Binationale/Bireligiöse Ehen

  • Und wann war das?


    ab 1933 bis ungefähr 1968.
    Im Zuge der Aufarbeitung der Vergangengeheit wurde der Begriff "Mischehe" aus dem deutschen Gesetzbuch bereits 1948 gelöscht, wirkte aber etwa noch weitere 20 Jahre in der Gesellschaft fort. Es gibt verschiedene Bücher zum Thema: Z. B. Neger Neger, Schornsteinfeger.

    Einmal editiert, zuletzt von Firecreek ()

  • Ich bin nicht ausländerfeindlich!
    Eigentlich bin ich authentisch und gebe mich, wie ich bin.
    Warum sollte ich schleimen, das liegt mir nicht.


    Mir scheint es so, dass du persönlich nicht so sehr viel Erfahrung mit Ausländern gehabt hast, eher von Dritten (z. B. Presse, welche auch immer) mit dem Thema konfrontiert worden bist. Deine Fragen deute ich so, dass du dir kein (Vor-)Urteil gebildet hast. Wenn das so ist, waren die Antworten der Mitforisten mitunter kontraproduktiv.

  • Wenn das Türkenviertel so klein ist, ist es ja kaum repräsentativ. :)


    Also wenn ich als Glatzenträger mit Bomberjacke und Boots in Kreuzberg rumlaufen kann, dann kann fast jeder in jedes Türkenviertel Deutschlands und Österreichs gehen.
    Es kommt drauf an wie man sich gebahrt.

  • Auch den ihren bei mir. :p


    Hinterwäldler kommen mir nicht in die Tüte. Allerdings ist die Bezeichnung Balkan-Türke zu kurz gegriffen, denn nur ein Teil ihrer Verwandtschaft ist von dort. Der Rest kommt von der Mittelmeer-Küste. Dort sind sie oft auch etwas "legerer", bzw. aufgeklärter.


    Richtig, wobei ich hier etwas differenzierter an die Sache antrete. Ein Leben nicht gerade nach den üblichen Regeln des Islam bedeutet nicht zwangsläufig, dass man auch wirklich aufgeklärt (im Sinne dessen, was wir in Europa darunter verstehen) ist. Dafür kenne ich persönlich zu viele Vollidioten.


    Zitat

    Ich denke es hat auch mit dem viel länger andauernden kulturellen Austausch zu tun, der sich zwangsläugfig -auf der Alltagsebene- ergab über die Jahrhunderte. Man färbte auf einander ab.
    Wieviel türkische Kultur ist denn im Balkan aufgegangen, wenn man Essen, Sprache, Namen und zum Beispiel Musik nimmt.
    Sehr viel. Ein guter Freund von mir aus Belgrad heisst Srdjan und ist Serbe. Er trinkt gerne Rakija. Nicht nur sein Getränk, auch sein Name ist türkischen Ursprungs. Er ist aber ein serbischer Patriot. Um nur zwei Beispiele aus dem Stehgreif zu nennen. Es ging aber eben auch umgekehrt. Trotz all der plakativen Animositäten zwischen den Völkern, gab es auf lokaler Ebene schon immer regen Kontakt und Austausch.


    Selbstverständlich gab es diesen. Etwas anderes kann man auch nicht behaupten. Gewollt oder ungewollt, Menschen, die zusammenleben, beeinflussen sich in ihrer Lebensart und manchmal sogar in ihrer Denkweise gegenseitig. Auf dem Balkan ging diese Beeinflussung hauptsächlich aber von den Türken auf die Einheimischen aus. Die Osmanisierung war in manchen Gebieten gewollt, andere Völker wiederum taten es aus sich heraus: die Bosniaken sind ein solches Beispiel. Sie traten aus freien Stücken zum Islam über. Bis heute versteht man sich politisch exzellent und vom wirtschaftlichen Aufschwung profitieren sie auch. Gerade in diesen Tagen fährt die Türkei Millionen-Euro-Projekte auf, um "die ihrigen" zu unterstützen, während Serbien und Kroatien die serbisch-orthodoxen bzw. kroatisch-katholischen Bosnier fördern.


    Die Namen sind ein oft verwendetes Beispiel für diese Einflussnahme. Was gibt es auch Persönlicheres als den eigenen Namen? Noch heute findet man tausende Familien, die mit Nachnamen Osmane heißen und muslimische (vermeintlich türkische) Vornamen wie Hüseyin oder Murat tragen. Vor allem in BiH, ROM, AL und KS-AL.


    Die nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches vom Balkan in die Türkei flüchtenden Muslime waren zu einem sehr großen Teil nicht einmal ethnische Türken und ihre Einflüsse auf die Türkei sieht man bis heute. Die rasche Integration der Balkan-Türken in die Türkei-türkische Gesellschaft zeigt zudem, dass die eigene Kultur, Religion und Sprache ein halbes Jahrtausend lang erhalten blieb.


    Zitat

    Balkantürken und auch nicht wenige in Istanbul feiern eine Art Weihnachten. Zu Neujahr beschenkt man sich innerhalb der Familie. Es ist angelehnt an den Weihnachtsbrauch.
    Man mag dies nun als Ketzerei, Bid'a, Volksverrat oder sonstwas nennen. Ich nenne es den natürlichen Gang, der Dinge, menschlich und den Zustand den Gott sich für die Welt wünscht, egal ob Allah oder Jahwe oder sonstwer.


    Das ist allerdings kein Massenphänomen. Dieser Baumkult, Sonnen- und Mondkult, die Wintersonnenwende usw., all das spielte auch bei den Alttürken eine kulturell wichtige Rolle und drückt sich in ihrer Religion des Tengrismus aus. Verkürzt ausgedrückt, das christianisierte Weihnachtsfest fiel mit diesem vorislamischen Fest eben auf das gleiche Datum. Das war mehr Zufall als eine wie auch immer aussehende Integration. Newroz (Frühjahrsfest), in Deutschland als Kurdenfest bekannt, feiern auch die mittelasiatischen Turkvölker. Will sagen: Das sind eher präislamische Ãœberbleibsel. Heute wird schlicht und ergreifend im westlichen Sinn abgefeiert, wenngleich es kleine Unterschiede gibt. Die (westlichen) Türken feiern mit Weihnachtsbaum und -mütze das neue Jahr, während im Westen das Fest der Geburt Jesu' auch eine christliche Konnotation hat, die aber auch mehr und mehr ins Hintertreffen gerät - meine Meinung.


    Zitat

    Die Religion wird immer gerne genutzt um sich abzugrenzen, ganz besonders in nationalen Konflikten bei denen es um ganz andere Dinge geht.
    Zwei Beispiele wären Kashmir und Nordirland. Es gibt dutzende. Gerade in Zeiten von Islamismus, Islamophobie etc. flüchten sich die Menschen gerne in das eine oder eben das andere um Schutz, Halt und Stellung zu beziehen.


    Wenn Religion aber Abgrenzung zum Zweck haben sollte dann will ich mit ihr nichts zu tun haben und halte sie für Teufelszeug.


    Kann man drüber streiten. Der Protestantismus ist nun einmal ein Markenzeichen der Norddeutschen und der Katholizismus das der Südlichter. Ein bisschen Abgrenzung musst Du schon zulassen.
    (Bitte)
    :joker:

    Einmal editiert, zuletzt von Buak ()

  • Ich weiss es doch nicht, eben nur das, was man in Presse und Funk hört oder liest.
    In meiner Stadt gibt es ein kleines Türkenviertel und ich kann nicht dort hingehen und mir meine Fragen beantworten lassen.


    .


    In unserer Stadt gibt es nicht einmal Tuerken und doch muss ich solche Fragen nicht stellen.
    Ich bin naemlich im Net unterwegs.


    Du nicht?

  • Guter Beitrag Buak, danke dafür, allerdings werde ich nicht vor morgen darauf antworten, es ist jetzt schon zu spät und meine Ressourcen sind aufgebraucht. ;)

  • Mir scheint es so, dass du persönlich nicht so sehr viel Erfahrung mit Ausländern gehabt hast, eher von Dritten (z. B. Presse, welche auch immer) mit dem Thema konfrontiert worden bist. Deine Fragen deute ich so, dass du dir kein (Vor-)Urteil gebildet hast. Wenn das so ist, waren die Antworten der Mitforisten mitunter kontraproduktiv.


    Natürlich hatte ich keine Vorurteile gegen Türken, ich kenne nur einen Taxifahrer ,der kam allerdings aus Istanbul ,mit den Frauen im Supermarkt kann man sich nicht unterhalten, sie können kaum Deutsch.
    Ich dachte, in einem türkischen Forum, kann man Interessantes erfahren, wenn ich schon mal da bin.
    Hat leider nicht funktioniert.
    Danke für dein Interesse.

  • In unserer Stadt gibt es nicht einmal Tuerken und doch muss ich solche Fragen nicht stellen.
    Ich bin naemlich im Net unterwegs.


    Du nicht?


    Ich war noch nie in einem türkischen Forum unterwegs und in anderen Politikforen, wird zu diesem Thema gepöbelt.
    Und ich will mich nicht einseitig informieren und Vorurteile 1 zu 1 übernehmen.

  • Guter Beitrag Buak, danke dafür, allerdings werde ich nicht vor morgen darauf antworten, es ist jetzt schon zu spät und meine Ressourcen sind aufgebraucht. ;)


    Ich möchte ja nur wissen, ob Du meiner Bitte stattgibst. :D

  • Ich möchte ja nur wissen, ob Du meiner Bitte stattgibst. :D


    Ich versuche ein Anarcho-Meinungs-Tolerator zu sein, so gut wie es geht.


    Aber nur unter der Bedingung das du das hier zur Kenntnis nimmst :p


  • @Tierfreundin


    Durch diese weit verbreitete Pöbelei, sind einige Türken (Deutschtürken) etwas dünnhäutig, das ist nachvollziehbar.
    Ich habe einen Freund, der sieht aus wie ein Perser, ist aber Urbayer (und Gymnasiallehrer für Deutsch und Geschichte). Der erlebt es am eigenem Leib.
    Einige Male war ich dabei. Bei einer Verkehrskontrolle fragte der Polizist: Wie bist du an den deutschen Pass gekommen (und lachte doof), worauf ich (Beifahrer) mich einmischte und entgegnete: "Das ist kein Pass, das ist ein Personalausweis. Das steht drauf. Wie sind Sie an Ihren Hauptschulabschluss gekommen?"
    Das machte € 250,--.


  • Einige Male war ich dabei. Bei einer Verkehrskontrolle fragte der Polizist: Wie bist du an den deutschen Pass gekommen (und lachte doof), worauf ich (Beifahrer) mich einmischte und entgegnete: "Das ist kein Pass, das ist ein Personalausweis. Das steht drauf. Wie sind Sie an Ihren Hauptschulabschluss gekommen?"
    Das machte € 250,--.


    Ich bin strohblond. Meine Mutter ist dunkelbraunhaarig, so das es wie schwarz aussieht. Wäre es schwarz, dann wäre es genetisch dominant und ich schwarzhaarig.
    Als wir in die Gegend zogen wo ich aufwuchs hiess es von den Nachbarn:


    "Jetzt ziehen die Türken auch schon hierher."


    Ein anderes mal wurden wir als Kanackenbande beschimpft, obwohl mein Vater, ich und meine Schwester blond sind/waren und nur meine Mutter dunkle Haare hatte.

  • @Tierfreundin


    Durch diese weit verbreitete Pöbelei, sind einige Türken (Deutschtürken) etwas dünnhäutig, das ist nachvollziehbar.
    Ich habe einen Freund, der sieht aus wie ein Perser, ist aber Urbayer (und Gymnasiallehrer für Deutsch und Geschichte). Der erlebt es am eigenem Leib.
    Einige Male war ich dabei. Bei einer Verkehrskontrolle fragte der Polizist: Wie bist du an den deutschen Pass gekommen (und lachte doof), worauf ich (Beifahrer) mich einmischte und entgegnete: "Das ist kein Pass, das ist ein Personalausweis. Das steht drauf. Wie sind Sie an Ihren Hauptschulabschluss gekommen?"
    Das machte € 250,--.



    MUSST DU MACHEN SO............:peace2:


  • Bei einer Verkehrskontrolle fragte der Polizist: Wie bist du an den deutschen Pass gekommen (und lachte doof), worauf ich (Beifahrer) mich einmischte und entgegnete: "Das ist kein Pass, das ist ein Personalausweis. Das steht drauf. Wie sind Sie an Ihren Hauptschulabschluss gekommen?"
    Das machte € 250,--.


    :thumbsup:

  • Ich bin strohblond. Meine Mutter ist dunkelbraunhaarig, so das es wie schwarz aussieht. Wäre es schwarz, dann wäre es genetisch dominant und ich schwarzhaarig.


    Das kann man so einfach nicht sagen. Vereinfacht gesagt hat man für jedes Merkmal pro Zelle genau zwei Allele. Stell dir vor "A" wäre das Allel für schwarze Haare und dominant über "a" als Allel für "nicht schwarze Haare". Falls beide Eltern die Allelkombination "Aa" haben, sind sie beide schwarzhaarig (weil "A" dominant ist über "a"). Wenn dir aber jeder von ihnen sein "a" weitergibt, bist du "aa" und damit nicht schwarzhaarig (die Wahrscheinlichkeit dafür wäre genau 1/4 - das Beispiel ist stark vereinfacht, weil das Merkmal "Haarfarbe" nicht nur von einem Allelenpaar abhängt).


    Kurz gesagt: Auch wenn beide Eltern ein dominantes Merkmal aufweisen, ist es unter bestimmten Umständen möglich, dass ihr Kind das nicht dominante (rezessive) Merkmal trägt.

  • Das kann man so einfach nicht sagen. Vereinfacht gesagt hat man für jedes Merkmal pro Zelle genau zwei Allele. Stell dir vor "A" wäre das Allel für schwarze Haare und dominant über "a" als Allel für "nicht schwarze Haare". Falls beide Eltern die Allelkombination "Aa" haben, sind sie beide schwarzhaarig (weil "A" dominant ist über "a"). Wenn dir aber jeder von ihnen sein "a" weitergibt, bist du "aa" und damit nicht schwarzhaarig (die Wahrscheinlichkeit dafür wäre genau 1/4 - das Beispiel ist stark vereinfacht, weil das Merkmal "Haarfarbe" nicht nur von einem Allelenpaar abhängt).


    Kurz gesagt: Auch wenn beide Eltern ein dominantes Merkmal aufweisen, ist es unter bestimmten Umständen möglich, dass ihr Kind das nicht dominante (rezessive) Merkmal trägt.


    Mein Vater ist rot, meine Schwester ist rot und ich bin es, sonst niemand. Wie wahrscheinlich ist es eigentlich, dass man (im Speziellen meine Kleinigkeit) rothaarige Kinder bekommt? Und ist es in Deutschland unwahrscheinlicher oder wahrscheinlicher als anderswo auf diesem Planten? Bist Du Biologe? Wenn wir schoN über Mischehen reden, dann etwas genauer. :D

    3 Mal editiert, zuletzt von Buak () aus folgendem Grund: Zusatz


  • Mein Vater ist rot, meine Schwester ist rot und ich, sonst niemand. Wie wahrscheinlich ist es eigentlich, dass man rothaarige Kinder bekommt? Und ist es in Deutschland unwahrscheinlicher oder wahrscheinlicher als anderswo auf diesem Planten? Bist Du Biologe? Wenn wir schoN über Mischehen reden, dann etwas genauer. :D



    Was meinst du mit "sonst niemand"? Hast du Geschwister, die nicht rothaarig sind? Ist deine Mutter nicht rothaarig?
    Ich könnte es dir mit dem gleichen, vereinfachten Modell erklären, wie Bayloz. Das erklärt sehr gut, warum es prinzipiell möglich ist, dass ein bei den Eltern verstecktes Merkmal bei den Kindern wieder auftritt. Ich kann es dir aber nur vereinfacht erklären, weil Haarfarbe in der Realität ein "polygenes Merkmal" ist, also von mehr als einem Allelenpaar abhängt, so dass die Sache etwas komplizierter ist. Wenn du mir meine Eingangsfrage beantwortest, kann ich dir den Grund mit Hilfe des vereinfachten Beispiels nennen.


    Nein, der Geburtsort entscheidet nicht über die Haarfarbe - aber in bestimmten Regionen sind bestimmte Allele (Varianten von Genen) innerhalb der Bevölkerung verbreiteter als anderswo, so dass deshalb auch die Wahrscheinlichkeit, Kinder mit von diesen Allelen verursachten Merkmalen zur Welt zu bringen, größer ist.


    Ja, ich bin Biologe.


    P.S.: Ach, ich sehe, du hast noch eine Frage hinzugefügt. Wie wahrscheinlich es ist, dass du rothaarige Kinder bekommst, hängt natürlich auch davon ab, was der Genotyp der Mutter der Kinder sein wird. Ist die Mutter z.B. "homozygot schwarzhaarig" wird's wohl nichts mit rothaarigen Kindern. :)

    Einmal editiert, zuletzt von jaki01 ()