeiten mußten:



    Und zu behaupten, daß das christliche Europa, Afrika nur zivilisiert habe, fällt in die gleiche Kategorie wie daß es in Europa auf Grund des ethischen Fortschritts keine Sklaverei mehr gebe, allenfalls Kriminalität.
    Es gibt viele Wege, sich die Realität schönzureden und gerade zu biegen (und damit bist du, Wudi, ganz sicher nicht gemeint).

  • Und zu behaupten, daß das christliche Europa, Afrika nur zivilisiert habe, fällt in die gleiche Kategorie wie daß es in Europa auf Grund des ethischen Fortschritts keine Sklaverei mehr gebe, allenfalls Kriminalität.


    Nein, das "christliche" Europa hat durch die Kolonialisierung und Missionierung den Ländern ihre Kultur weggenommen, wir nennen es zivilisiert. Eine "Zivilisation" die nach Europa passt muss eine andere Kultur nicht unbedingt zum Positiven verändern.

  • Na ja, ob die Sex-Industrie so florieren würde wenn wir im "christlichen Abendland" noch steinigen würden? Ich glaube viele würden sich ihre krummen Geschäfte schwer überlegen.

    Die kriminelle Sexindustrie, bzw. das damit verbundene organisierte Verbrechen, florierten und florieren zu allen Zeiten. In den meisten Ländern ist dergleichen heute unter Strafe gestellt (bei unterschiedlicher Verfolgungsintensität und konkreter Verfolgungsmöglichkeit).


    Hier im thread geht es ja um staatlich sanktionierte (legale) Sklaverei (meinetwegen als Nebenthema auch noch um religiös sanktionierte). In den hier thematisierten europäischen (oder auch "westlichen") Staaten wurde sie bis Mitte des 19. Jahrhunderts endgültig abgeschafft (wobei die ewig mitthematisierte katholische Kirche das lange zuvor gefordert und klargestellt hatte).


    Dabei geht es (zumindest mir) auch um keine "Ãœberlegenheit" irgendwelcher Systeme oder Religionen, sondern um das Faktum der Abschaffung als Datum. Postuliert war ja, dass gerade Europa behelfs Sklaverei im Kolonialismus des 19. Jahrhunderts aktiv war. Das ist aber als generelle Aussage nicht haltbar. Das war aufzuzeigen.


    Unter Sklaverei versteht man, neben allen modernen "Erweiterungen" des Begriffs, grundsätzlich, dass der versklavte Mensch als Sache betrachtet wird und ins Eigentum des Sklavenhalters übergeht.


    Exkurs:
    Anderes gilt für andere Abhängigkeitsverhältnisse. So ist etwa bei der Leibeigenschaft des Feudalismus, mit der man viele moderne Abhängigkeiten vergleichen mag, der Mensch keine Sache und damit Eigentum im Sinne des Sachenrechts von irgendwem, sondern sie ist gekennzeichnet von höchstpersönlichen Diensten (Frondienste), die nach Art eines Kollektivs dem (Grund-) Herren zu erbringen sind (Erntehilfe, Strassen- und Brückenbau, Handwerksdienste etc.), sowie damit zusammenhängende Beschränkungen. Diesen standen (natürlich) Verpflichtungen dieses Herrn gegenüber. Als das kollektive Austauschsystem nicht mehr funktionierte und einseitiger wurde, war ein erster Grundstein zur späteren Revolution gelegt.


  • Unter Sklaverei versteht man, neben allen modernen "Erweiterungen" des Begriffs, grundsätzlich, dass der versklavte Mensch als Sache betrachtet wird und ins Eigentum des Sklavenhalters übergeht.

    Exkurs:
    Anderes gilt für andere Abhängigkeitsverhältnisse. So ist etwa bei der Leibeigenschaft des Feudalismus, mit der man viele moderne Abhängigkeiten vergleichen mag, der Mensch keine Sache und damit Eigentum im Sinne des Sachenrechts von irgendwem, sondern sie ist gekennzeichnet von höchstpersönlichen Diensten (Frondienste), die nach Art eines Kollektivs dem (Grund-) Herren zu erbringen sind (Erntehilfe, Strassen- und Brückenbau, Handwerksdienste etc.), sowie damit zusammenhängende Beschränkungen. Diesen standen (natürlich) Verpflichtungen dieses Herrn gegenüber. Als das kollektive Austauschsystem nicht mehr funktionierte und einseitiger wurde, war ein erster Grundstein zur späteren Revolution gelegt.



    Das sind die entscheidenden Punkte, die ich wegen der von mir den Usern hier unterstellten Bildungshöhe auszuführen unterlassen habe. Danke dafür!
    Si firecreek tacuisset, philosopha mansisset!

    Einmal editiert, zuletzt von Stillicho ()

  • Ja doch. Nur hier gehts ja um:
    Zeit des Kolonialismus: Versklavung und Ausbeutung Afrikas
    Da weiss man, was gemeint ist. Wir können aber, an anderer Stelle, mal erörtern, welche Staaten heute noch Zwangsprostitution und Zwangsarbeit zulassen.


    Hier gehts auch um die Definition von Sklaverei und ihre weiterreichenden Folgen und Nachwirkungen bis heute.
    Wenn es so strikt um Kolonialismus ginge, dann müsste der Islam weitestgehend aus dieser Debatte über Afrika herausgehalten werden, denn Kolonialmächte waren die Muslime nicht.

  • Hier gehts auch um die Definition von Sklaverei und ihre weiterreichenden Folgen und Nachwirkungen bis heute.
    Wenn es so strikt um Kolonialismus ginge, dann müsste der Islam weitestgehend aus dieser Debatte über Afrika herausgehalten werden, denn Kolonialmächte waren die Muslime nicht.


    Am Ende eines wiki-Artikels zum African slave trade (der auch die gespaltene Rolle des Vatikan und den Freifahrtschein der anglikanischen Kirche in Sachen Sklavenhandel behandelt) findet sich mit Blick auf die postkoloniale Gegenwart folgender passus:


    "Although outlawed in nearly all countries today, slavery is practiced in secret in many parts of the world.[77] There are an estimated 27 million victims of slavery worldwide.[78] In Mauritania alone, up to 600,000 men, women and children, or 20% of the population, are enslaved, many of them used as bonded labour.[79][80] Slavery in Mauritania was finally criminalized in August 2007.[81] It is estimated that as many as 200,000 Sudanese children and women have been taken into slavery in Sudan during the Second Sudanese Civil War.[82][83] In Niger, where the practice of slavery was outlawed in 2003, a study found that almost 8% of the population are still slaves.[84][85] In many Western countries, slavery is still prevalent in the form of sex slavery.[86]


    African slave trade - Wikipedia, the free encyclopedia

  • [ame=http://www.youtube.com/watch?v=1sMCfVx0H0U&feature=related]1791 - Der Sklavenaufstand von Haiti - YouTube[/ame]


    Die Auswirkungen der Revolution in Frankreich auf Haiti

  • Ein Brief, den mir ein Freund zugespielt hat und der von einem gewissen Piet Naude (also von einem Buren/Afrikaaner) geschrieben wurde.
    Piet Naude unterrichtet an der Universität von Port Elizabeth in Süd Afrika.


    Ich stelle diesen Brief nur in das Forum um zu zeigen wie verschieden die europäische Mentalität zu afrikanischen ist und das man Ereignisse in Afrika ganz einfach nicht aus dem europäischen Gesichtspunkt bewerten kann.



    HOW AFRICA SEES MORALITY.



    I received a very interesting e-mail from an academic colleague. Let us call her Vuyo Thipa . (I was disappointed she still felt the need for anonymity – I thought we had a democracy. I later saw my mistake).
    We were discussing the influence of culture on moral norms and ideals. The tricky question of cultural relativism came up: can one culture judge the norms of another culture where there are conflicting ways of seeing the world?
    Vuyo, a sociologist, then wrote:
    “The basic problem in South Africa is that our lauded constitution has been a triumph for Western thinking and a suppression of African cultural norms. The constitution is based on the rights of individuals as individuals.
    “It assumes a concept of personhood foreign to traditional African philosophy where person and community (read: tribe) are inextricably connected. This is expressed in the famous adage of ubuntu: ‘I am a person through other persons’â€.
    She continued: “Africa never underwent an Enlightenment in the Western European sense. But Africa is now asked to live under those values.
    “This is a form of cultural colonialism and grossly unfair. In this context our constitution is like a foreign heart transplanted into a non-compatible body.â€
    I asked her what she exactly meant.
    “The thinking behind our constitution assumes low respect for authority in itself, because a critical mindset requires one to constantly question authority and subject the actions from those in authority to close public scrutiny.
    “The will of the people – universal suffrage – is also premised upon the notion that leadership is the outcome of popular consultation. African leadership through the ages has been hereditary and not subject to each member of the tribe’s consent.
    “In fact, the question of who would be leader rarely arose, as the answer was embedded in the social tradition of succession.
    “Our constitution views the leader as servant of the people whereas in African thinking the leader is seen as a corporate personality. He (Africa is a deeply; patriarchal continent) is not merely representing the people, but embodies the very being of the people themselves.
    “The people ‘are’ through the leader.â€
    I pressed Vuyo for some real examples.
    “Look at the strange western idea of conflict of interest. Such a notion assumes that an individual acts by her own rational decisions severed from tribal considerations.
    “Because I am through others, and these ‘others’ are the members of my clan, it is my social duty to promote their interest. To do otherwise and act ‘with declaration of interest’ is a foreign notion of benefit distribution.â€
    “Is that why Roux Shabangu calls the minister of public works his ‘older sister’? I asked.
    “Exactly. What has happened in South Africa is that the ANC is the new tribe. Its leaders are te chiefs.
    “If they buy expensive cars and live in luxury, they embody the people. The people – though materially poor – are rich in and through them.
    “A chief must be rich otherwise the tribe has no pride. That is why – despite Western notions of ‘failure’ – the tribe only lost 2% of the recent vote.
    “To vote against the ANC is social insanity – how does one step out of a tribe?â€
    “What about Mr. Zuma?â€
    “Mr. Zuma is the best president we yet have had. Both (Nelson) Mandela and (Thabo) Mbeka betrayed their roots.
    “They were corrupted by colonial education. Mandela even lost his Xhosa language roots and became famous for English letters.
    “Zuma is a perfect blend of old and new: he is rich in the traditional sense of wives, children and lang. But he is also rich in new, colonial material possessions.
    “To call support for his lifestyle ‘corruption’ is to completely misread the underlying cultural code.â€
    “But surely the ANC has embraced the constitution?â€
    “It depends on what you mean. Yes, they had to negotiate on the dominant Enlightenment basis.
    “But you can see it is lip-service. The body of the tribe constantly rejects the foreign transplanted flesh.â€
    “Examples?â€
    “Yes, look at the secrecy bill. How can you show such deep disrespect to allow publication of sensitive information about the chiefs? It is culturally impermissible and unthinkable that the ‘authority distance’ be breached in this way.
    “Do newspaper people have no sense of shame? And you will see that where black news reporters (and Jewish cartoonists) pursue this, they represent the financial and cultural interests of their owners.
    “Further: how can you appoint a judiciary that functions independently of the tribe? Advisors at the traditional African indaba were from the inside.
    “They would ask polite questions, but would never publicly challenge the chief.â€
    I got very uncomfortable. “Is this not essentialism and new racism?†I asked.
    “Call it what you want, but this is the unspoken beliefs of millions of ordinary African South Africans. (Julius) Malema plays this game to perfection.
    “The coconuts just do not want to acknowledge this inconvenient truth.â€
    I was offended, and wrote again.
    “I am out of the office and will not be able to respond to e-mails.â€

    Piet Naude – Lecturer at University of Port Elizabeth.

  • Ein Brief, den mir ein Freund zugespielt hat und der von einem gewissen Piet Naude (also von einem Buren/Afrikaaner) geschrieben wurde.
    Piet Naude unterrichtet an der Universität von Port Elizabeth in Süd Afrika.


    Ich stelle diesen Brief nur in das Forum um zu zeigen wie verschieden die europäische Mentalität zu afrikanischen ist und das man Ereignisse in Afrika ganz einfach nicht aus dem europäischen Gesichtspunkt bewerten kann.



    HOW AFRICA SEES MORALITY.


    Ok...interessant, eigentlich bestätigt es nur meine Meinung, Afrika lebt im 21. Jhdt. nach den Regeln von 1000 vor Christus.
    Vor allem wenn man das dann noch so vehement verteidigt.....

  • Ok...interessant, eigentlich bestätigt es nur meine Meinung, Afrika lebt im 21. Jhdt. nach den Regeln von 1000 vor Christus.
    Vor allem wenn man das dann noch so vehement verteidigt.....


    Wobei das noch nichts darüber aussagt, ob die Regeln des 21. Jahrhunderts besser sind.

  • Ein Brief, den mir ein Freund zugespielt hat und der von einem gewissen Piet Naude (also von einem Buren/Afrikaaner) geschrieben wurde.
    Piet Naude unterrichtet an der Universität von Port Elizabeth in Süd Afrika.

    Ich stelle diesen Brief nur in das Forum um zu zeigen wie verschieden die europäische Mentalität zu afrikanischen ist und das man Ereignisse in Afrika ganz einfach nicht aus dem europäischen Gesichtspunkt bewerten kann.



    Sehr gut, ich habe mir den Text ausgedruckt, was ich ganz selten tue.

  • “The basic problem in South Africa is that our lauded constitution has been a triumph for Western thinking and a suppression of African cultural norms. The constitution is based on the rights of individuals as individuals.
    “It assumes a concept of personhood foreign to traditional African philosophy where person and community (read: tribe) are inextricably connected. This is expressed in the famous adage of ubuntu: ‘I am a person through other persons’â€.
    She continued: “Africa never underwent an Enlightenment in the Western European sense. But Africa is now asked to live under those values."


    Dann wollen wir das mal zu Ende denken:Zwar bedient sich Afrika der modernen, nachaufklärerischen Technologie (Computer, Maschinen, Flugzeuge etc.), aber die Kultur ist voraufgeklärt, weshalb weder ein demokratisches Bedürfnis, noch ein Wunsch nach der Einhaltung von Menschenrechten besteht und der Stammesdiktator aus afrikanischer Sicht das politische role model schlechthin ist. Wer in Afrika Menschenrechte einfordert oder die Korruption geißelt. mißt den Koninent mit nicht universalisierbaren, eurozentrischen moralischen Maßstäben, für die der Afrikaner als solcher überhaupt keinen Sinn hat.
    Summed up: Haut ab mit dem Rechtsstaat, Afrika ist anders.
    Die Postmoderne (Lyotard) läßt grüßen: Wem die Diktatur und die Mißachtung des Individuums kulturell eingeboren ist, dem gilt der Rechtstaat und als die eigentliche Bedrohung und dessen Einforderung als Bevormundung.


    Es kommt noch so weit, daß wir den Rechtsstaat als eine regionale Errungenschaft betrachten, und die moderne Technologie in die Hände von Stammesfürsten legen, die dann mit ihren modernen Instrumenten traditionale Herrschaftsstrukturen verteidigen und dies alles im Namen des kulturellen Pluralismus.
    Wenn in Afrika Kriege mit Kalaschnikow und Leos geführt werden, Afrika militärisch also durchaus in der Moderne angekommen ist, dann ist logisch betrachtet nicht einzusehen, warum sich die Politik und das Recht nicht auch auf den Weg der Moderne begeben können. Man kann sich das Zeugs nicht so herauspicken, wie es einem gerade paßt. Das geht zwar in der (philosophischen) Literatur, gilt aber nicht für die reale Geschichte. Wer A sagt, muß auch B sagen, also wer Massenvernichtungswaffen einsetzt, muß auch das Wissen um die Rechtmäßigkeit oder Unrechtmäßigkeit ihres Einsatzes haben. Sätze wie: in Afrika exitsiert kein Begriff des Individuums (weshalb die Opfer am Ende auch nicht zählen), gilt in der moralischen Welt des Rechts nicht.

  • Mir ist es ansich ganz egal, wer welche Kultur hat. Jeder soll nach seiner Facon selig werden - solange -ja, solange diese nicht nach Europea importiert wird und uns damit Probleme aufgezwungen werden.


    Für den Kolonialismus kann ich nichts. Wir leben im 21. JH.

  • Mir ist es ansich ganz egal, wer welche Kultur hat. Jeder soll nach seiner Facon selig werden - solange -ja, solange diese nicht nach Europea importiert wird und uns damit Probleme aufgezwungen werden.


    Für den Kolonialismus kann ich nichts. Wir leben im 21. JH.


    Wo sollen wir denn die Mauer bauen, Kojo?
    Einen limes von Gibraltar bis zum europäischen Teil von Konstaninopel?
    Also gen Süden? Oder auch noch einen Ostwall?
    Was ist, wenn US-Amerikaner nach Europa auswandern wegen der fortgesetzten Krise? Soll Frankreich einen Atlantikwall bauen?

  • Wo sollen wir denn die Mauer bauen, Kojo?
    Einen limes von Gibraltar bis zum europäischen Teil von Konstaninopel?
    Also gen Süden? Oder auch noch einen Ostwall?
    Was ist, wenn US-Amerikaner nach Europa auswandern wegen der fortgesetzten Krise? Soll Frankreich einen Atlantikwall bauen?


    im Süden reicht.