Staatshilfen für Arcandor?

  • Arcandor steht vor der Insolvenz - und hofft nun auf Staatshilfen zwecks Ãœberbrückung. Während Müntefering und Steinmeier dem angeschlagenen Konzern beiseite springen würden, lehnen Teile der Union eine Bürgschaft strikt ab.


    Zitat

    CDU-Mittelstand gegen Milliardenbürgschaft


    Kritiker einer Bürgschaft in dreistelliger Millionenhöhe für Arcandor verweisen auf die Eigentümer, darunter die Privatbank Sal. Oppenheim und die Familie Schickedanz. Sie könnten demnach eine Kapitalerhöhung durchführen oder die Reisesparte Thomas Cook verkaufen, um die Arbeitsplätze bei Karstadt zu retten.


    Der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung in der Unionsfraktion, Michael Fuchs (CDU), sprach sich etwa klar gegen Staatshilfen für Arcandor aus. Die Schwierigkeiten des Unternehmens hätten mit der Finanzkrise nichts zu tun, sagte Fuchs der in Landau erscheinenden "Rheinpfalz am Sonntag". Grobes Missmanagement habe das Unternehmen schon seit Jahren immer wieder in die Nähe der Pleite gebracht.


    Näheres u.a. hier.


    Was haltet Ihr von der Nummer? Ich persönlich bin relativ zwiegespalten: Angesichts der vielen auf dem Spiel stehenden Arbeitsplätze fände ich Staatshilfen völlig in Ordnung - auch Werften z.B. überleben seit langem nur noch unter dem Rettungsschirm staatlicher Subventionen, von anderen Branchen ganz abgesehen. Andererseits finde ich es, milde ausgedrückt, wenig überzeugend, wenn Großkonzerne wie Arcandor nebst Anteilseignern plötzlich auf Staatshilfen bauen, nachdem der Laden (anscheinend..) infolge privatwirtschaftlichen Missmanagements jahrelang runtergewirtschaftet wurde.


    Was meint Ihr?


  • Der Staat hilft ja fast jedem nach der Krise, nur den Bürgern nicht :Yawn:

  • Diese ganzen Staatshilfen brechen irgend wann das Genick des Bundes, und der normal Bürger darf es wieder auslöffeln.


    Ich finde es nicht gut, das der Staat die Steuergelder nur so um sich schmeisst.


    Bei Bildung, Schulen und Kindergärten wird gespart, bei Banken, Arcandor und Opel wird nur um sich geschmissen mit Geld. :crazy:

  • Der Staat hilft ja fast jedem nach der Krise, nur den Bürgern nicht :Yawn:


    Na ja, Du zahlst ja bloß Steuern (... und wehe, wenn nicht!).


    Ich will auch ne Staatshilfe.


    Wer macht mit ? :willy_nilly:


    Ach, ich warte auch schon seit Ewigkeiten auf Mäzene. :tongue:
    Bis dahin bin ich dankbar und zufrieden, wenn die öffentliche Verwaltung, der ÖPNV, Stadtbibliotheken, Energieversorger, Schwimmbäder, Schulen, Unis, Frauenhäuser usw. so lange wie möglich funktionieren, ohne immer weiter ausgedünnt und zusammengespart zu werden.


    Trotzdem, um die obige Frage mal zuzuspitzen: So weit ich es bislang kapiert habe, ginge es um zeitlich befristete Ãœberbrückungshilfen in Form einer staatlichen Bürgschaft. Wirtschaftscracks mögen mich bitte korrigieren - aber was könnte man denn dagegen haben, wenn die Alternative darin bestünde, dass der Konzern in sich zusammenbricht wie ein Kartenhaus...?


  • Das ist Kommunismus, es kann nicht angehen, dass die Bevölkerung für die Misskonstrution Kapitalismus geradestehen muss. Bei den Entscheidungen dieses Unternehmens hatte die Bevölkerung auch nichts zu melden - auch vorher wurde nicht der Staat gefragt ob die oder die Entscheidung richtig oder falsch sein könnte.


    Wer seinen Arbeitsplatz nach langjähriger Arbeit verliert darf auch nicht auf Hilfe hoffen - außer für die Hilfe, für die bezahlt hat.


    Der Ansatz wäre doch, dass Unternehmen analog zum Arbeitslosengeld, aus ihren Pfründen eine Art Fonds für Wirtschaftskrisen gründen und bei Bedarf eben aus dieser Kasse sich refinanzieren. Aber nein, es muss wieder Vater Staat sein. Die Menschen geben ihr Schweiß und Blut während der Arbeit und jetzt sollen sie auch das System finanzieren.


    Wer hat den US-Amerikanern denn erlaubt faule Kredite zu geben? Die Banken!!! Wer machte mit? Die Versicherungen!!! Da haben wir die Ãœbeltäter!


  • Trotzdem, um die obige Frage mal zuzuspitzen: So weit ich es bislang kapiert habe, ginge es um zeitlich befristete Ãœberbrückungshilfen in Form einer staatlichen Bürgschaft. Wirtschaftscracks mögen mich bitte korrigieren - aber was könnte man denn dagegen haben, wenn die Alternative darin bestünde, dass der Konzern in sich zusammenbricht wie ein Kartenhaus...?



    Ich hab sehr viel dagegen, daß mit Staatshilfen unentwegt gegen die Systemlogik verstoßen wird. Wenn das so weiter geht, bricht unser ganzes Wirtschaftssystem zusammen wie ein Kartenhaus nicht nur Arcandor, Holzmann, die Maxhütte oder Opel.
    Gute Unternehmensführung soll belohnt, Mißmanagement bestraft werden! So einfach ist das. Alle Bürger in diesem Land profitieren am Ende davon, daß die Regeln beachtet und nicht Steuergeld zum Fenster hinausgeschmissen wird.

    Um Sozialisten auszuzählen,
    rat ich euch FDP zu wählen!

    Einmal editiert, zuletzt von Stillicho ()

  • Ist zwar traurig für die Mitarbeiter, aber Staatshilfen werden sich bei Arcandor zu einem Fass ohne Boden entwickeln.
    Die Probleme hat Karstadt doch nicht seit der Krise. Die waren doch die letzten Jahre immer an schwächeln.


    Ich weiß auch nicht, was das Managment da seit Jahren macht.
    Ich gehe ja selten shoppen, aber nach Jahren war ich mal wieder bei Karstadt und da sieht es immer noch so aus, wie ich es noch als Kind kenne.
    Da ist nichts frisches, nichts neues, alles noch so altbacken.
    Keiner kam wohl bisher auf die Idee, sich paar kreative Deko-Mädels zu schnappen und den Laden komplett auf den Kopf zu stellen.
    Dazu bedarf es doch nicht viel Geld.
    Wenn das Problem ist, dass zu wenig Leute dort einkaufen, dann sollten sie paar Anreize für die Kunden schaffen, damit sie erstmal den Laden betreten.
    Den Leuten ein Kauferlebnis anbieten. Mit paar Ständern und Wühltischen, deren man überdrüssig ist, kann man niemanden mehr imponieren.


  • Keiner kam wohl bisher auf die Idee, sich paar kreative Deko-Mädels zu schnappen und den Laden komplett auf den Kopf zu stellen.
    Dazu bedarf es doch nicht viel Geld.
    Wenn das Problem ist, dass zu wenig Leute dort einkaufen, dann sollten sie paar Anreize für die Kunden schaffen, damit sie erstmal den Laden betreten.
    Den Leuten ein Kauferlebnis anbieten. Mit paar Ständern und Wühltischen, deren man überdrüssig ist, kann man niemanden mehr imponieren.


    Vor Jahren haben sie das mal versucht. Jedenfalls erinnere ich eine ominöse "Serviceoffensive", die darin bestand, dass man an jeder Rolltreppe von einem betont munter auftretenden Menschen abgefangen wurde, der einen durchs Kaufhaus-Labyrinth lotsen wollte. In großen New Yorker oder Londoner Konsumtempeln mag das ja funktionieren, aber in Schleswig-Holstein...? Na ja, glücklicherweise hörten sie schnell auf damit.


    Und inwieweit sie inzwischen noch Einfluss hätten, alles nach ihrem Gusto zu gestalten? Wenn ich's richtig sehe, sind sie inzwischen verstärkt zu einem Shop-in-Shop-System übergegangen. Wo es sich anbietet, werden Teile der Ladenflächen verstärkt an Subunternehmer bzw. andere Firmen vermietet. Fällt nicht auf Anhieb auf, solange das alles noch immer unter dem Oberbegriff Karstadt läuft, aber mittlerweile stehen z.T. ganze Abteilungen längst unter der Fuchtel von Unternehmen wie z.B. Gravis, die sich dort eingemietet haben.



    ps Heute war ich enorm solidarisch. Heute habe ich eine alte Wok-Pfanne zu K. getragen und zehn Euro Abwrackprämie auf einen neuen und viiiiel besseren Wok anrechnen lassen. :biggrin1:

  • Mahnverfahren gegen angeschlagenen Konzern


    Arcandor stellt Mietzahlungen für Warenhäuser ein

    Die Lage des schwer angeschlagenen Handels- und Reiseunternehmens Arcandor ist offenbar schwieriger als bislang veröffentlicht. Nach übereinstimmenden Berichten der "Bild am Sonntag" und der "Süddeutschen Zeitung" stellte Karstadt die Zahlungen an seine Vermietungsgesellschaft Highstreet zumindest vorläufig ein.


    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/arcandor190.html


    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/681/471224/text/

  • Vielleicht öffnen Frau Schickedanz und Sal. Oppenheimer auch mal ihre Geldbeutel. Dann ist Rettung in Sicht. Und außerdem muss geklärt werden, inwieweit Frau Middelhoff an dem Schlamassel Schuld trägt, nein, falsch, mit dem Schlamassel Profit machte.

  • Vielleicht öffnen Frau Schickedanz und Sal. Oppenheimer auch mal ihre Geldbeutel. Dann ist Rettung in Sicht. Und außerdem muss geklärt werden, inwieweit Frau Middelhoff an dem Schlamassel Schuld trägt, nein, falsch, mit dem Schlamassel Profit machte.


    Seit wann öffnen Milliardäre / Millionäre ihre Geldbeutel freiwillig ?


    Dene ist doch Schnuppe, ob da Arbeitsplätze / Existenz verloren gehen oder nicht. :yesnod:


    Ausserdem hat die Schickedanz das ganze Zeug geerbt, nicht mal ein Finger hat sie krumm gemacht sprich gearbeitet, von so einer Nudel kann man nichts mehr erwarten. :yesnod:


    Die beste Lösung um überhaupt noch ein paar Arbeitsplätze und Standorte zu retten wäre glaube ich Insolvenz beantragen, eine andere Chance sehe ich nicht mehr an der ganzen Arcandor Geschichte.


    Der Staat hilft nicht, die Schickedanz hilft nicht, die Banken helfen auch nicht, Metro Fusion wird mit höchste Wahrscheinlichkeit auch nicht klappen (aus welchen Gründen auch immer !), was bleibt da noch übrig, na klar, die Insolvenzsache. :Yawn:


    Und bei der neu gegründeten Firma gleich mal die bestehenden Manager durch kompetentere Manager ersetzen bitte, nicht vergessen gelle! :yesnod:

  • Wenn das Problem ist, dass zu wenig Leute dort einkaufen, dann sollten sie paar Anreize für die Kunden schaffen, damit sie erstmal den Laden betreten.
    Den Leuten ein Kauferlebnis anbieten. Mit paar Ständern und Wühltischen, deren man überdrüssig ist, kann man niemanden mehr imponieren.



    Mich hat am Ende fürchterlich gestört, daß die Waren in der Abteilung, für die ich mich ausschließlich interessiert habe (Sport und Camping), praktisch ohne Ausnahme englisch beschriftet waren. Ich habe mir verschiedentlich den Spaß gemacht und die Verkäufer auf's Glatteis geführt, indem ich sie um eine Ãœbersetzung bat. Das Resultat kann man sich vorstellen.

    Einmal editiert, zuletzt von Stillicho ()

  • Ausserdem hat die Schickedanz das ganze Zeug geerbt, nicht mal ein Finger hat sie krumm gemacht sprich gearbeitet, von so einer Nudel kann man nichts mehr erwarten. :yesnod:



    "Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!" Goethe

    Die Schickedanz hat geerbt, aber nichts erworben, so sollte sie am Ende auch nichts besitzen! Aber das werden wir leider nicht erleben.

  • Und wir müssten über Frau Middelhoff reden. Die ist vermutlich an dem Immobilientrust beteiligt, der von Karstadt die Immobilien gekauft hat, um diese wieder überteuert an Karstadt zu vermieten.

  • Und wir müssten über Frau Middelhoff reden. Die ist vermutlich an dem Immobilientrust beteiligt, der von Karstadt die Immobilien gekauft hat, um diese wieder überteuert an Karstadt zu vermieten.



    Der alte Schickedanz hätte das nie und nimmer zugelassen.

  • Die Bundeskanzlerin lässt mitteilen:


    "Bundeskanzlerin Angela Merkel ist überzeugt, dass der Insolvenzantrag von Arcandor den Weg für einen Neuanfang des Unternehmens frei machen kann. Neue Möglichkeiten könnten sich insbesondere dann ergeben, wenn das Unternehmen in Teilen mit dem Metro-Konzern zusammen gehe, sagte Merkel am Dienstagnachmittag in Berlin. Damit ließen sich Arbeitsplätze erhalten. Diese Chancen gelte es zu nutzen. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg werde sich jetzt schnell mit den Personalvertretungen der Unternehmen zusammensetzen, kündigte Merkel an. Die Bundeskanzlerin verteidigte die Entscheidungen der Regierung gegen Staatshilfen für das Unternehmen: "Uns waren die Aussagen der Eigentümer absolut nicht genug, uns mit Steuergeldern für Arcandor zu engagieren", betonte sie. Insofern sei die Insolvenz ein unausweichlicher Schritt gewesen. Am Dienstag hatte Arcandor wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Gleiche Anträge sollen auch für die Arcandor-Töchter Karstadt, Primondo und Quelle gestellt worden sein."


    Quelle: http://www.bundesregierung.de


    Frage: Entsteht mit der Fusion von Karstadt und Kaufhof nicht ein Warenhaus-Monopolist?

  • Der Middelhoff hat doch fast auch das Liz Mohn auf dem Gewissen.



    Die hat rechtzeitig den Braten gerochen.
    Daß sie meines Wissens keine Akademikern ist hat ihr vielleicht sogar geholfen, den Middelhoff als abgehobenen Größenwahnsinnigen zu erkennen.

  • Was habe ich gesagt, bevor die Nachricht veröffentlicht wurde, Arcandor hat in Teilbereiche Insolvenz angemeldet :thumbsup: