Geschichten, die das Leben schreibt

  • Hier sollen Geschichten gesammelt werden, wie die, die ich euch nicht vorenthalten möchte:


    Zwei befreundete Familien in bester Nachbarschaft.
    Die einen Mögen Hunde, haben zwei, die anderen mögen Kaninchen, haben drei.
    Eines Tages kehrt einer der Hunde heim.
    Mit einer bösen Ãœberraschung.
    In seinem Maul trägt er völlig verdreckt Nachbars Kaninchen.
    Schockschwere Not! Was tun?
    Man tat nicht das einzig richtige, wollte wohl das gute nachbarschaftliche Verhältnis nicht gefährden.
    Also das tote Karnickel gereinigt und zurück in den Stall gelegt.
    Sich darauf vorbereitend Unschuld zu heucheln.
    Tags darauf kommt der Nachbar vorbei... ziemlich verwirrt und erzählt:
    Also uns ist ja was passiert...
    Haben wir doch die Tage eines unserer Kaninchen begraben müssen.
    Und heute liegt es wieder in seinem Stall.

  • Kreative Stränge unterstütze ich immer.
    :)
    Sollen hier auch andere User ihre Geschichten erzählen, Peddargh, oder möchtest du, dass wir einfach nur deine lesen und kommentieren?

  • Gebt mir alles!
    Hier sollen Geschichten gesammelt werden die das Leben schreibt!
    Nicht nur die vom Peddargh allein...

  • [FONT=&amp]Dies ist eine Begebenheit - natürlich inspiriert von dem peddarghschen Eingangsdrama dieses Stranges und doch nichts als die volle Wahrheit - aus dem Eigenheim und dem Dschungel der es umgibt, bevölkert von blutrünstigen Kreaturen, gierigen Monstern und heimtückischen Jägern die dem täglichen Blutvergießen nachgehen, ohne sich darum zu kümmern dass der Mensch bemüht ist mit ordnender Hand einzugreifen. Darum folgt mir nun hinab in die Gefilde der Zähne und Klauen und des täglichen Kampfes auf Leben und Tod. Natürlich ist dies nur eine Episode des Schlachtens und andere können ebenfalls ans Licht der Öffentlichkeit gebracht werden, so es nicht auf allzu heftige Ablehnung und empörtes Grauen stößt. [/FONT]:yikes:


    [FONT=&amp]Der Todesschrei eines kleinen Vogels gellte durch die morgendliche Küche und mir blieb der Bissen im Hals stecken. Leicht würgend schluckte ich ihn hinunter, als kurz darauf die typischen Fressgeräusche einer Katze die ihre Beute im Ganzen verschlingt an mein Ohr drangen. Das Knacken der kleinen Knöchelchen, das Schmatzen und Schnappen des mörderischen Geschöpfes und das Malmen und Schlingen, welches letztlich nur ein paar Blutstropfen und Federn zurücklässt oder einen Mauseschwanz oder Kopf oder gar den Magen…[/FONT]

    [FONT=&amp]Heute Morgen hatte ich gedacht, mir bliebe der Anblick einer nächtlichen Jagd erspart, mit dem mich unsere schwarze Katze immer mal wieder erfreut. Sie pflegt mir die Ãœberreste neben den Stuhl zu legen, auf dem ich beim Frühstücken sitze. Wahrscheinlich denkt sie dabei: „Da, nimm, sollst auch was abhaben fürs Dosenöffnen“, oder was sich Katzen so denken. Jedenfalls wäre mir das sogar lieber gewesen, als diese Live-Vorführung ihrer Jagdkünste. Aber da ist sie gnadenlos, so süß und anschmiegsam sie sonst ist und findet sich total gut bei ihrer schaurigen Verrichtung. Manchmal findet sie es auch witzig mir eine Maus zu bringen und im Zimmer rennen zu lassen, um dann Herrchen beim Mausjagen zu beobachten. Das kann das Los eines Katzenbesitzers sein, muss aber nicht. Unsere Getigerte ist bei der Jagd weit weniger erfolgreich und der Kater, der vor einem Jahr den Heldentod im Kampf mit Nachbars Schäferhund starb, hat sowieso nur den Fressnapf gejagt. Aber das mit dem Kater und dem Schäferhund ist eine andere Geschichte.[/FONT]

  • Katzen sind Räuber...
    Kenne ich gut dieses Dilemma.
    Was haben unsere beiden Kater nicht schon alles nach Hause gebracht...
    Daran kann man gut die Fauna der Umgebung studieren, sofern genug für Studien übrig bleibt.


    Wegen dieses, aus menschlicher SIcht grausamen Spiels haben wir auch die kleinste Ritze dicht gemacht,
    um den Getier, welcher Art auch immer, grausam wie es ist, die Fluchtwege zu nehmen.
    Denn die Katze die vor dem Herd, vor dem Schrank, sonstwo hockt und darauf wartet,
    dass sich die Beute aus der Deckung traut, hat nicht ewig Geduld.
    Was zu weilen dazu führt, dass sich im Haus der widerwärtig süße Duft der Verwesung breit macht.


    Daher als Tip: Ritzen schliessen!


    Und eine weitere Geschichte die das Leben schrieb:


    Vor Jahren fanden meine Tochter (damals um die 7 Jahre) einen Pöppen (Jungfrosch)
    fanden diesen sooo süüühüüüß.
    Spielten eine Weile damit(sehr vorsichtig), studierten das Tier(sehr interessiert)
    und wollten es dann retten.
    Trugen es also zum Gartenteich und entließen es dort in die Freiheit.
    *Plitsch*
    Gleich darauf stieg ein Karpfen von Grund des Sees auf und *haps*
    Ich dachte: schockschwere Not... Konnte mir das Lachen aber nur schwer verkneifen...
    Allerdings fanden das die beiden Kleinen dann genauso lustig wie ich und kicherten wild drauf los...
    Der Mensch ist eine Besite.

  • Gleich darauf stieg ein Karpfen von Grund des Sees auf und *haps*


    Du hälst Killerkarpfen ? :yikes: Das hätte ich Dir nicht zugetraut, noch dazu wo kleine Kinder in der Nähe sind. :cornut:


    Mein Eigenheim hat übrigens keine Ritzen, aber eine Katzenklappe. Die Beute wird also draußen gefangen und drinnen nochmal gejagt, sozusagen unter stark eingeschränkten Fluchtmöglichkeiten. Katzen sind nicht nur Räuber, sondern auch noch gemein. :reddevil:

  • Du hälst Killerkarpfen ? :yikes: Das hätte ich Dir nicht zugetraut, noch dazu wo kleine Kinder in der Nähe sind. :cornut:

    Ich hielt... dazu gleich mehr...


    Mein Eigenheim hat übrigens keine Ritzen, aber eine Katzenklappe. Die Beute wird also draußen gefangen und drinnen nochmal gejagt, sozusagen unter stark eingeschränkten Fluchtmöglichkeiten. Katzen sind nicht nur Räuber, sondern auch noch gemein. :reddevil:

    Mistverständnis...
    Katzenklappen haben wir auch.
    Ich meinte die Ritzen, in denen Getier Zuflucht vor den Katzen finden kann, wenn sie bereits in der Wohnung sind.
    Findet das Getier eine Ritze, kann sich so vor den Katern schützen beginnt ein Geduldsspiel zwischen Katern und Opfer.
    Manchmal hat das Opfer aber schon herbe Schläge einstecken müssen, verendet im Versteck.
    Es kann zu Weilen schwer sein, den bald auftretenden übelen Geruch zu lokalisieren.
    Ganz fies, wenn das in der Wand, unter dem Boden passiert.


    Zu den Karpfen:
    Als wir in das Gemäuer einzogen übernahmen wir Koi-Karpfen, Goldfische, die in einem kleinen See beachtliche Ausmaße annehmen können und Gründlingskarpfen(wenn ´se denn so heißen), die Von Enten "eingeflogen" werden.
    Irgendwann im Winter brach ein Reh durch die dünne Eisdecke und trampelte die Teichfolie kaputt.
    Was A) dafür sorgte dem Teich eine generelle Sanierung zukommen zu lassen und
    B) dafür, dass die Fische des Teichs gerettet werden mußten, weil er so nun nicht mehr genug Wasser enthielt, die Fische also zu Tiefkühlfisch zu mutieren drohten.
    Wir sammelten also alle ein und warfen sie in den benachbarten ehemaligen Baggersee, der vom Polizeisportverein für dessen Anglerfreunde gepachtet wurde.
    Die wundern sich seit her gelegentlich über riesige Goldfische und Koikarpfen an der Angel...

  • Katzengeschichten.....
    Ein guter Bekannter von mir arbeitete in einem Betrieb, der auf dem Land im Grünen ist und eine Kantine hat. Dort streunen relativ viele Katzen herum und suchen nach Essensresten. Soweit so gut.
    Eines Tages wollte sein Auto nicht starten. Er drehte den Zündschlüssel immer wieder aber es sprang nicht an. Bei einem letzten Versuch gab es ein knallendes Geräusch und das Auto lief wie geölt. Er dachte sich nichts weiter dabei. Ein paar Tage später, als ich mitfuhr bemerkte ich einen leicht süsslichen Geruch im Auto, der einem den Magen abschnürt, doch man konnte ihn nicht zuordnen.
    Beim einschalten der Belüftung wurde er nur noch stärker.
    Im geparkten Zustand kreisten merkwürdig viele Fliegen über dem Auto die immer mehr wurden.
    Ich liess es mir nicht nehmen einmal die Motorhaube zu öffnen und nachzuschauen.
    Und da, tatsächlich, ich entdeckte einen Katzenkörper im Getriebe, dem vom Keilriemen der Kopf abgerissen war und der von Maden überwuchert war und ekelhaft roch.
    Sie war beim parken während der Arbeit von unten in den Motor hineingekrochen.
    Der Wagen wurde direkt in die Werkstatt gebracht.
    Dies hatte zur Folge das nicht nur der Lehrling direkt in die Werkststatt kotzte als sie die Katze entfernten, nein die Werkstatt musste auch noch aufgrund des Geruchs den Rest des Tages geschlossen werden.

  • Schauderhaft, uiuiuiuiui.


    Na mal schaun, was man aus der guten alten Polizeizeit so zusammenbekommt.


    An einem herrlichen Nachmittag zuckelten wir, in einem der schön grün-weiß lackierten VW-Busse durch Charlottenburg, als uns die FBZ (Funkbetriebszentrale) zu einem Auffahrunfall an der Kantstrasse entsendete.
    Nachdem wir eingetroffen waren sahen wir einen schwarzen Mercedes, der mit seiner vorderen Stoßstange etwa auf Höhe der Hinterachse eines Fiat zum stehen gekommen war.
    Die erste Frage nach Verletzten wurde verneint, und wir machten uns daran, die linke Fahrspur von dem Hindernis zu befreien. Die ganze Zeit über hatte ich das Gefühl, den Fahrer des Mercedes irgendwoher zu kennen.


    Als wir uns dann im hinteren Teil des Busses alle eingefunden hatten, um den Papierkram zu erledigen, gab mir der Mercedesfahrer seine Papiere, und ich las den Namen eines bekannten Mitglieds des Berliner Abgeordnetenhauses, der zuweilen als "Ãœbelkrähe" verunglimpft wurde. Nun, alles war aufgenommen, und ich kam zum unangenehmen Teil der Veranstaltung - dem Verwarnungsgeld. Ein paar Monate zuvor waren diese teilweise deutlich erhöht worden, und mein Vorschlag mit 80,-DM stieß auf regelrechtes Entsetzen.
    Es fielen Bemerkungen wie "unverschämt teuer", "für so eine Lappalie" - das endete jedoch abrupt, als ich dem Herrn freundlich mitteilte: "Sie haben Recht, es ist teurer geworden, aber die Preise machen nicht wir, sondern Sie".


    Ich habe selten ein verdutzteres Gesicht gesehen ......

    Einmal editiert, zuletzt von Diogenes2100 () aus folgendem Grund: Rechtschreibungskorrektur ...

  • Wohlrabe :lol:


    Ich denke wir tasten uns hier langsam heran zu den richtig delikaten Geschichten, das kann noch lustig werden. :D

  • Von mir eine Geschichte aus meiner Diplomarbeitszeit. Der Biologie-Professor, der meine Diplomarbeit damals betreute, gilt als ein absoluter Wanzenexperte. Sein Zimmer lag auf dem Flur direkt neben meinem, und eines Tages hörte ich, dass eine aufgeregte Frau sein Zimmer betrat:
    "Mich juckt es immer nachts, das müssen Stechwanzen sein! Hier habe ich ein Döschen mit Wanzeneiern, die ich in meinem Bett aufgesammelt habe, sehen Sie sich das doch mal an!" Er schaut sich das wohl im Mikroskop an, und ich höre ihn sagen: "Hm... in Mitteleuropa gibt es so gut wie keine Stechwanzen mehr, das sind keine Wanzeneier, sondern Pflanzensamen." Wenn dieser Professor sagt, dass es Pflanzensamen sind, dann würde ich jede Wette annehmen, dass es tatsächlich Pflanzensamen SIND.
    Die Frau jedoch ruft "Neinnn, das sind Wanzeneier, ich werde jede Nacht gestochen!" Dem Professor gelingt es einfach nicht, die Frau zu beruhigen.
    Schließlich kommt er in mein Zimmer: "Bitte, komm doch mal rüber und sag der Frau, dass in der Dose nur Pflanzensamen sind." Ich gehe in sein Zimmer, schaue ins Mikroskop und erkenne ... überhaupt nichts! Dann sage ich "Hm... also es sieht ganz so aus, als wären das Pflanzensamen." Die Frau: "Meinen Sie wirklich?!" "Ja! Gaaanz sicher, 100%ig! Machen Sie sich keine Sorgen." Etwas weniger hysterisch, aber immer noch zweifelnden Blicks, verlässt die Frau, die Dose mit den Pflanzensamen in der Hand, rückwärts das Zimmer...

    4 Mal editiert, zuletzt von jaki01 ()

  • Mein letzter Zelturlaub in Holland.


    Nach einem schönen anstrengenden Tag in Amsterdam, kehrten wir in unser Domizil auf dem Zeltplatz zurück und bereiteten unser Zelt auf das herannahende Gewitter vor. Es kam schneller und heftiger als wir es erwarteten. Der Wind wurde so stark, das sich Vorzelte von Wohnwagen verabschiedeten und Windshots von kleineren Zelten. Der Regen hatte eine Neigung von fast 45 Grad und peitschte einseitig auf das Zelt. Zum Glück hielt unsere Verankerung und wir schauten ein wenig besorgt durch die Plexiglasscheibe unseres Zeltes.
    Mit den Windgeräuschen trieben auch Geräusche von brechendem Holz und umherfliegenden leeren Wasserbehältern in unsere Richtung. Da uns der Regen nur eine Sicht von knapp 20 m ermöglichte, konnten wir das Ausmaß noch gar nicht erfassen.
    Plötzlich, als ob jemand einen Schalter um legt, Ruhe.


    Regen weg, Wind weg. Wir versuchten erstmal unsere Sachen, die auf dem Boden standen einigermaßen aus dem Wasser zu holen, das unter dem Zelt durchlief. Immer noch absolute Stille! Nur ein patsch - Geräusch war zu hören und eine Kinderstimme fragte am Nachbarzelt "Is this your car? You must replace it!" Die Antwort kam auf holländisch zurück, und deutete auf den Nachbarn, also uns! Patsch - Geräusch, selbe Frage. Ich raus und schauen was die kleine gemeint hat. Auf dem Parkplatz angekommen, sah ich was sie meinte. Dort wo unser Auto stand, neigte sich ein Baum mit locker einem halben Meter Durchmesser, der nur von einem Handgelenk dünnem Ast eines anderen Baumes gehalten wurde. Sozusagen einen knappen halben Meter bevor er aufschlug, auf unser Auto!
    Ich wühlte mich durch einen Halbkreis Menschen, die um mein Auto herum standen, setzte mich hinein und fuhr an eine andere Stelle. Das grinsen in meinem Gesicht, das natürlich auch andere Gründe hatte, als diese skurrile Situation, schien die Umstehenden ein wenig zu verwirren.
    Nach dem ich ausgestiegen war, hab ich mir erst einmal einen Ãœberblick verschafft. Ein Baum hatte eine Sitzgruppe an einem Spielplatz erwischt. Äste und Vorzelte tummelten sich in Hecken und Büschen. Auf dem Weg zurück zum Zelt sah ich dann auch das Hotel, dass an den Zeltplatz angrenzte. Vier dicke Buchen hatten das Dach völlig zerlegt. Und im Wald neben dem Zeltplatz gab es jetzt eine Lichtung, wo vorher Wald war. Wie mit dem Zirkel gezogen, eine fast kreisrunde Fläche entwurzelter und abgeknickter Buchen und Eichen.


    Schadensbilanz: Bis auf die erwähnten Vorzelte und Windabweiser, der Baum am Spielplatz und der Baum, der sich vor unserem Auto "verneigt" hat, blieb der Zeltplatz von größeren Schäden bewahrt. Das Hotel (100 m Luftlinie) Dach völlig im Eimer und der Betrieb wurde für knapp eine Woche eingestellt. Die neue Lichtung (ca. 80 m Luftlinie) wurde in 3 Tagen mit schweren Maschinen geräumt.


    Schlußfolgerung: Ich übernachte lieber in einem Zelt als in einem Hotel! :D


    mfg

  • Mein letzter Zelturlaub in Holland. ...


    Schlußfolgerung: Du bist ein zutiefst unhöflicher und geiziger Mensch. Du hast Dich weder bei der Kleinen bedankt, noch ihr ein fürstliches Geschenk gemacht, obwohl sie sich bis auf die Haut hat nass regnen lassen um Dein Auto zu retten. :p ;)

  • Schlußfolgerung: Du bist ein zutiefst unhöflicher und geiziger Mensch. Du hast Dich weder bei der Kleinen bedankt, noch ihr ein fürstliches Geschenk gemacht, obwohl sie sich bis auf die Haut hat nass regnen lassen um Dein Auto zu retten. :p ;)


    Nachtrag: Es hat nicht mehr geregnet, als die kleine ihren Rundgang machte. Und natürlich hab ich mich bei ihr bedankt. Wir hatten zu allen um uns herum ein gutes Verhältnis. Gemeinsame Abendbrote inklusiv! :D


    mfg

  • Au ja, Zeltplatzgeschichten :bounce:


    Es muss so 1978 rum gewesen sein, als ich mit einem Freund und dessen Freundin nach Italien fuhr - leider als Single, denn mein Anhang hatte sich ein paar Tage zuvor von mir verabschiedet.
    Also fuhren wir nur zu dritt auf einen mittelgroßen Zeltplatz in der Nähe von Rimini, und verbrachten dort die ersten Tage bei herrlichem Sonnenschein. Im Gepäck waren neben Rauchwaren verschiedener Art auch ein paar Micros, und wir entschlossen uns an einem Samstag gegen Mittag, auf einen Trip zu gehen. Es wurde lustig, wir hörten ein wenig Musik und saßen 2-3 Stunden später auf der Motorhaube des 20m, und diskutierten ernste Probleme wie "ist es möglich, aus einer Erdbeere ein Kinderfahrrad zu schnitzen", versuchten im Rhytmus der an den Strand platschenden Wellen zu atmen - auf gut Deutsch, wir waren dicht wie ein Einweckglas.
    Weit draußen auf dem Meer begann nun ein Schauspiel der besonderen Art, eine schwarze Wand aus Wolken schob sich langsam und unaufhörlich in Richtung Küste, unablässig wetterleuchtete es in und über dieser Wand, grelle Blitze zuckten in Richtung Meer.
    Irgendwie dämmerte es langsam durch den Berg von Watte, der unsere Gehirne umhüllte, dass es nicht verkehrt wäre, ein paar zusätzliche Sturmheringe in den grasigen Boden zu versenken, um die Stabilität unserer Zelte zu erhöhen. Gesagt getan, und nach unendlich langer Zeit hatten wir diese in unserem Zustand herausfordernde Tätigkeit abgeschlossen.


    Und es wurde Licht. Und Nacht. Am Nachmittag. Ich glaube, so intensiv habe ich in meinem gesamten weiteren Leben nie wieder ein Gewitter erlebt, wie dieses. Wir saßen in dem größeren der beiden Zelte, hielten mit einer Hand die Zeltstangen fest, während die Blitze die Leinwand erhellten wie ein Projektor ohne Film, das Wasser lief in Strömen durch das Zelt und stieg langsam über Knöchelhöhe. Der Hagel trommelte auf das Zelt, Sturmböen packten es und verzweifelt versuchte mein Freund, den durch die Böen aufgerissenen Eingangsreißverschluss wieder zusammen zu flicken, während ich mit einem Klappspaten Drainagelöcher in die Grasfläche stocherte. Natürlich ging das ganze nicht ohne Geräusche ab, und es war mittlerweile Nacht geworden. Der Regen und der Sturm ließen nach Stunden endlich nach, und wir saßen geschafft im Zelt und unterhielten uns, als ein Mann, der mit seiner Frau einige Meter entfernt mit einem riesigen Camper den Urlaub verbrachte, ziemlich unfreundlich schnauzte: "Ist da drüben jetzt langsam mal Ruhe, hier wollen Leute schlafen"
    Nach einem Blick auf die Uhr gaben wir ihm recht, nicht ohne uns über den Kasernenhofton zu ärgern, etwas freundlicher wäre diese Bitte auch angekommen bei uns. Nun ja, nach einiger Zeit der leisen Unterhaltung beschlossen wir nunmehr ebenfalls, in die Schlafsäcke zu kriechen.


    Um drei Uhr morgens weckte uns ein Geräusch, welches an einen Polterabend erinnerte. Knirschen, knacken, splitterndes Geschirr und lautes Geschrei.
    Der schlaftrunkene Blick aus dem Zelt bot uns die Ansicht eines Campers, der auf seinem Vorzelt auf der Seite lag. Durch den Regen war der Grasboden derart aufgeweicht worden, dass die Räder auf der Vorzeltseite inkl. den beiden auf kurzen Brettchen stehenden Stützen eingesunken waren, und letztendlich der Camper umkippte.
    Erster Kommentar meines Kumpels, recht lautstark: "Ruhe da drüben, hier sind Leute, die schlafen wollen" ....

    Einmal editiert, zuletzt von Diogenes2100 () aus folgendem Grund: Rechtschreibung ;)