Beiträge von Dieter

    Dieses Prozedere legt den Verdacht nahe, dass in aller Regel eine gute Arbeit erwartet wird (was verständlich ist), dafür aber nur schlecht bezahlt werden soll. Beides passt nicht und das wissen viele Arbeitgeber. Sie versuchen es aber dennoch und schweigen sich über diesen von ihnen versuchten Beschiss aus. ...

    Ja, auch das. Aber letztlich hat sich doch eine Spirale gebildet. Lehrstellen bleiben trotz Vorhandensein von Jugendlichen ohne eine solche unbesetzt. Warum? Weil sic h in Deutschland herumgesprochen hat, dass man in diesem Beruf keinen Blumentopf gewinnen kann und immer irgendwie um den Mindestlohn herum dahinleben wird. Deswegen fangen sie damit gar nicht erst an. Das sind Berufe, in denen Gehaltsverhandlungen schlicht keine Rolle spielen, Augenhöhe hin oder her. Das war ja mal anders, oder? Da konnte sich auch ein Installateur oder ein Hausmeister ein Häuschen leisten. Nichts luxeriöses, nichts großes, mit Entbehrungen und viel Eigenleistung, aber er konnte es. Die Frage müsste also eher lauten: Was hat sich verändert?

    Konservatismus hat übrigens auch mit der Bewahrung von Werten zu tun - und so sind es wohl eher traditionswahrende Personen, die auf Smartphone und Shopping- oder Sharing-Apps verzichten, und die der Anblick nach und nach verödender Einkaufsstraßen in denen nur noch Bäckereien, Friseure, Coffeebars und Drogerien anzutreffen sind, eher verstört, als zum "Shoppingbummel" einlädt.

    Eine belebte Einkaufsstraße ist, jedenfalls in meinen Augen, kein genereller Wert an sich. Die Belebtheit ergab sich aus der Funktionserfüllung. Die Bewohner nicht nur der Stadt mit irgendwas sicher zu versorgen, was außerhalb dieses Gebietes nicht oder nur schwer zu haben war. Egal, ob das nun die große Buchhandlung, der gut sortierte Modellbauladen oder eben der genannte Computerladen war. Da es heute in den meisten dieser Flanier- und Einkaufsmeilen so aussieht, wie es eben aussieht, heißt dann wohl, die Funktion konnte oder wollte man nicht mehr aufrecht erhalten. Hat aber auch keine wirklich neue gefunden und sich auch nicht wirklich darum bemüht. Was ist daran erhaltenswert? Wenn man mal genauer drüber nachdenkt, ist in vielen Fällen ja auch nichts erhaltenswertes mehr vorhanden. Man müsste es wieder aufbauen. Auf welcher Grundlage denn? Die Entwicklungen und eigenen Entscheidungen, die zum Niedergang geführt haben, sind ja immer noch da. Die haben sich ja nicht in Luft aufgelöst, sondern sich mit den Jahren weiter verschärft.

    Kein Wunder also, wenn ex-Bundespräsident Gauck in einer seiner letzten Reden sich darauf hinzuweisen veranlasst sah, dass ein gewisser Konservatismus zum Meinungsspektrum bürgerlicher Meinungsfreiheit durchaus dazugehöre…

    Konservatismus bedeutet nicht, jedenfalls für mich, alles zu erhalten, was unter konkreten heutigen Bedingungen nun mal unzweckmäßig bis unsinnig ist. Konkret auf den innerstädtischen Handel bezogen heißt das doch letztlich, dass der potentielle Käufer sich den neuen Bedingungen, sprich Möglichkeiten, anpasst. Fast niemand fährt heute nach dem Arbeitstag in die 80 km entfernte Großstadt, um dort einen Computer zu kaufen. Nicht bei den gegebenen Rahmenbedingungen - Sprit, Parkkosten, Produktpreis, Zeitaufwand, Unerwünschtheit dort; ja, auch Bequemlichkeit ... Es ist einfach so. Auch wenn da 5 Leute vorm Laden Lambada tanzen. Neudeutsch: Einkaufserlebnis. Politik und auch Handel sowie Stadtbewohner haben den Weg vorgegeben. Neben neuen Vertriebswegen und Technologien natürlich. Mein Konservatismus jedenfalls sagt da: Ihr habt die Veränderung gewollt und massiv mitgetragen oder unterstützt. Nun kommt mit dem klar, was ihr geschaffen habt. Ich habe mich angepasst und profitiere davon.

    Zitat:

    Porsche bringt mit dem Taycan 2020 seinen ersten rein elektrisch angetriebenen Sportwagen mit 625 PS und mehr als 400 Kilometern Reichweite.

    Zitat Ende.


    Die ganze Zeit behauptet man es geht nicht Elektrofahrzeuge mit genügend Reichweite alltagstauglich zu bauen.

    ALLTAGSTAUGLICH?? Das Ding kostet in der beworbenen Version 185 k und wiegt über 2,5 Tonnen. Das Ladesystem bedingt besondere Säulen, die innerhalb von Städten derzeit und in naher Zukunft nicht aufzustellen sind. Usw usf.


    Da geht nur bedingt etwas nach unten zu skalieren. Unter alltagstauglich definiere ich ein Akkuauto, dass zu einem Preis von unter 25 k eine Anhängerkupplung erhalten kann, auch dauerhaft mit schlechten Fahrbahnverhältnissen klarkommt, tatsächlich EU- weit flächendeckend und in angemessener Zeit (30 min) geladen werden kann und bei 120 / 130 kmh mindestens 300 km weit kommt. Nicht nach WLTP, sondern real und auch im Winter mit Heizung und Licht. Und natürlich, wenn die Frage der Alltagsaufladung geklärt ist.

    Es gibt genug Beispiele, wo die Privatisierung eine sehr dumme Idee war.

    Selbstverständlich. Nur ging es um Staatsmonopolismus. Eine "Privatisierung", an deren Ende ein umgelabelter Staatsbetrieb steht (nur das da plötzlich kein Tariflohn mehr gezahlt wird), ist keine Privatisierung. Das öffnet Seltsamheiten Tür und Tor. Wenn das tatsächlich ernst gemeint wäre mit der Daseinsvorsorge, würde die Bahn als EIU eben nicht gewinnorientiert arbeiten. Genau so wenig wie das Stadtwerk, dessen Gewinn dann im allgemeinen Kommunalhaushalt verschwindet. Es wäre auch nicht möglich, dass einzelne Aufgaben an "befreundete" Organisationen vergeben werden, die dann 750 Euro/mtl für ein 15 qm- Zimmer im Lehrlingswohnheim in Hoyerswerda (!) verlangen. Zimmer natürlich doppelt belegt, also 1500 Euro.

    Und das ist auch gut so. Die Erfahrungen der Briten müssen wir nicht auch noch machen.

    Die Frage lautete ja nicht, ob das gut oder schlecht ist. Sondern, ob es hier so etwas wie Staatsmonopolismus tatsächlich in nicht ganz geringem Umfang gibt. Ja, gibt es.


    Ob das deutsche System der "Privatisierung" in Staatshand und die damit verbundene Quersubventionierung und Verschleierung von Staatsfinanzierung jetzt in jedem Fall der große Bringer war, darf bezweifelt werden.

    In welchen Bereichen der Wirtschaft haben wir in Deutschland noch ein Staatsmonopol?

    Eisenbahninfrastruktur zu fast 100%. Eisenbahnverkehrsunternehmen zu weit über 50%. Wasser und Abwasser über die Kommunalunternehmen oder entsprechende Verbände. Stromnetze zu 76% in den Kommunalwerken (letzte Meile). Letztlich auch Gesundheitswesen über fast 100% Preisvorgabe, oder Bundesnetzagentur über tiefe Eingriffe in Stromnetze bzw. Vorgaben zu Preisen und Stilllegungen. Das mag alles nicht mit der Definition von Staatsmonopol übereinstimmen, schließlich gehört das Bahnnetz nicht direkt dem Staat. In letzter Konsequenz läuft es aber darauf hinaus.

    Das was wir haben ist reinrassiger Kapitalismus, der zum Teil sogar staatsmonopolistisch daherkommt.

    Dem letzten Teil stimme ich zu. Wenn natürlich nicht mit dem DDR- System vergleichbar. Was diesen "reinrassigen Kapitalismus" betrifft: Wir haben hier und heute ein riesiges System von Umverteilung und Subvention errichtet. Beispiellos in der Geschichte des Kapitalismus. Man mag trefflich darüber streiten können, wer letztlich davon profitiert. Der Fakt an sich aber bleibt.

    Ja.

    Nein. Zum einen kenne ich so gut wie niemanden, der sich keine eigene Meinung zu diversen Entwicklungen gönnt. Ganz im Gegenteil. Wie sollte das auch gehen? Unterschiede gibt es nur darin, wie diese öffentlich zum Ausdruck gebracht wird. Liegt diese im (vor allem medial beförderten) Mainstream, ist es natürlich heute ein leichtes, die auch sehr öffentlich zu äußern. Selbst wenn man damit an radikalen Rändern kratzt. Man darf sich dann immer noch "Aktivist" nennen und braucht nichts begründen. Wie unreal die Vorstellung auch sein mag. Liegt man außerhalb des definierten Mainstreams, wird es eng. Natürlich äußert sich niemand voll öffentlich, wenn er Gefahr läuft, Opfer des modernen "Klassenkampfes" zu werden. Dabei verschwindet man nun nicht, aber Unannehmlichkeiten bis Nachteile bleiben doch. Vom abgebrannten Dienstwagen der Bahn (doof, stand Bahn dran und war ein Geländewagen...) über die Übersendung von Blumentöpfen durchs geschlossene Fenster bis hin zu beruflichen Nachteilen. Wer tut sich das an? Also wird die Klappe gehalten und nur bei Wahlen abgestimmt.

    Eine Meinung haben und sagen zu dürfen, die letztendlich doch nicht politisch interessiert, ist alles andere als prickelnd. Das haben viele Menschen in dieser westlichen Pseudo-Demokratie längst verinnerlicht und erlauben sich de facto gar keine eigene Meinung mehr, geschweige denn, dass sie diese öffentlich äußern würden (was ja auch schwer fällt, wenn man sich keine eigene Meinung mehr erlaubt).

    Ist dem tatsächlich so?

    Schon bezeichnend, dass ein Thread über ein dreißig Jahren verschwundenes Land so stark frequentiert ist....

    Warum? Die damals getroffenen Entscheidungen (aller Seiten) sind nun mal Basis für das heute. Nicht nur als Grundlage für heute, sondern auch für das Verständnis von heute. Und bestenfalls für die heutigen Entscheidungen.

    Richtig, die Kratzer, die das Rad verursacht, sind extrem lästig. Fußgänger machen nur Dellen. Die bekommt man gut raus. ;)

    Auch das :biggrin: Was aber der Kern war: Die Bedingungen haben sich geändert. Es gibt mehr Radfahrer, jedenfalls in größeren Städten. Und die sind wesentlich schneller als früher. Daraus resultieren Unfälle. Also muss man sich zweckmäßige Maßnahmen überlegen. Beispielsweise zur Verkehrsführung. Klappt anderswo ja auch. Ein paar Regeln sollte man allerdings auch ändern. Wir bauen hier in der Provinz millionenteure Radwege an der Bundesstraße, glatt wie ein [irgendwas nicht sexistisches einsetzen]. Diese Radwege benutzen bei gutem Wetter täglich 4 Radfahrer. Die anderen 6 gurken auf der Bundesstraße rum, zweckmäßigerweise paarweise nebeneinander.

    Aber bei Kombies, egal ob Hochdach (wie viele gibt es denn davon?) oder nicht, kann ich in der Regel wenigstens durch die Fenster etwas sehen.

    Du kannst aus dem Fenster eines beispielsweise 5-ers durch die Fenster des daneben stehenden Doblo oder T7 sehen? Glückwunsch! Sorry, diese Diskussion ist doch albern. Als jemand, der beruflich 5-er gefahren ist, der meist zwischen T4 rumstand darf ich dir versichern, da sieht man genau so wenig, als wenn ein Duster neben einem steht. Und daraus ergibt sich schon die Frage, wie weit solche Aussagen denn nun realistisch sind und was sie eigentlich beweisen sollen. Es entsteht der nicht so ganz falsche Eindruck, hier würden mit medialer Unterstützung Dinge gemacht, die mit Realität nichts zu tun haben. Derzeit geht es um oder besser gegen SUV. Dabei ist es völlig egal, dass die selben Argumente auch für einen T6 gelten würden, den die städtische Familie mit einem Kind glaubt brauchen zu müssen. Aber die kommen als Feindbild vermutlich erst dran, wenn ich wieder Pferde benutzen muss, um im Wald zu arbeiten. Ich jedenfalls finde das sehr befremdlich. Und ich bin überzeugt, das wird sich rächen. So geht Mobilitätswende genau nicht!

    SUV-Fahrer sollten schon allein deshalb doppelt so viel zahlen, weil sie andere unnötig behindern. Wenn ich rückwärts aus einem Parkplatz rausfahren muss und neben mir steht so ein Q7-Panzer - ganz schön Scheiße ... :cursing:

    Ach, jetzt sind wir schon bei Q7? Wie viele dieser Karren fahren (und parken) denn bei dir so? Angesichts der Tesla- ähnlichen Verkaufszahlen muss das dann ein Hotspot sein :biggrin: Warum regst du dich nicht über Hochdachkombis auf? Oder wie parkst du neben denen aus, wenn du es auch neben einem Duster nicht kannst?

    Dann wundert es mich, warum so viele Radfahrer von Lkw umgefahren werden. :cursing:

    Deine Witze waren schon mal besser.

    Eine Frage der Verkehrsführung. Früher (TM) kam kaum kein Kampfradler mit 30 km/h plus von hinten oder gegen die Fahrtrichtung geschossen. Das ist heute wohl doch anders und die Problematik ist nicht auf LKW beschränkt. Letztlich helfen da Assistenzsysteme nur bedingt. Wenn der Radler seitwärts in den ökologisch korrekten Kleinwagen knallt und keinen Helm trägt, sieht er hinterher meist auch nicht gut aus. Wenn man diese Entwicklung kennt, müssen halt Maßnahmen ergriffen werden. Und die sind ja objektiv vorhanden. Sie werden aus ideologischen Gründen nur nicht umgesetzt. In die eine wie die andere Richtung.

    Dessen Verzögerungen hinsichtlich der Auslieferung der von Vorschusslorbeeren überhäuften Limousine boten immerhin Gelegenheit, sich die Modelle etwaiger Konkurrenten genauer anzuschauen

    Es waren ja nicht nur die Verzögerungen. Von Anfang an hielten sich Klagen über schlechte Verarbeitung bis hin zu Klagen beteiligter Händler über die Anlieferung von verkehrsuntauglichen Fahrzeugen und ewigen Streitereien zu deren Beseitigung. Das mag man im Niedrigpreissektor noch hinnehmen. Wer ein Kfz mit einem Preis von 60 k + erwirbt, erwartet wohl etwas anderes. Musk wird sich etwas einfallen lassen müssen. Bislang hat er sich auf die Fangemeinde gestützt. Das wird nicht ewig anhalten, denn andere bauen auch Autos. Sogar in Elektro.

    Wahrscheinlich verbreitet Audi Fake-News.

    Neenee, du hast nur nicht vergleichbare Fahrzeuge verglichen. Die 1575 kg gehören zum A4 35 TFSI. Der hat nur Frontantrieb und Handschaltung. Die 1845 kg Q5 gehören zu einem 40 TDI quattro S Tronic oder zu einem 35 TDI. Die vergleichbare A4- Version wäre der Avant quattro TDI (1700 kg) oder unter Berücksichtigung der Fahrleistungen der A4 Allroad. Zu dem gehören die von mir genannten 1830 kg.