Hedgefonds wollen Menschenrecht auf Rendite einklagen

  • London - Hedgefonds sind nicht zimperlich, wenn es darum geht, eine ordentliche Rendite einzustreichen - jetzt versuchen sie eine neue Taktik, mit der sie die letzten Sympathien verspielen könnten. Sollte Griechenland den Fonds seine Schulden nicht zurückzahlen, wollen sie das Land vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagen, berichtet die "New York Times".


    [url=http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,810039,00.html]Griechische Schulden: Hedgefonds wollen Menschenrecht auf Rendite einklagen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft[/url]


    Klagende Heuschrecken?


    Jetzt soll das Einfallen, Abfressen und Weiterziehen vom Europäischen Gerichtshof als ein Menschenrecht anerkannt und verbrieft werden, soso.....


    Wir hätten vielleicht damals schon auf Münte hören und diesen Wahnsinn aus dem Land der unbegrenzten Ausbeutungsfantasien verbieten sollen.


    Statt dessen wird es warscheinlich darauf hinaus laufen, das die ganze Staatenvernichtungsmaschinerie sogar noch legalisiert wird.......


    Auf das sich die amerikanischen Rentner ein geruhsames Leben in Saus und Braus machen können, oder?

  • Bitte was? Ich dachte erst das wäre ein Scherzposting von dir.
    Wenn wir schon soweit sind das Menschenrechte zu so einer Lachnummer verkommen sind und mit dem Menschenrecht auf Profit verhöhnt werden, dann sitzen wir tatsächlich sehr tief im Dreck.:out:

  • Bitte was? Ich dachte erst das wäre ein Scherzposting von dir.
    Wenn wir schon soweit sind das Menschenrechte zu so einer Lachnummer verkommen sind und mit dem Menschenrecht auf Profit verhöhnt werden, dann sitzen wir tatsächlich sehr tief im Dreck.:out:



    Sie wollen sich am 50 prozentigen "freiwilligen" Schuldenerlass nicht beteiligen, weil dann die Kreditversicherungen nicht einspringen müssen. Eine verständliche Position! Ob man dafür klagen muß ist eine andere Frage.
    Wenn Griechenland hingegen ganz offiziell Staatsbankrott anmeldet, sind die Kreditversicherungen, also die Versicherungswirtschaft dran.

  • Bitte was? Ich dachte erst das wäre ein Scherzposting von dir.
    Wenn wir schon soweit sind das Menschenrechte zu so einer Lachnummer verkommen sind und mit dem Menschenrecht auf Profit verhöhnt werden, dann sitzen wir tatsächlich sehr tief im Dreck.:out:


    Na, bedanke dich besser bei dem weltweit agierenden neoliberalen Gesocks sowie bei den Politikern, welche diesem Treiben zuschauen und nix dagegen unternehmen.


    Jetzt wird offensichtlich, was man vorhat:


    Eine kleine elitäre Clique will die restliche Welt, menschenrechtlich abgesichert, unterjochen, damit sie auch zukünftlich in Saus und Braus leben und leistungslose Einkommen beziehen können.


    Und unsere dämlichen Politiker pumpen weiterhin Milliarden und Abermilliarden in ein Fass ohne Boden, anstatt eine geordnete Insolvenz auf den Weg zu bringen.


    Und natürlich ist das alles völlig alternativlos, woll.....:out:

  • So klar wie man vielleicht denkt ist die Sache nicht.
    Es gibt zu Recht ein Menschenrecht auf Eigentum, auf das die Hedgefonds nun pochen

  • Sie wollen sich am 50 prozentigen "freiwilligen" Schuldenerlass nicht beteiligen, weil dann die Kreditversicherungen nicht einspringen müssen. Eine verständliche Position! Ob man dafür klagen muß ist eine andere Frage.
    Wenn Griechenland hingegen ganz offiziell Staatsbankrott anmeldet, sind die Kreditversicherungen, also die Versicherungswirtschaft dran.


    Mag sein das es verständlich ist. Ein Menschenrecht auf Rendite gibt es jedoch nicht.
    Sollten sie damit durchkommen stellt dies eine extreme Entwertung der Menschenrechte dar.
    Aber warten wir mal ab, der Spiegel ist schon länger nichtmehr für seine Seriösität bekannt.

  • So klar wie man vielleicht denkt ist die Sache nicht.
    Es gibt zu Recht ein Menschenrecht auf Eigentum, auf das die Hedgefonds nun pochen


    Ich glaube, das wir dieses Hedgefondspack nur dann in Europa loswerden, wenn wir Griechenland pleite gehen lassen, davon geht Europa nicht unter.


    Aber wenn wir weiterhin die Forderungen von diesen Fonds oder von Banken mit unseren Steuergeldern bedienen, bilden wir natürlich die ideale Spielwiese für diese Verbrecherorganisationen......

  • So klar wie man vielleicht denkt ist die Sache nicht.
    Es gibt zu Recht ein Menschenrecht auf Eigentum, auf das die Hedgefonds nun pochen


    Gibt es auch ein Menschenrecht darauf das die Hedgefonds sich nicht an Sabotage des Gemeinwohls beteiligen aufgrund zu laxer Finanzmarktregelungen?


    Schauen wir mal:


    Elf Jahre Haft für Hedgefonds-Manager Rajaratnam | tagesschau.de
    [url=http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,810142,00.html]Aktien-Betrug: FBI hebt Insider-Club an der Wall Street aus - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft[/url]
    Hedgefonds in der Finanzkrise - Die Stunde der Geier - Geld - sueddeutsche.de


    Und haben sie nicht gegen Griechenland gewettet?


    DasErste.de - Monitor - Eurokrise - wie Hedgefonds gegen Südeuropa wetten


    Und nun wollen sie auch noch ihr "Menschenrecht" auf Rendite einklagen, während sie in der Eurokrise Teufels Advokat gespielt haben? Sag mal hackts bei denen?

  • Ich glaube, das wir dieses Hedgefondspack nur dann in Europa loswerden, wenn wir Griechenland pleite gehen lassen, davon geht Europa nicht unter.


    Um das zu beurteilen kenne ich mich zu wenig aus.....ich könnte mir denken das etwas derartiges einiges an Ländern in Europa mitreissen könnte.

  • Um das zu beurteilen kenne ich mich zu wenig aus.....ich könnte mir denken das etwas derartiges einiges an Ländern in Europa mitreissen könnte.


    Der Hintergedanke dabei ist, das Heuschrecken nur dort grasen, wo es etwas zu fressen gibt.


    Und wenn man mit Griechenland ein Zeichen gesetzt hat, wissen die Gangster in Zukunft, was die Glocke geschlagen hat.


    So könnte man das amerikanische Finanzgesocks aus Europa vertreiben, es wäre ein Versuch wert, bevor man weiterhin die Milliarden verbrennt, denn dem griechischem Volk kommt davon nix zu gute.....

  • Mag sein das es verständlich ist. Ein Menschenrecht auf Rendite gibt es jedoch nicht.
    Sollten sie damit durchkommen stellt dies eine extreme Entwertung der Menschenrechte dar.
    Aber warten wir mal ab, der Spiegel ist schon länger nichtmehr für seine Seriösität bekannt.


    Auch wenn ich es hasse: Es sieht wohl so aus, dass die Klage erfolgreich sein könnte - hier wird nicht auf das Recht auf "Rendite" abgestellt, sondern auf das Recht auf Eigentum. Einfach einseitig die Verträge kündigen geht eben nicht. Alles wäre viel einfacher, wenn Griechenland endlich die schon längst fällige Insolvenz erklären würde. Solange man aber sich mit fadenscheinigen Aktionen davor drückt, wird es nicht besser werden, leider.

  • Was glaubt den, was Griechenland erreichen Kann? Ohne offiziell Konkurs anzumelden die Gläubiger zu enteignen? Das funktioniert nicht. Sie brauchen dieses Jahr so oder so noch zig Milliarden. Wer soll denn dann noch das Risiko eingehen. Sie wollen demnächst eine 30 jährige Anleihe mit 3% Zinsen rausbringen. Wer soll denn bitte da anlegen? Die scheinen den Ernst der Lage noch nicht erkannt zu haben, es ist eine Unverschämtheit wenn ich mir die diesährigen Militärausgaben anschaue. Aud er einen Seite enteignen, und auf der anderen Seite neue Anleihen rausgeben. Raus aus dem Euro, aber ganz schnell.

  • Auch wenn ich es hasse: Es sieht wohl so aus, dass die Klage erfolgreich sein könnte - hier wird nicht auf das Recht auf "Rendite" abgestellt, sondern auf das Recht auf Eigentum. Einfach einseitig die Verträge kündigen geht eben nicht. Alles wäre viel einfacher, wenn Griechenland endlich die schon längst fällige Insolvenz erklären würde. Solange man aber sich mit fadenscheinigen Aktionen davor drückt, wird es nicht besser werden, leider.


    Du siehst es m. E. richtig, die Hedgefonds klagen nicht auf das Recht, eine Rendite einzustreichen, sondern gegen unrechtmäßige Enteignung. Damit bekommen die wahrscheinlich recht. Das ist bitter...

    Einmal editiert, zuletzt von bartelina ()

  • Wir hätten vielleicht damals schon auf Münte hören und diesen Wahnsinn aus dem Land der unbegrenzten Ausbeutungsfantasien verbieten sollen.



    Ich versteh dich ja tech, aber das war ein falscher Zungenschlag.

    Sie brauchten nicht verboten zu werden, denn sie waren verboten. Nur zur Erinnerung: Das Verbot wurde unter Schröder aufgehoben. Mit dem natürlich der Münte gar nix zu tun hatte.

    So kam es dann, das wir städtische Wohnungen, Abwasserleitungen, eine Unmenge Bahnhofsgebäude und jede Menge Betriebe an die Hedgefonds verloren haben. Ausgehend vom wirtschaftlichen Gehalt der Aktion hätten wir das auch lassen und die Objekte gleich abbrennen können. Wäre letztlich aufs Gleiche rausgekommen.

    Ändert aber alles nichts an der Tatsache, auf die Korku und Bartelina hingewiesen haben: Die klagen hier rechtsgültige Verträge ein. Und werden wahrscheinlich Recht bekommen. Dein Zorn sollte sich vielleicht gegen das Gesocks richten, was das erst ermöglicht hat. Oder auf gut deutsch: Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus. Nicht aus der mit den Bahnhöfen und auch nicht aus der mit Griechenland. Das ist halt so. Zeche für Blödheit. Nur wird die dummerweise von den falschen gezahlt. Und was viel schlimmer ist: Man hat ja auch nichts draus gelernt. Oder siehst du irgendwelche Änderungen? Irgendwas in der Strategie geändert? Irgendwo einen Strich gemacht und gesagt: Bis hier hin und nicht weiter? Nö, ganz im Gegenteil. Mit Vollgas auf der gleichen Fahrbahn, mit der gleichen kaputten Kiste und in die gleiche Richtung. Nur der Name des Fahrers ändert sich ab und an. Und irgendwo zwischendurch wechselt einer das Glas vom Außenspiegel.

    Einmal editiert, zuletzt von Dieter59 ()

  • Ändert aber alles nichts an der Tatsache, auf die Korku und Bartelina hingewiesen haben: Die klagen hier rechtsgültige Verträge ein.

    Deswegen ist die Einführung der Hedgefonds und die Lockerung der Regulierung in D auch so schwer rückgängig zu machen: Man muss rückkaufen, will man nicht - wie es Griechenland versucht - hintenrum enteignen.

  • Natürlich handeln diese Hedgefonds destruktiv und rücksichtslos. Schließlich können sie auf ihre Beliebtheitswerte pfeiffen. Man muss es sich vorher überlegen, ob man solche Gläubiger ins Boot holt. Aber sich erst dafür feiern lassen, dass man griechische Staatsanleihen abgesetzt bekommt und sich dann darüber aufregen, wie eiskalt sie auf die Vertragskonditionen pochen, ist schon sehr naiv.


    Ich schrieb es schon vor etlichen Monaten: Wir hätten zumindest zeitweise eine Direkthilfe an Griechenland vornehmen müssen, anstatt den Umweg über den Finanzmarkt zu gehen. Damit gäbe es weniger Reibungsverluste und mehr Flexibilität.

  • Das Problem liegt in meinen Augen im Selbstverständnis generell der Aktiengesellschaften.


    Wichtig ist AUSSCHLIESSLICH das Wohl des Aktionärs und wenn die ganze Welt dabei untergeht solang der aktionär daran verdient ists egal und das ist das grosse problem.


    Ich bin dafür das man wirtschaftsrechtliche Dinge andenkt mit denen man gezielt derartige Unternehmungen vom Markt schiessen kann unter bestimmten voraussetzungen.


    Z.B. im Fall des Finanzmülls den die amis hierher verkauften (Beginn der Krise), die betreffenden verkäufer einfach für sämtliches Europageschäft sperren und ihr Eigentum zur Schadensbegrenzung enteignen.


    Man braucht irgendwo einen Paragrafen der auf das ordentliche Geschäftsgebaren eines ehrlichen Geschäftsmannes abstellt, anderen gezielt schrott verkaufen ist kein handeln eines ehrlichen Geschäftsmannes sondern haarscharf am Betrug, die Strafen dafür sollen sich nach Grösse des Unternehmens richten, Schadenersatz leisten zur Not vollständige liquidierung des Unternehmens zumindest auf europäischem Boden.


    Man muss wieder zu einem handelssystem finden wo man sich nicht gefinkelt gegenseitig übers Ohr haut, sondern wo der eine mit Gewinn an den anderen verkauft aber der andere weiss das er auch dafür was ordentliches kriegt.


  • Man muss wieder zu einem handelssystem finden wo man sich nicht gefinkelt gegenseitig übers Ohr haut, sondern wo der eine mit Gewinn an den anderen verkauft aber der andere weiss das er auch dafür was ordentliches kriegt.


    Das muss doch jeder für sich entscheiden. Ich habe jedenfalls kein Mitleid mit den Leuten, die ahnungslos und blind irgendwelche Zertifikate kaufen. Dazu wird ja niemand gezwungen. Ähnlich verhält es sich andersherum, wenn man in Form von Crossborder Leasing sein Tafelsilber wahllos verhökert oder Anleihen an Heuzschrecken verkauft.


    Ein Problem ist das nur, wenn man als Politiker im Namen der Allgemeinheit solche Geschäfte abschließt. Das Volk wird im Tausch gegen kurzfristige Finanzspritzen nachhaltig in die Abhängigkeit von gesichtslosen Hedgefonds getrieben. Da sollte man genauer hingucken und entsprechende Regulierungen vornehmen.

  • Das muss doch jeder für sich entscheiden. Ich habe jedenfalls kein Mitleid mit den Leuten, die ahnungslos und blind irgendwelche Zertifikate kaufen.


    Mitleid nicht, aber das ist einfach eine Art des wirtschaftens die ich für falsch halte, das wohl des aktionärs vor dem Wohl eines ganzen Landes da stimmen die verhältnisse einfach nicht mehr.

  • Was ist denn so schlecht an Hedgefonds? Dass sie mit geringem Kapitaleinsatz ein Vielfaches bewegen? Das tun doch alle Marktteilnehmer an den Terminmärkten. Sollen wir jetzt die Terminmärkte verbieten? Der Kredithebel des Euro Rettungsfonds ist nichts anderes, als was an den Terminmärkten die Regel ist.