Was sind die Ursachen für eure Arbeitslosigkeit?

  • Ich habe mal sehr ähnlich gedacht, war über 30 Jahre nie arbeitslos, und dann streckt einen die Gesundheit nieder.
    Flexibler kann man schon kaum noch sein als nach 12 Jahren Freelancer im IT-Bereich. Ich war in England, BeNeLux, Polen, Bulgarien, Österreich unterwegs, kenne mich durch eigene ständige Weiterbildung mit zig Softwarepaketen und mit Hardware aus - nutzt alles nichts.


    Mittlerweile summieren sich die Absagen für Festanstellungen etwa auf 420, und die Projekte, für die ich mich beworben habe, da habe ich kaum noch einen Ãœberblick.


    Es ist für mich wirklich nicht Nachvollziehbar wieso ältere Menschen so ungerne eingestellt werden.
    Ich war mal auf einem Seminar und der Seminarleiter (selbstständig) berichtete am Anfang auch von sich. Er hat einen super Lebenslauf mit viel Erfahrung, aber mit 48 war Sense und dann hat er sich halt selbstständig gemacht.
    Ich bin mitte 30, noch habe ich ein paar Jahre Zeit, aber ich habe auch Angst davor irgendwann wegen meines Alters abgelehnt zu werden :(

  • ich denke aber das bei vielen guten Positionen in größeren Firmen auf Netzwerke ankommt. Sowie wie man sich verkauft oder dann halt Präsentiert.


    Fakt ist das man als Ausländer und vor allem wenn man aus einem bestimmten Kreis kommt automatisch schon mal schlechtere Karten hat.


    Ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen. In Europas eines der größten IT Projekte wurde ich im ersten an lauf nicht genommen, ein Paar Kollegen die dort waren haben mich dann empfohlen.


    Im "Vorstellungsgespräch" sah das dann so aus das 5 Leute drinnen waren, die Verantwortlichen meinten das soweit alles passe und alles abgeklärt ist (mit mir hat keiner vorher gesprochen) danach haben wir 30 Minuten über Fußball und das Wochenende gequatscht und Kaffee getrunken.


    Vitamin C ist das einzig wahre...:samepng:

  • Also ich muss sagen, ich habe alle meine Jobs bisher durch Verbindungen bekommen. (Die letzten dann durch Headhunter.)

    Im Laufe der Jahre hat sich ein Netzwerk von Kollegen oder ehemaligen Kollegen aus meinem Fachbereich gebildet. Wir helfen uns gegenseitig bei fachlichen Problemen und wenn mal jemand was sucht dann schauen halten alle Ohren und Augen auf.


  • Gar nix zu haben....wenn sich das verfestigt hat...wirft dann auch kein gutes Licht auf einen - dann ist es besser, etwas zu tun, dass unter der Würde ist...


    Ich sehe eine große Gefahr darin, dass zu viele Menschen Arbeiten annehmen, die "unter ihrer Würde" sind. Dadurch werden diejenigen unter Druck gesetzt, die das Glück haben, noch zu besseren Bedingungen zu arbeiten. Letztlich wird eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, die dazu führt, dass sich die Menschen selbst noch um die schlechtesten Jobs reißen, während sich andere an ihnen eine goldene Nase verdienen.
    Ich wundere mich, dass die Globalisierung bisher fast nur von den großen Firmen zu ihren Gunsten genutzt wird (billig produzieren, teuer woanders verkaufen). Genauso bieten doch Internet und Vernetzung auch den Arbeitnehmern und dem "kleinen Mann" die Möglichkeit, sich abzusprechen und beispielsweise Kampagnen zu starten und organisieren, die zum Beispiel das Motto haben könnten "Ab dem 01.06.2012 nimmt in ganz Deutschland niemand mehr ein unbezahltes Praktikum an." oder ähnliches. Wenn ein Einzelner eine schlechte Arbeit ablehnt, macht sie sofort ein anderer - wenn so etwas aber von einer großen Mehrheit unterstützt und koordiniert würde, sähe es anders aus. Nicht möglich? Auch die politischen Umstürze in den arabischen Ländern wurden durch Kommunikation "normaler" Menschen über das Internet initiiert und unterstützt...

    Einmal editiert, zuletzt von jaki01 ()

  • also ich war mit 54 jahren zu alt ,ab 55 j wer ich unkündbar gewesen ,jetzt bin ich 67 j

  • Ursachen für Arbeitslosigkeit sind einfach:
    Industrialisierung und Globalisierung.


    Seit Anbeginn der Menschheit träumt der intelligente Zweibeiner davon sich Arbeit zu erleichtern. Daher hat er ein rundes und kein eckiges Rad erfunden - und auch der Computer läuft (meist) ganz rund. ...So konnten im Laufe der Zeit Produktionsschritte soweit verbessert werden, dass ein paar tausend Maschinen die Arbeit von hundert Millionen Menschen übernehmen - einfach genial! - Zumindest für die mächtigsten 3 % der Menschheit. Darunter gibt es noch einige Systemdiener die recht gut leben, ein großer Teil der mehr recht als schlecht lebt und der größte Teil der gnadenlos ausgebeutet wird. - Wobei man noch Glück hat wenn man zufällig in Europa geboren wurde.


    An sich ist nichts Schlechtes an Industrialisierung und Globalisierung.
    Würde der Sozialismus funktionieren (was ja leider im Großen nicht der Fall ist),
    so hätte jeder sehr viel Freizeit und große Handlungsspielräume um sich einzubringen.


    Im Gegenwärtigen Kapitalismus-System wollte ich mich nicht mehr für Ausbeuter buckeln, lieber lebe ich nun spartanisch und leiste mit anderen in einer kleinen sozialen Gemeinschaft Pionierarbeit auf einem sonnigen Selbstversorgerhof.


    Eine Möglichkeit von vielen. :-)


    Grüße von der Insel,
    Christian Spang

  • Im Gegenwärtigen Kapitalismus-System wollte ich mich nicht mehr für Ausbeuter buckeln, lieber lebe ich nun spartanisch und leiste mit anderen in einer kleinen sozialen Gemeinschaft Pionierarbeit auf einem sonnigen Selbstversorgerhof.



    Wobei der Begriff "Ausbeutung " sich leider nicht definieren läßt. Es gibt einfach keinen Gerechtigkeitsmaßstab.
    Mir leuchtet in Deutschland lediglich ein, daß uns der Staat zugunsten wahlberechtigter Transferempfänger und lobbystarker Subventionsempfänger "ausbeutet". Wer es sich einrichten kann, auszusteigen, hat meine volle Sympathie.

  • Wobei der Begriff "Ausbeutung " sich leider nicht definieren läßt. Es gibt einfach keinen Gerechtigkeitsmaßstab.


    das stimmt - genausowenig wie es die optimale raumtemperatur gibt - wenn man sich aber in einer kühlzelle aufhält herscht trotzdem schnell einigkeit das dies nicht die optimale temeratur ist

  • Wobei der Begriff "Ausbeutung " sich leider nicht definieren läßt. Es gibt einfach keinen Gerechtigkeitsmaßstab.
    Mir leuchtet in Deutschland lediglich ein, daß uns der Staat zugunsten wahlberechtigter Transferempfänger und lobbystarker Subventionsempfänger "ausbeutet". Wer es sich einrichten kann, auszusteigen, hat meine volle Sympathie.



    Es ist Dir also ein Dorn im Auge, dass Transferempfänger wählen dürfen?

    Welch krude Gedanken ...

    Ein Land, das sich Politiker leistet, die Vorteilsnahme als selbstverständlich ansehen, aber Transferempfängern einen Lebenswandel des puren Verzichtes vorschreiben wollen, hat eigentlich eine Revolution des Volkes verdient, meine Meinung.
    Demokratisch und gerecht ist hier nichts mehr.



  • Habe schon geahnt, dass so etwas kommt, habe auch später überlegt, ob der Erfahrungen der vergangenen Zeit, ob ich den Beitrag drastisch kürze.

    Aber letztendlich bringe ich halt gerne Beispiele. Die Frage ist, ob man darein Vorurteile interpretiert oder diese selbst gestaltet: Sind die kurz gefasst, hängen sich Leute daran auf, sind sie ausführlich, dann auch. Es sind exemplarische, nicht untypische Beispiele und ich beschreibe halt einen Fall, wie er mir konkret in Erinnerung ist. Natürlich kann ich hier keine Komplettamnese/Falldokumentation darstellen - eine Einschätzung bedarf einiger Zeit, dürfte hier auch die wenigsten interessieren (auch müssen meine Beiträge ja auch irgendwann mal ein Ende finden) ;)

    Im besagten Falle hat sich das so zugetragen.

    Ich frage mich, was die Aussage bzw. Frage bedeuten soll, ob die Kinder verwahrlost sind, wenn die Frau ewig nix gearbeitet hat. Soll das heißen, dass jeder ALG II-Empfänger (+ Anhang) zwangsläufig verwahrlost ist, wenn kein Zuverdienst vorhanden? Das ist keinesfalls so - sollte das Deine Einschätzung sein, würde ich das wiederum als Hammer bezeichnen. Oder meintest Du damit, dass Hausfrau auch Arbeit ist...was ich selbst niemals bestreiten würde?

    Sei Dir versichert, der Fall ist geprüft - die anderen Beispiele auch, also nicht ohne Berücksichtigung der Umstände gewertet. Die Kinder sind alt genug und die Frau ist auch nicht alleinerziehend. Der Ehemann ist ebenfalls arbeitslos und wird aus gesundheitlichen Gründen geschont. Er macht sich zu Hause nützlich und die Frau sagt selbst, dass sie arbeiten könnte (was sie auch müsste dem Gesetze nach) - ein Härtefall ist das also nicht.

    Nur der Anspruch, den übrigens vor allem auch Männer haben, nur etwas zu tun, wenn man so viel verdient, dass man alleine (das war ja der Anspruch) die komplette Familie versorgen kann, ist bei dem Hintergrund (null Berufserfahrung + keine Ausbildung...nix einfach) doch wohl restlos überzogen und unrealistisch und zeugt von null Bock (das hat die letztendlich auch eingestanden). Ãœbrigens sollte sie nicht zwangsläufig in Arbeit geprügelt werden, ich hatte durchaus den Ansatz, sie zur Aus-/Weiterbildung zu motivieren, damit sie noch etwas vernünftiges machen kann...wollte sie auch nicht.

    6-köpfige Famnilie? Was kann die Gesellschaft für die Familienplanung? Nicht falsch verstehen, hab ja nix gegen eine fröhliche Kinderschar, aber: Wenn ich verheiratet wäre und "nur" 2 (vs. 4) Kinder hätte, wäre ich bei meinem Gehalt auch Aufstocker! Rechtfertigt das die Einstellung, dann nicht arbeiten gehen zu müssen, weil der Zuverdienst sich nicht wirklich rentiert oder sollte ich nicht vielmehr dankbar sein, dass es in dem Falle Unterstützung gibt? Und was lebe ich meinen Kindern eigentlich vor, wenn ich nix mache?

    Die Zeiten sind vorbei, dass man ohne Weiteres mit einem Einkommen eine Familie versorgen kann. Meine Eltern: Mein Vater hat alleine verdient, 3 Kinder, schönes Haus gekauft, Autos, Urlaube, kein Problem. Was meinste denn, was ich mir in meinem Leben aufbauen kann - sogar ohne eine Familie zu versorgen? Glaube mir, ich finde das auch deprimierend und zwar ganz extrem!

    Ich habe übrigens bestes Verständnis, wenn jemand so argumentiert, wenn er alleine oder zu zweit ist, Vollzeit arbeitet und trotzdem nicht über die Runden kommt - aber in einem solchen Falle geht das gar nicht...und die Fälle gibt es zuhauf!

    6 Mal editiert, zuletzt von A1272 ()

  • Es ist Dir also ein Dorn im Auge, dass Transferempfänger wählen dürfen?Welch krude Gedanken ...



    Die Wahlberechtigung als Erpressungsmittel, was ist daran krud gedacht?

    Zitat

    Ein Land, das sich Politiker leistet, die Vorteilsnahme als selbstverständlich ansehen, aber Transferempfängern einen Lebenswandel des puren Verzichtes vorschreiben wollen, hat eigentlich eine Revolution des Volkes verdient, meine Meinung.
    Demokratisch und gerecht ist hier nichts mehr.



    Verzicht ist immer gut, Verzicht für alle!

  • Die Wahlberechtigung als Erpressungsmittel, was ist daran krud gedacht?


    Also Wahlrecht nur für Begüterte, womöglich noch in 3 Klassen? Ein vortreffliches Unterdrückungsmittel! Hatten wir das nicht schon mal?


    Verzicht ist immer gut, Verzicht für alle!


    Fragt sich nur, wer worauf verzichten soll.

  • ich denke aber das bei vielen guten Positionen in größeren Firmen auf Netzwerke ankommt. Sowie wie man sich verkauft oder dann halt Präsentiert.

    (...)


    Vitamin C ist das einzig wahre...:samepng:



    +

    Also ich muss sagen, ich habe alle meine Jobs bisher durch Verbindungen bekommen. (Die letzten dann durch Headhunter.)

    Im Laufe der Jahre hat sich ein Netzwerk von Kollegen oder ehemaligen Kollegen aus meinem Fachbereich gebildet. Wir helfen uns gegenseitig bei fachlichen Problemen und wenn mal jemand was sucht dann schauen halten alle Ohren und Augen auf.




    Ja, Vitamin C, hat halt leider nicht jeder bzw. stellt sich oft schnell und schmerzhaft heraus, wie gut die Connections tatsächlich sind, wenn man die mal braucht. Man muss also schon wichtig sein oder aber bspw. die Eltern.
    Ich hatte ein Vorstellungsgespräch bei einem Partner der SAP, auf eine Position, die ich beim Mutterunternehmen schon ausgeübt hatte. Ich hötte ohne jegliche Einarbeitung sofort beginnen können. Meine "Kollegin" kannte ich aus 2 vorherigen Jobs - die hatte ich selbst beraten und aus dem 2. Job hatte ich einen ausgesprochen guten Kontakt zum Marketingleiter. Dann kam aber der Boss mit fadenscheinigen Argumenten...letztendlich hat er einein eigenen Kumpel eingeschleust. Auf die Barrikaden - mir wurde ja schon mein Büro gezeigt und meine Mitarbeit gefeiert - ist natürlich keiner gegangen!
    Ach ja, wenn man arbeitslos wird, wenden sich auch unglaublich viele Leute plötzlich von einem ab - so etwas ist ganz fürchterlich.

    Leute überlegen halt auch 2*, ob sie einen Bekannten empfehlen - zumindest, wenn sie nicht in einer Topposition sind und reine Vetternwirtschaft betreiben (Netzwerk/Empfehlungen sind nix grundlegend Verkehrtes, aber Küngelei halt dann doch). Habe auch schon Leute empfohlen und die sind geflogen - waren z.T. auch selbst daran Schuld. Auf wen fällt das zurück (sowohl dann seitens der Leute wie auch potentiell vom Arbeitgeber aus)? Davor haben halt auch viele Angst, dass bei Mißlingen der eigene Ruf leidet :(

    P.S. Den Job, den ich jetzt ausübe...den Hinweis hat mir ein alter Studienkollege gegeben, der selbst arbeitslos war und dort untergekommen ist - erst spät, weil er die Konkurrenz fürchtete, aber nach einer weiteren Ausschreibung...immerhin (also auch ich durch Connections, auch wenn der meine Einstellung nicht aktiv beeinflusst hat oder hätte können). Ihm hatte ich zuvor auch schon zu 2 Jobmöglichkeiten verholfen (die hat der vergeigt, vor allem von dem war oben die Rede ;)).

    3 Mal editiert, zuletzt von A1272 ()

  • Ich sehe eine große Gefahr darin, dass zu viele Menschen Arbeiten annehmen, die "unter ihrer Würde" sind. Dadurch werden diejenigen unter Druck gesetzt, die das Glück haben, noch zu besseren Bedingungen zu arbeiten. Letztlich wird eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, die dazu führt, dass sich die Menschen selbst noch um die schlechtesten Jobs reißen, während sich andere an ihnen eine goldene Nase verdienen.
    Ich wundere mich, dass die Globalisierung bisher fast nur von den großen Firmen zu ihren Gunsten genutzt wird (billig produzieren, teuer woanders verkaufen). Genauso bieten doch Internet und Vernetzung auch den Arbeitnehmern und dem "kleinen Mann" die Möglichkeit, sich abzusprechen und beispielsweise Kampagnen zu starten und organisieren, die zum Beispiel das Motto haben könnten "Ab dem 01.06.2012 nimmt in ganz Deutschland niemand mehr ein unbezahltes Praktikum an." oder ähnliches. Wenn ein Einzelner eine schlechte Arbeit ablehnt, macht sie sofort ein anderer - wenn so etwas aber von einer großen Mehrheit unterstützt und koordiniert würde, sähe es anders aus. Nicht möglich? Auch die politischen Umstürze in den arabischen Ländern wurden durch Kommunikation "normaler" Menschen über das Internet initiiert und unterstützt...



    Volle Zustimmung - ich habe einiges zu Zumutbarkeit und Gefahren der Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts geschrieben - bin da voll auf (D)einer Linie! ;)

  • Also bei mir haben sich immer die Arbeitgeber bei mir gemeldet. Die Arbeit fand zu mir.

  • also ich war mit 54 jahren zu alt ,ab 55 j wer ich unkündbar gewesen ,jetzt bin ich 67 j



    Ja, 50+ ist nicht einfach. Aaaaaber (reine Neugierde und im Sinne der Thread-Frage):
    Was für einen Background hast Du...was hast Du selbst unternommen/wie war das "Anspruchsdenken" an eine adäquate Beschäftigung...wurdest Du unterstützt (AMt/privat)?

  • also wenn ich so überlege wie freunde und bekannte meiner altersgruppe (so mitte 30) in die dauerarbeitslosigkeit abgerutscht sind zeigt sich schon ein schema

    man war nach der ausbildung arbeitslos und hat sich dann mit jobs über wasser gehalten die eigentlich nicht der ausbildung bzw. den fähigkeiten entsprachen - immer wieder wechselte der arbeitgeber und dann wurden die abstände zwischen den jobs grösser und das gehalt immer unpünktlicher oder gar nicht gezahlt

    irgendwann kam auch der spruch das die ausbildung ja nichts mehr wert sei wenn man solange schon anderweitig arbeitet - man quasi eine ungelernte hilfskraft sei