Eheprobleme bezüglich der Sexualität

  • Ich lese mich seit einiger Zeit ein wenig in die ganzen Eheprobleme.


    Anfangen hat es eigentlich vor einigen Monaten wo ich mich gefragt habe, welche Gründe es alles haben kann, das sich immer mehr Menschen scheiden lassen.


    Natürlich liegt wohl der Hauptgrund darin das die Menschen egoistischer geworden sind - auch weil es ihnen jetzt finanziell besser geht - und lieber an sich selbst denken und deshalb ein schönes Leben führen wollen.


    Naja, jedenfalls habe ich mich an einen Vorfall eines Bekannten Erinnert, der sich wegen sexuellen Gründen geschieden hat.


    Jedenfalls lese ich mich in einpaar Foren sowie medizinischen Hilfeseiten und ich finde eine Menge wobei ich mir jetzt leider nicht mehr so ganz sicher bin, ob ich es lustig oder eher traurig finden soll.


    Ein Beispiel wäre diese Seite


    EÅŸim mastürbasyon yapıyor, az iliÅŸkiye giriyoruz | SaÄŸlıklı YaÅŸam


    Da beschwert sich eine Frau, das ihr Mann - mit oder ohne Porno - lieber masturbiert als Geschlechtsverkehr mit ihr zu haben.


    Ich persönlich kannte es immer als eine Beschwerde der Männer das die Frauen immer sagen sie hätten keine Lust oder Kopfschmerzen.


    Nunja, entweder hat sich diesbezüglich so einiges geändert oder es liegt einfach daran das die Frauen sehr gerne ihre "Probleme" diesbezüglich im Internet schildern.


    Dies scheint nicht nur in der Türkei sondern auch in Deutschland der Fall zu sein wobei ich jetzt rein Gefühlsmäßig behaupten würde, das der Anteil in der Türkei etwas höher liegt.


    ===


    Hier die Fragen:


    1. Ist es ein neues Phänomen oder gab es das schon Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte?


    2. Wie entsteht das Problem das die Männer entweder gar keine Lust auf Geschlechtsverkehr haben oder sich lieber selbst Befriedigen?


    3. Wer ist Schuld? Sind es die Männer? Oder eher die Frauen?
    - Ist es vielleicht eher die moderne Welt mit all ihren Möglichkeiten alâ Sexspielzeug, Pornos, etc.?


    usw. usf.

  • Gibt es jemanden der diese Probleme kennt?
    Vom Freundes oder Bekanntenkreis oder so?


    ===


    Oft lese ich wie Frauen sich darüber beschweren das sie merken, das ihr Ehepartner heimlich im Bett oder unter der Dusche eine Masturbation durchführt und sie sich dadurch in ihrer Ehre/Stolz als Frau verletzt fühlen.


    PS: Ist so ein Thread überhaupt erlaubt? Nicht das ich jetzt ne Verwarnung bekomme oder so^^ Falls doch Sorry!


  • Zu 1) ich glaube schon, dass es dieses Problem schon immer gab, aber heutzutage spricht, diskutiert man über Alles.


    Zu 2) Sex hat sich etwas verselbständigt, so unter Angebot und Nachfrage und Sex der Gedanke, dass Sex etwas mit Geben und nehmen, sowie mit Unverbindlichkeit zu tun hat. Liebe und Sex waren mehr verbunden. Sex hat sich verselbständigt, es gibt Ehen, in denen Sex eine Leistung ist, die Man(n) zu erbringen hat, Frau ebenfalls.


    Zu 3) Sex hat wenig mit Verantwortung zu tun, diese Verantwortung macht Mühe die man dann freiwillig erbringen müsste und dieser Mühe will sich niemand mehr unterziehen. Denn ohne diese Mühe, kann man durch Selbstbefriedigung unverbindlichen Sex haben, in etwa wie ein ONS.


    MfG. Rainer

  • Ich lese mich seit einiger Zeit ein wenig in die ganzen Eheprobleme.

    Anfangen hat es eigentlich vor einigen Monaten wo ich mich gefragt habe, welche Gründe es alles haben kann, das sich immer mehr Menschen scheiden lassen.




    Die Hauptursache warum die Scheidungsrate in den letzten Jahren gestiegen ist liegt nach meiner Erfahrung daran, weil man es kann........

    Vor einigen Jahrzehnten war schlichtweg fast unmöglich sich scheiden zu lassen (Schuldprinzip, finanzielle Situation, gesellschaftliche Situation). Paare mussten zusammenbleiben obwohl die "Ehe" die Hölle war.
    Eine Frau, die sich 1970 scheiden lassen wollte hatte nichts zu lachen, vor allem auf dem platten Land


  • Eine Frau, die sich 1970 scheiden lassen wollte hatte nichts zu lachen, vor allem auf dem platten Land


    .... vor allem wenn sie "schuldig geschieden" war. Ich frage mich wie ein Gericht die Schuldfrage einer Scheidung entscheiden kann.

  • (...)Paare mussten zusammenbleiben obwohl die "Ehe" die Hölle war.
    Eine Frau, die sich 1970 scheiden lassen wollte hatte nichts zu lachen, vor allem auf dem platten Land


    ... wahrsten sinne einen schicksalgemeinschaft - oft gegen jede sonstige vernunft.


    zum thread-thema: nach meiner, für mich maßgeblichen, erfahrung, geben sich die leute, die sich sexuell entfremden, einfach auch nach ein paar jahren keine mühe mehr, sich gegenseitig zu reizen... dann erlischt eben das feuer.... fraglich ist, ob es das jemals überhaupt gegeben hat. gerade dort, wo menschen verheiratet werden, ist es nicht weit her mit der selbstlosen leidenschaft - es ist eine zweckdienliche pflichtübung....


    diese pflichtübung kann sowohl mann als auch frau sich irgendwann schenken, je nachdem... wenn die zeit der zeugung rum ist und es nur noch um die aufrecht erhaltung der fassade nach aussen hin geht. oder den bestand der zweck-gemeinschaft.


    es sind situationen vorstellbar, in denen es wesentlich reizvoller, und vor allen problemloser und ergiebiger ist, sich selbst die freuden zuzuführen, um die mann woanders ggf betteln und auf die willkür der zuteilungswilligkeit hoffen muss...:cornut:

    5 Mal editiert, zuletzt von A0468 () aus folgendem Grund: ft...

  • Ja, Prom hat Recht, nicht nur in sexueller Hinsicht - das Nichtmehrmühegeben, das ist das Problem.

    Ob Sex Massenware ist oder nicht oder ob von Liebe zu trennen oder nicht - das ist individuell, ich persönlich ticke da so, wie man es Frauen nachsagt (warum auch immer, die sind oft krasser und rücksichtsloser als Männer).

    Sex ist eine Form der Kommunikation und der Liebesbekundung - ich kann das relativ schlecht trennen bzw. wenn das läuft, genieße ich das (gemeinsam, zumindest sollte das so sein) und denke wenig drüber nach.

    Klar, Entzug und fehlende Mühe in dem Bereich (Mühe ist das falsche Wort, ich meine es im leidenschaftlichen und hingebenden Sinne), das killt jede Beziehung, wenn es da keine Konventionen gibt, die Trennungen verhindern.

    Sex gehört absolut dazu - wenn eine/r nur morgens Bock hat und der/die andere nur abends, der eine ist aktiv und neugierig, der andere ein Muffel, der/die eine braucht es nur einmal im Monat, der andere täglich (nicht weil Druck, sondern als Liebesbekundung), dann geht das halt nicht zusammen auf Dauer. Denke, das ist sogar der Haupttrennungsgrund, wenn man genau hinschaut...es kommt sich halt jemand nicht verstanden oder vernachlässigt vor (oder benutzt und unterdrückt).

    Das Ãœbelste ist, wenn Sex zum Druckmittel wird - Liebesentzug oder blöde Spielchen, um den anderen zu erziehen oder was zu beweisen, das geht gar nicht. Es ist eine gemeinsame Sache und kein Egospiel - wer das streng trennt (ich will nur dies, nur das), der tut mir Leid. Es ist schon absurd, wenn man sich heiß machen lassen muss und dann anhört, ich will jetzt nur dies oder das. Als ob man(n) mit dem Finger schnippt und einen stehen hat - oder immer dankbar ist oder sein muss, wenn ihn die Holde mal ran lässt. Gerade in Bezug auf Männer, da greifen Vorurteile gerne noch (der hat ja sowieso immer Spaß). Sex als Anstrengung zu verstehen (wenn nicht nymphoman und 20*/Tag) oder als Leistungssport zu betreiben, das ist absurd, sowas kann ich nicht nachvollziehen.

    Gesunder (genossener, gelebter) Sex ist ein, wenn nicht sogar der Indikator für eine funktionierende Partnerschaft. Eine Partnerschaft, die jedoch nur auf Sex basiert, die ist auch nicht besser auf Dauer (Stichwort Hörigkeit).

    3 Mal editiert, zuletzt von A1272 ()


  • 1. Menschen die eine Ehe beenden wollten gab es schon immer, der Grund weshalb es jetzt verstärkt zum Vorschein kommt dürfte wohl eher daran liegen, dass erstens immer mehr Frauen arbeiten und zweitens rechtlichen Anspruch auf Allimentierung haben und nicht mehr 100% vom Mann abhängig sind. Das ist aus der Sicht der Frau, aus der Sicht des Mannes ist es so, dass Scheidungen immer mehr eine Akzeptanz in der Gesellschaft finden und kein Tabu mehr sind, zudem sind Scheidungen rechtlich vereinfacht worden, es geht schneller und unproblematischer. Mein Onkel z.B. hat sich in den 80ern scheiden lassen, das hat ganze 8 Jahre gedauert, weil seine Frau nicht zugestimmt hat.


    2.Wenn ein Mann sich selbstbefriedigt, dann hat er auch LUst auf Geschlechtsverkehr, vielleicht nicht gerade mit seiner Frau, weil er sie physisch nicht anziehend findet, solls auch geben, gerade bei arrangierten Ehen. ; )


    3. Niemand ist schuld. Wenn zwei Menschen, aus welchen Gründen auch immer, nicht zusammen passen, sollen sie sich scheiden lassen. Das ist immer noch besser als in einer unglücklichen Ehe gefangen zu bleiben und sich gegenseitig physisch wie psychisch zu mishandeln.


  • Oft lese ich wie Frauen sich darüber beschweren das sie merken, das ihr Ehepartner heimlich im Bett oder unter der Dusche eine Masturbation durchführt und sie sich dadurch in ihrer Ehre/Stolz als Frau verletzt fühlen.


    Wenn der Mann sie sonst sexuell vernachlässigt, kann ich das sogar nachvollziehen. Aber ansonsten kann doch jede/r über seine Sexualität selbst bestimmen - auch in der Ehe. Und in einer erfüllten Partnerschaft würde ich das nicht als Problem sehen. Es gibt soooo viele Spielarten, die man auch nutzen kann, sich wieder einander anzunähern, wenn man die Dinge nicht übermäßig verklemmt sieht... an Stelle der Frau wüsste ich ihn ggf. schon zu überzeugen, dass ein wenig kundige Assistenz möglicherweise auch sehr nett sein könnte. :joker:



    Gesunder (genossener, gelebter) Sex ist ein, wenn nicht sogar der Indikator für eine funktionierende Partnerschaft. Eine Partnerschaft, die jedoch nur auf Sex basiert, die ist auch nicht besser auf Dauer (Stichwort Hörigkeit).


    Ja, genau so ist das. Wenn's auf der Ebene nicht mehr stimmig ist, bröselt alles andere m.E. auch relativ rasch und verkommt zur reinen Fassade, und der Rest ist höchstwahrscheinlich reine Gewohnheitsbildung. Ich weiß nicht, was da hilft. Wahrscheinlich viel miteinander reden und auch mal gemeinsam Dinge ausprobieren, die man sich vorher nicht getraut hat. Das setzt aber viel Vertrauen der Partner zueinander voraus (nicht immer gegeben..) und: dass die jeweiligen sexuellen Vorstellungen einigermaßen harmonieren.

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