Was sind die Ursachen für eure Arbeitslosigkeit?


  • Jetzt reg dich mal ab, da wird ja der Morgenkaffee sauer.


    Hier gehts nicht um solche emotional aufgeladene Klassenkampfthemen wie oben beschrieben. Würden einige Gesetze und auch das Steuerwesen reformiert, dann gäbe es auch mehr Arbeitsplätze, die nicht durch Subunternehmen und Teilzeit / Minilohn besetzt wären, sondern durch Vollzeitstellen mit angemessenen Löhnen.


    Arbeit ist immer genug da, hierzulande, sie ist nur durch die Lohnnebenkosten zu teuer. Das müßte deine politische Richtung endlich mal kapieren, so wie auch die Unternehmer schmerzhaft kapieren mußten, das Umweltschutz und Arbeitssicherheit auch unverzichtbar sind.


    Soviel dazu, Mr. "Zorniger Mann".


  • Arbeit ist immer genug da, hierzulande, sie ist nur durch die Lohnnebenkosten zu teuer. Das müßte deine politische Richtung endlich mal kapieren, so wie auch die Unternehmer schmerzhaft kapieren mußten, das Umweltschutz und Arbeitssicherheit auch unverzichtbar sind.


    Soviel dazu, Mr. "Zorniger Mann".


    Das haben sie aber nicht schmerzhaft kapiert, die wandern einfach dahin ab, wo sie den Mist weiterhin ungeniert in die Landschaft kippen können.
    Als Beispiel fällt mir immer sofort die Bayer AG mit ihrer Chromfabrik in Südafrika ein.....


    Also nehme mal nicht die Unternehmen so in Schutz, die sind genauso schlimm wie die Bänker, wenn es um grenzenlose Profite geht, sind die auch nicht zu bremsen, und ihr Einfallsreichtum, um diesen sicher zu stellen, ist ebenfalls genauso ausgeprägt....

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  • ...
    Arbeit ist immer genug da, hierzulande, sie ist nur durch die Lohnnebenkosten zu teuer. ....


    Lohnnebenkosten sind nichts weiter als Lohnkosten. Wenn es keine gesetzl KV oder RV oder AV gäbe, dann müßtest du privat dafür vorsorgen, für nämlich Krankheit, Rente, Arbeitslosigkeit. Dann hättste auch "Lohnnebenkosten", du müßtest die nur selbst verwalten und einteilen.
    Und zu teuer sind die im Vgl wozu?


    (Ãœbrigens sind Umweltschutz und vor allem Arbeitssicherheit fürchterliche "Lohnnebenkosten-in-die-Höhe-Treiber"!)

  • Mal abgesehen davon, dass der angebliche Fachkräftemangel wohl nicht ganz so ist, wie es gerne dargestellt wird:
    Datum 30.01.2012 - 12:10 Uhr
    Arbeitsmarkt: Arbeitskräfte-Bedarf auf Rekordwert | Wirtschaft | ZEIT ONLINE
    In Deutschland gibt es so viele offene Stellen wie seit Beginn entsprechender Aufzeichnungen nicht. Das berichtete die Bundesagentur für Arbeit zur Veröffentlichung ihres monatlichen Stellenindex BA-X. Der Index, der die Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage abbildet, wird seit 2004 ermittelt. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur an morgigen Dienstag bekanntgeben......
    Offene Stellen gibt es nach Bundesagentur-Angaben vor allem bei Zeitarbeitsunternehmen. Seit Monaten stammt jede dritte Stelle aus dieser Branche. Zusätzliche Kräfte suchten außerdem der Groß- und Einzelhandel, Bauinstallationsbetriebe, die Gastronomie, aber auch Kliniken, Pflegeheime und Pflegedienste sowie Sozialeinrichtungen. Für die ungewöhnlich große Zahl der offenen Stellen sei zudem der Umstand verantwortlich, dass viele ausgeschriebene Arbeitsplätze wegen des Fachkräftemangels immer länger unbesetzt blieben.


    Hier die aktuellen Zahlen:
    Startseite - statistik.arbeitsagentur.de
    Arbeitslose: 3.028.000
    Gemeldetes Stellenangebot: 490.000
    Wenn man von den gemeldeten (geschönt durch Statistik weil über 58 J und Leute in Maßnahmen nicht erfasst sind)
    großzügig noch die Hälfte abzieht, sind das 1,5 Mio. arbeitslose bei 0,5 Mio. gemeldeten Stellen.
    Das sind also 1/3 weniger Stellen, als Arbeitsuchende.


    Das allein müsste jedem klar sein.


    Im sog. Arbeitgebermarkt
    In wirtschaftlichen schlechten Zeiten stehen viele Arbeitskräfte zu wenigen Stellenangeboten gegenüber, weshalb man von einem Arbeitgebermarkt spricht. Der Arbeitgeber setzt sich mit seinen Vorstellungen durch.


    Gründe für Langzeitarbeitslosigkeit:

    • Mangelnde Stellenangebote
    • "Falschen" Beruf gelernt -> Branche überfüllt (mitunter auch durch unüberlegte Umschulungen durch die AA, die zur Ãœbersättigung der Berufe führen)
    • Alter über 40 J. -> lt. Tarifen oft teurer für AG
    • Strukturschwache Gegend
    • http://de.wikipedia.org/wiki/D…lungspraxis_von_Betrieben
    • Resignation


    Laut diesem Dokument


    • 1. Friktionelle Arbeitslosigkeit.
    • 2. Merkmalsstrukturelle Arbeitslosigkeit.
    • 3. Konjunkturelle Arbeitslosigkeit.
    • 4. Systemische Arbeitslosigkeit.


    Ebenda:
    Die Zahl der Arbeitslosen steigt ja nur dann, wenn zu wenige Arbeitslose eine neue Stelle finden. Bei sechs bis sieben Millionen „Zugängen“ in Arbeitslosigkeit pro Jahr brauchen wir auch sechs bis sieben Millionen „Abgänge“ aus Arbeitslosigkeit, wenn die Zahl der Arbeitslosen nicht steigen soll. Die entscheidende Frage ist also nicht: Warum werden Menschen arbeitslos?, sondern: Warum finden die Arbeitslosen keine neue Beschäftigung?



    Interessant immer wieder, dass viele glauben, die Langzeitarbeitslosen fühlen sich sau wohl.
    [url=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,455769,00.html]"Nichts schmerzt wie Langzeitarbeitslosigkeit"[/url]
    Die seelische Belastung ist enorm. Arbeitslosigkeit macht wirklich keinen Spaß, und die viele Freizeit nutzt den Betroffenen überhaupt nicht. Unsere Forschungen zeigen, dass es fast kein anderes Lebensereignis gibt, das so schmerzt wie Arbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit. Daran gewöhnt man sich auch nicht. Wer arbeitslos wird, wird mit seinem Leben kontinuierlich unzufriedener......
    ....SPIEGEL ONLINE: Kann man das Prestige, die Erfolgserlebnisse und die sozialen Kontakte, die mit Arbeit verbunden sind, überhaupt ersetzen?


    WAGNER: Nein, nicht in einer Erwerbsgesellschaft. Und die wird es noch lange geben, .....
    ...Wenn Roboter unseren materiellen Wohlstand schaffen würden, wäre es nicht mehr wichtig, ob wir arbeiten oder nicht - trotzdem wäre auch dann nicht zu erwarten, dass wir alle glücklich sind. Alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen, wäre weiterhin ein Problem.


    Es wurde wohl inzw. erforscht, dass Langzeitarbeitslosigkeit krank macht und die Leute an schweren Depressionen leiden. Der Mensch will gebraucht werden. Die wenigsten fühlen sich vermutlich in der "Schmarotzerrolle" wohl.


    Und im Ãœbrigen, finde ich es fast schon eine Pflicht, sich zu weigern, mies bezahlte Jobs anzunehmen, um dann doch zum Amt rennen zu müssen, und Stütze zu bekommen.


    Es kann ja wohl nicht sein, dass wir das Spiel mitspielen und diese Niedriglohnpolitik noch unterstützen.
    Eine große Kritik auch an den DBG, der spätestens seit Wegall der christl. Gewerkschaften keine Tarifverträge in der Zeitarbeitsbranche hätte abschließen dürfen! Dann geäbe es laut Gesetz nämlich Equal Pay für Leiharbeitnehmer!


    http://de.wikipedia.org/wiki/Diskriminierung_Arbeitsloser




    TM, entsetzt, dass sogar hier im Forum die Leute noch nicht schnallen, dass die Politik nur Schuldige sucht und das Feindbild Hartz 4 Empfänger fleißig aufrecht erhält.

    6 Mal editiert, zuletzt von That's me ()

  • Lohnnebenkosten sind nichts weiter als Lohnkosten. Wenn es keine gesetzl KV oder RV oder AV gäbe, dann müßtest du privat dafür vorsorgen, für nämlich Krankheit, Rente, Arbeitslosigkeit. Dann hättste auch "Lohnnebenkosten", du müßtest die nur selbst verwalten und einteilen.
    Und zu teuer sind die im Vgl wozu?


    Die "Lohnnebenkosten" sind in Deutschland zu hoch. Es hat etwas mit der Finanzierung der Sozialversicherungen zu tun.
    Das norwegische Modell habe ich bereits vorgestellt.


    P.S.: stimmt, "Lohnnebenkosten" sind Lohnkosten. So direkt habe ich das noch nicht gesehen.

  • Die "Lohnnebenkosten" sind in Deutschland zu hoch. Es hat etwas mit der Finanzierung der Sozialversicherungen zu tun.
    Das norwegische Modell habe ich bereits vorgestellt.


    P.S.: stimmt, "Lohnnebenkosten" sind Lohnkosten. So direkt habe ich das noch nicht gesehen.


    Ich hatte an geeigneter Stelle schonmal darauf hingewiesen, daß die "Lohnnebenkosten" nicht zu hoch sind, wenn man sie ausschließlich auf die Sozialversicherungsbeiträge anwendet. Hier wird auch bunt gemischt.
    Zwischen Lohn und Lohnkosten und "Lohnnebenkosten" und Stundenverrechnungssätzen gibt es bedeutende Unterschiede.
    Der Nettolohn eines AN im Handwerk zzgl der Sozialversicherungsbeiträge beträgt nur ca die Hälfte des Stundenverrechnungssatzes.


  • Der Nettolohn eines AN im Handwerk zzgl der Sozialversicherungsbeiträge beträgt nur ca die Hälfte des Stundenverrechnungssatzes.


    Nicht im technischen Handwerk. Hier machen Kosten für Ausstattung einen grossen Teil aus. Hi-tec hat diese Branche teuer gemacht.

  • Nicht im technischen Handwerk. Hier machen Kosten für Ausstattung einen grossen Teil aus. Hi-tec hat diese Branche teuer gemacht.


    Auch nicht. Bei uns ist noch nicht viel High-Tech am Start und trotzdem, also der trotz der Abhängigkeit von lohnabhängiger Beschäftigung, sind die Sozialversicherungsbeiträge nicht das Problem.
    Ich hab mal gesucht:
    http://www.politopia.de/wirtsc…3%B6hne-4.html#post214295
    Zahlen sind nicht mehr aktuell, aber das Verhältnis ist fast unverändert, hat sich eher zugunsten geringerer Sozialversicherungsbeiträge verschoben.

  • Auch nicht. Bei uns ist noch nicht viel High-Tech am Start und trotzdem, also der trotz der Abhängigkeit von lohnabhängiger Beschäftigung, sind die Sozialversicherungsbeiträge nicht das Problem.
    Ich hab mal gesucht:
    http://www.politopia.de/wirtschaft/5569-löhne-4.html#post214295
    Zahlen sind nicht mehr aktuell, aber das Verhältnis ist fast unverändert, hat sich eher zugunsten geringerer Sozialversicherungsbeiträge verschoben.


    Wobei ich in Lohnnebenkosten nicht unbedingt einen Grund für Arbeitslosigkeit sehe. In der Industrie spielt das nur eine untergeordnete Rolle.

  • Das schweizer 3 Stufen Modell zu übernehmen, mit leichten Anpassungen an Deutschland, wäre schon ein Gewinn.

  • Es ist eher unanständig in Europa erkämpften Arbeiterrechte durch den Verweis auf die Chinakonkurrenz zu untergraben aber gleichzeitig ausgleich zur Konkurrenz mittels Zöllen zu verhindern.


    Wird denn auf China-Importe kein Zoll verlangt?
    Das wäre mir neu.

  • Wird denn auf China-Importe kein Zoll verlangt?
    Das wäre mir neu.


    Ein Grund warum verschiedene Produkte in dem Nicht-EU-Land Norwegen billiger sind, trotz höherer Mwst.
    Das wiederum wird in Schweden ausgenutzt und man importiert über Norwegen. Gerade für Bekleidung gibt es bei uns sehr viele Lager schwedischer Firmen.

  • Ein Grund warum verschiedene Produkte in dem Nicht-EU-Land Norwegen billiger sind, trotz höherer Mwst.
    Das wiederum wird in Schweden ausgenutzt und man importiert über Norwegen. Gerade für Bekleidung gibt es bei uns sehr viele Lager schwedischer Firmen.


    Ob aber die chinesischen Produkte wegen des Zolls grad so billig sind, soweit würde ich nicht gehn.