Binationale/Bireligiöse Ehen

  • ...gut oder schlecht?
    Menschen aus verschiedenen Ländern, die ggf. sprachliche Defizite aufweisen, sich dennoch gut verstehen und verständigen können, leben glücklich miteinander, ohne erhebliche Beziehungsprobleme. Dann wiederum gibt es Ehepartner, die aus dem gleichen Kulturkreis stammen, sich lediglich in ihrer Glaubensrichtung unterscheiden und spätestens nach der Geburt des ersten Kindes kaum noch miteinander klarkommen, Streitpunkt in diesem Fall: welche Religion wird dem Kind nahegebracht? Die des Vaters oder der Mutter? Mich würde interessieren was für Erfahrungen ihr bzgl der Mischehen gemacht habt. Vielleich lebt ihr selber in einer Mischehe und könnt berichten...

  • Mischehe 1: Meine Eltern, deutsch/türkisch, beide Atheisten, glücklich verheiratet seit über 40 Jahren.


    Mischehe 2: Ich und Sotiria, türkisch/griechisch, beide Atheisten, glücklich verheiratet seit 5 Jahren.


    Sprachliche Defizite gibt es in keiner der beiden Ehen, meine Eltern kommunizieren auf Deutsch, Sotiria und ich auf Deutsch und Englisch. Religion ist kein Thema und "kulturelle Unterschiede" marginal.

  • ...gut oder schlecht?
    Menschen aus verschiedenen Ländern, die ggf. sprachliche Defizite aufweisen, sich dennoch gut verstehen und verständigen können, leben glücklich miteinander, ohne erhebliche Beziehungsprobleme. Dann wiederum gibt es Ehepartner, die aus dem gleichen Kulturkreis stammen, sich lediglich in ihrer Glaubensrichtung unterscheiden und spätestens nach der Geburt des ersten Kindes kaum noch miteinander klarkommen, Streitpunkt in diesem Fall: welche Religion wird dem Kind nahegebracht? Die des Vaters oder der Mutter? Mich würde interessieren was für Erfahrungen ihr bzgl der Mischehen gemacht habt. Vielleich lebt ihr selber in einer Mischehe und könnt berichten...


    Weder Religion noch Sprache machen eine gute Beziehung und Ehe aus.
    Wichtiger finde ich, dass sich die Partner verstehen und gut miteinander auskommen.
    Es ist also eine Charaktersache und eine Sache der inneren Chemie.


    Auch bei verschiedenen Kulturkreisen muss es nicht zu Streitigkeiten zwecks Religionsfestlegung der Kinder kommen. Gute Partner können sich einigen.


    Wir haben das seinerzeit ausgiebig erörtert und unsere eigenen Standpunkte besprochen.
    Unsere Kinder bekamen die Religion der Mutter, ihnen wurde aber die Religion des Vaters nahegebracht.
    Ausserdem lernten unsere Kinder alle Religionen zu achten.

  • Ich sag ja immer die Mischung machts. :D
    Alles andere ist doch langweilig und das gute ist, eingängige Klischees können niemals zutreffen. "Der Deutsche", "Der Türke", "Der Chinese", "Der Moslem", "Der Christ", das alles gilt dann nicht mehr und die Pauschalisier laufen stets ins Leere.
    Schwer zu fassen sind die Kinder solcher "Mischehen" (finde den Begriff persönlich nicht so gut, hat was rassistisches an sich, aber man weiß wie es gemeint ist).
    Die Gefahr besteht, dass sie zwischen alle Stühle geraten, ein gutes Elternhaus ist dabei Pflicht. Denn die hautnahe Erkenntnis und das Erleben verschiedener Kulturen, sei es nun auf nationaler oder religiöser Ebene ist unverzichtbar. Das sind wahre Kosmopoliten und ich denke Religionshass und Rassismus können so viel weniger gedeihen.


    Klar kann es zu den unterschiedlichsten Problemen kommen, aber diese sind ebenso bei "Nicht-Mischehen" möglich und genauso häufig, wenn nicht gar häufiger. Denn die bewusste Entscheidung eine solche Liebesehe einzugehen, zeigt die Hingabe und Leidenschaft.


    Katholisch - Evangelisch ---> Das war vor rund 30 Jahren noch schwierig und äußerst problematisch hier in Deutschland
    Alevitisch - Sunnitisch ---> da gibt es heute noch in der TR teilweise Probleme vergleichbar mit der Situation in D vor 30 Jahren
    National1 - National2 --> da kenne ich nur positive Beispiele


    Vielleicht sind sog. Mischehen ja das eigentliche Erfolgsrezept. :yesnod:

  • Alevitisch - Sunnitisch ---> da gibt es heute noch in der TR teilweise Probleme vergleichbar mit der Situation in D vor 30 Jahren


    ich glaube eher, dass die Differenzierung eher bei den Türken in Deutschland gemacht wird, weniger in der Türkei, da die Türken in der Türkei vom Denken her fortgeschrittener sind, als die die hier leben.

  • Schwer zu fassen sind die Kinder solcher "Mischehen"
    Die Gefahr besteht, dass sie zwischen alle Stühle geraten


    Das sehe ich anders.
    Wenn man seine Kinder im Griff hat -und das sollte in jedem Elternhaus der Fall sein- dann sehe ich diese Gefahr keineswegs.
    In diesen Ehen sind b e i d e Elternteile gefordert.
    Jeder sollte aus seinem Kulturkreis vermitteln.


    So lernten unsere Kinder ebenfalls beide Sprachen, finden sich in Deutschland sowie im Heimatland des Vaters sehr gut zurecht.
    Sind auch stolz auf b e i d e Kulturen und leben sie beide.
    Aber unsere Kinder sind auch weltoffener als viele aus deren Freundeskreis, das ist es was mir dabei auffällt.

  • Mischehe 1: Meine Eltern, deutsch/türkisch, beide Atheisten, glücklich verheiratet seit über 40 Jahren.


    Mischehe 2: Ich und Sotiria, türkisch/griechisch, beide Atheisten, glücklich verheiratet seit 5 Jahren.


    Sprachliche Defizite gibt es in keiner der beiden Ehen, meine Eltern kommunizieren auf Deutsch, Sotiria und ich auf Deutsch und Englisch. Religion ist kein Thema und "kulturelle Unterschiede" marginal.


    Ich denke, dass religiöse Unterschiede größere Probleme darstellen, als kulturelle. Währe deine Mama Muslimin oder dein Papa Christ hätte es vielleicht nicht so gut geklappt, oder eben bei dir und Sotiria. Sind halt nur Spekulationen :)


  • Eben deshalb schrieb ich ja, dass das Elternhaus in einem solchen Fall sehr wichtig ist.
    Es kommt auch auf die Persönlichkeit des Kindes an. Ist es selbstbewusst oder lässt es sich durch Dritte beeinflussen.


    Die Problematik dass solche Kinder weder als - bleiben wir bei dem Beispiel Deutsch-Türken - von türkischer Seite nicht als richtige Türken von deutscher Seite nicht als richtige Deutsche angesehen werden ist leider gesellschaftlich keine Seltenheit. Da kommt es auf die Eltern und auf den Charakter des Kindes selber an. Positiv und selbstbewusst damit umzugehen, denn nichts anderes ist in diesem Fall angebracht, ist bei manch einem nicht so einfach.


    Aber das ist ein Vorteil den sich ein solches Kind bewusst machen (lassen) muss.

  • @Brain


    Pascht scho! Weder gab es jemals Diskussionen "Mein Gott ist aber stärker als Deiner" oder besser: "Deine Religion ist viel unlogischer als meine!" noch war die Religion der Kinder jemals ein Thema. Es fängt dann an schwierig zu werden, wenn es irrational wird. Sind die Religionen draussen, ist ein Großteil des irrationalen Streitpotentials nicht vorhanden.

  • Ich denke, dass religiöse Unterschiede größere Probleme darstellen, als kulturelle. Währe deine Mama Muslimin oder dein Papa Christ hätte es vielleicht nicht so gut geklappt, oder eben bei dir und Sotiria. Sind halt nur Spekulationen :)


    Das sind tatsächlich Spekulationen.
    Mein Mann war Moslem und ich war Christin. Religion war für uns niemals ein Thema. Jeder achtete die Religion des anderen.
    Ãœbermorgen z.B. wird meine Mutter beerdigt. Er wird ebenso die Kirche besuchen und daran teilnehmen wie jeder andere auch. Es hat keine Diskussion gegeben denn es ist für uns selbstverständlich. Es ist Teil des Lebens des einen oder anderen Partners.
    Wenn in solchen Dingen keine Toleranz herrscht, wo denn dann?


  • Die Problematik dass solche Kinder weder als - bleiben wir bei dem Beispiel Deutsch-Türken - von türkischer Seite nicht als richtige Türken von deutscher Seite nicht als richtige Deutsche angesehen werden ist leider gesellschaftlich keine Seltenheit.


    Das sehe ich anders. Die einzigen, von denen ich höre, dass ich kein "wahrer" Türke wäre sind die, über die man in der Türkei nur lacht. In der Türkei existiert dieses Problem z.B. kaum - von einigen seltenen Exemplaren der Rassisten einmal abgesehen. Beispiele hatten wir auch hier im Forum - zum Vergnügen aller - genug.


    In Deutschland ist die Situation leider schwieriger.

  • Das sehe ich anders. Die einzigen, von denen ich höre, dass ich kein "wahrer" Türke wäre sind die, über die man in der Türkei nur lacht. In der Türkei existiert dieses Problem z.B. kaum - von einigen seltenen Exemplaren der Rassisten einmal abgesehen. Beispiele hatten wir auch hier im Forum - zum Vergnügen aller - genug.


    In Deutschland ist die Situation leider schwieriger.


    Auch das ist bei uns anders.
    Unsere Kinder wurden immer als Deutsche und als Einheimische gesehen.
    Im Land des Vaters werden sie als deren Bürger geachtet.
    Schwierigkeiten hat es bislang nicht gegeben, in keinem der beiden Länder. Sie fühlen sich überall zu Hause und fühlen sich angenommen und willkommen.

  • Ich bin auch in einer "Mischehe", meine Frau ist russisch (-orthodox), ich deutsch (-lutherisch). Funktioniert ausgezeichnet seit über sechs Jahren, auch wenn wir noch andere "Differenenzen" haben, z.B. bezüglich Ordnung.
    Wenn es anderswo genug Gemeinsamkeiten gibt und man bereit ist, die Schwächen des jeweils anderen zu akzeptieren, dann funktioniert es.
    Problematisch wird es aber, wenn es "missionarisch" wird, aber nicht unbedingt religiös. Ganz gewöhnliche Politik, Essgewohnheiten, Urlaubsziele - sobald einer anfängt den anderen unbedingt "überzeugen" zu wollen, kann es in die Hose gehen. Ein schlechtes Zeichen wäre sicherlich, wenn sich einer vor der Hochzeit "wünscht", der andere möge seine Religion wechseln. Da gibt es dann gleich zwei Sollbruchstellen, auf der Seite des Geschubsten ist dann vielleicht schon ein kleiner Riss und der Schubser könnte gelegentlich entdecken, dass er einen Simulanten in seine heiligen Hallen gelassen hat.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Mischehen ? Was für eine Frage .


    Wer will wird ein Paar , setzt Kinder in die Welt oder auch nicht . Egal , Nationalitäten, Herkunft und Religion dürfen dabei keine Rolle spielen .


    Hauptsache sie werden Glücklich und wenn es schief geht , anyway .

    Einmal editiert, zuletzt von BON BOX ()

  • Wenn man schon Mischehen in den Himmel lobt, sollte man auch erwähnen, wenn jemand geschieden ist.


    Das ist ein wichtiger Einschnitt für die Kinder.

  • Wenn man schon Mischehen in den Himmel lobt, sollte man auch erwähnen, wenn jemand geschieden ist.


    Das ist ein wichtiger Einschnitt für die Kinder.


    Nicht richtig gelesen ?


    Aber dennoch ist das Thema vordergruendig die Mischehe und nicht die Scheidung.


    Ueber Kinder aus geschiedenen Ehen zu diskutieren ist Dir moeglich. Mach einfach den passenden Thread dazu auf.:biggrin:

  • Ich empfinde die Frage nach einer "Mischung" genauso problematisch wie die nach der "Reinheit". Letzteres kann ja als vollkommen nur gelten bei inzestuösen Beziehungen, weil da die genetische Ähnlichkeit am stärksten ausgeprägt ist.
    Darum sind sämtliche Beziehungen doch eher auf "Mischung" ausgerichtet, mal mehr, mal weniger.
    Die Besonderheit dieses Mehr oder Weniger kann dann nur noch ideologisch-religiös oder noch allgemeiner, kulturell festgestellt werden.
    Für manch einen ist schon die Mischung zwischen evangelischen und katholischen Christen problematisch, für andere fängt das erst bei Christen und Moslems an, für wieder andere ist das alles überhaupt kein Thema.
    Weiterhin wird "Mischung" auch in der Verbindung zweier verschiedener Hautfarben gesehen oder einfach nur zweier verschiedener Nationen.
    So wohnt in unserem weiteren Nachbarschaftskreis ein Dorfgreis, der wohl niemals überwinden wird, daß sein Sohn eine Niederländerin geheiratet hat. Aus der Ferne mag das zum Schmunzeln anregen, aus der Nähe kriegt man aber sehr genau mit, wie die Beteiligten daran zu knabbern haben.
    Für mich ist die "Misch-Ehe" deshalb eher normal, richtet sich gegen kulturelles Beharren, was ich nicht gleichsetzen würde mit Traditionspflege.

  • Wenn man schon Mischehen in den Himmel lobt, sollte man auch erwähnen, wenn jemand geschieden ist.


    Keiner "lobt" hier speziell Mischehen in den Himmel. Wir sollten UNSERE Erfahrungen schildern und die scheinen überwiegend positiv zu sein. Ich habe nicht "eine Griechin" geheiratet, sondern Sotiria. Dass sie Griechin ist, war Zufall. Die gleiche Person hätte ich auch geheiratet, wenn sie Deutsche oder Türkin wäre.


    Zitat

    Das ist ein wichtiger Einschnitt für die Kinder.


    Das ist er auch bei Nicht-Mischehen. Hat also mit diesem Thread nicht so viel zu tun.....

  • Auch das ist bei uns anders.
    Unsere Kinder wurden immer als Deutsche und als Einheimische gesehen.


    Dann müssen sie aber auch deutsch aussehen. Ab schwarze Haare und etwas dunklerer Haut heißt es: "Sie sind aber kein richtiger Deutscher, oder?" oder im Falle einer Verkehrskontrolle, als der Bulle mich vollkommen grundlos fragte, ob ich den deutschen Ausweis "im Lotto gewonnen hätte!"


    In Deutschland hat das flächendeckend eine rassistische Komponente. Man muss nicht nur so heißen oder so sprechen, man muss auch "aussehen" wie ein Deutscher.

  • Dann müssen sie aber auch deutsch aussehen. Ab schwarze Haare und etwas dunklerer Haut heißt es: "Sie sind aber kein richtiger Deutscher, oder?" oder im Falle einer Verkehrskontrolle, als der Bulle mich vollkommen grundlos fragte, ob ich den deutschen Ausweis "im Lotto gewonnen hätte!"


    In Deutschland hat das flächendeckend eine rassistische Komponente. Man muss nicht nur so heißen oder so sprechen, man muss auch "aussehen" wie ein Deutscher.


    Man sieht ihnen schon an dass sie nicht "reindeutsch" sind. Aber sie sind nicht so dunkel dass sie nicht auch als Deutsche durchgingen.
    Dem Enkelkind hingegen ist nichts "dunkles" anzusehen.


    Deine Erfahrung habe ich aber im Bekanntenkreis schon erlebt.