Beiträge von BudSpencer

    Richtig, nur muß man aber auch dafür genügend lokale Schommies haben die sich A. bezahlen lassen und Ihnen das Schicksal Ihrer Nation egal ist und B., eigentlich wichtiger, sich mit den dann einsetzenden Machtverhältnissen prima arrangieren können. Und genau wie unter A., das Leben Ihrer Landsleute SchXXegal ist.

    Momentan arrangiert sich das ja wieder neu, nur dass jetzt die Pakistaner und Iraner immer noch und die Chinesen als neue Mitspieler die Karten verteilen. Ohne ausländische Spritzen, können die Taliban auch bestimmt nicht halten, was sie da erobert haben. Für die Bevölkerung wird es wieder einmal schlimmer als vorher.

    Sorry, was jetzt gerade -wieder- passiert ist das ein Volksstamm ( die Paschtunen ) den gesamten Afghanen Ihre Lebensweise aufdrücken wollen, soviel Wahrheit muss auch sein.

    Das ist die Klaviatur, auf der die Großmächte, lokale Mittelmächte und Geheimdienste dort seit Jahrzehnten spielen (können) und das Drama in Afghanistan ist tatsächlich, dass dieses Spiel immer wieder aufs Neue von außen in Gang gesetzt wird, indem die inneren Verhältnisse mal so und mal so ausgenutzt werden. Die Bevölkerung ist nach meinem Eindruck viel zu gespalten um sich dagegen zu wehren. Es erinnert mich in extremer Weise sogar an die gegenwärtige Spaltung der westlichen Gesellschaft in konservativ-ländlich und urban-kosmopolitisch. Wenn man den Hebel richtig ansetzt, kann ich mir vorstellen, dass man darüber auch westliche Gesellschaften in endlose Kriege treiben könnte.

    Klar haben ALLE Fehler gemacht. Aber nach dem Abzug der Russen hätte man ja was lernen können.

    Was denn ? Nach dem Abzug der Russen haben sich zuerst die Mudschahedin ausgetobt und dann die Taliban. Dieses kleine zehnjährige Zwischenspiel unter dem die Bevölkerung stark zu leiden hatte, war ja gar keine schlechte Grundlage um darauf etwas Neues aufzubauen. Kein Vergleich mit den Zuständen beim Einmarsch der Sowjets. Da hatten brutale Stalinisten die Bevölkerung zu Aufständen getrieben.

    Die Interessen der Großmächte sind dabei natürlich auch immer im Spiel.

    Vier Teile, die sehr gut Zusammenhänge und die Geschichte des Landes zeigen.

    Und wer des Denkens noch mächtig ist, der findet den Punkt, an dem DER Fehler gemacht wurde.

    Es zeigt aber auch, dass der FEHLER nicht von diesem Land selbst gemacht wurde.

    Eine gute Dokumentation über einen langen Zeitraum. Ich finde aber nicht, dass da DER EINE Fehler deutlich wird, sondern da ist eher für jeden was dabei. Die Naivität der 68er Weltverbesserer, die brutale Blödheit der Stalinisten, die konservative Hirnverbranntheit der Islamisten, das geopolitische Schachspiel der Weltmächte mit den Afghanen als Spielfiguren, bis aufs Messer und völlig rücksichtslos gegenüber der Bevölkerung konkurrierende und verlogene Mudschahedin, intrigierende Saudis, ein heftig manipulierendes Pakistan und die Scherben aufsammelnden Taliban, die mit dem konservativen Weltbild des Islam immer wieder das Feld von hinten aufrollen und letztlich sogar die heldenhaften Amis besiegen, also am Ende triumphieren. Die NATO hat in diesem Tanz eigentlich gar nicht so schlecht begonnen, sie hat es dann nur gründlich verkackt. Wobei ich mich frage, wieso all diese Tatsachen, die der Film beleuchtet bei dem NATO-Einsatz anscheinend so überhaupt nicht in der westlichen Strategie auftauchten. Arroganz ist halt kein guter General.

    Wer MARX schilt, hat ihn nicht verstanden oder ist generell ein Feind des Gesellschaftlichen Fortschritts!:evil::evil::evil::!:

    Einstens hat der Meister gesagt:

    Das Reich der Freiheit beginnt in der Tat erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört.


    Diesen Zustand werde ich bald erreichen ^^ Noch 14 Tage und der Rest von Heute... :sifone::sifone::sifone:

    Dazu kommt ja noch das der Westen, sprich auf Geheiß der Amerikaner seit Anbeginn der militärischen Operation in Afghanistan sich eine Art Dance Macabre mit Pakistan geleistet haben.

    Man konnte ja auch lesen, dass den Amis die Mädchenschulen und Brunnenbohrer weitgehend egal waren, beziehungsweise wie weit sich da die Zivilisation ausbreitet. Sie haben Afghanistan hauptsächlich deswegen kontrolliert, weil sie hier einen Horchposten in Richtung Iran und Pakistan hatten. Warum sie den plötzlich nicht mehr zu benötigen glauben, kann man nicht so genau wissen. In den USA wird der Abzug ja auch nicht überall gut geheißen.

    Die Warlords und Clanführer hatten ja schon fast immer das Sagen und klar, ein Zentralstaat wird Afghanistan wohl nicht werden. Die Beispiele wo so etwas in etwa funktioniert hat waren die der eisernen Faust, wie bei Gaddafi oder auch Tito.

    Ihr habt das Thema ja ohne mich so gut wie durch, was kann ich also noch dazu sagen ? Dass Afghanistan in den Köpfen der Bewohner kein Nationalstaat ist, ist auch für mich ein entscheidendes Kriterium für die Entwicklung. Dort leben keine Afghanen. Dort Leben Paschtunen, Tadschiken, Usbeken, Turkmenen, Hazara und was weiß ich sonst noch. Die Taliban rekrutieren sich größtenteils aus Paschtunen. Paschtunen gibt es in Pakistan wesentlich mehr als in Afghanistan und von daher lief auch die Versorgung mit neuen Taliban und Material seit Jahrzehnten unaufhörlich und verdächtig unaufhaltsam aus Pakistan. Sie haben von dort die afghanische Armee unterwandert und ich habe jetzt keine Zahlen im Kopf, aber es sind immer wieder Soldaten auf westlich/afghanischer Seite durch plötzlich eröffnetes Feuer aus "eigenen" Reihen "gefallen". Pakistan hat einen hohen Anteil an dem ganzen Verlauf und wird ihn weiter haben. Das militärische Engagement des Westens war zu schwach um so ein großes Land in den Griff zu bekommen. Komischerweise kann man im Nachhinein sagen - die paar Soldaten die vor Ort waren, haben immerhin für eine Art Stabilität gesorgt. Zwar unter ständiger Bedrohung, aber sie haben ausgereicht um die Taliban in Schach zu halten, denn mit ihnen stand auch die unzuverlässige, aber gut ausgerüstete und von der NATO unterstützte eigene Armee. Die Taliban konnten sich keine Invasion erlauben, denn dafür waren und sind sie militärisch zu schwach. Nunja, inzwischen hat sich ihre Ausrüstung "wundersam" vermehrt. Von daher, hätte man vielleicht besser einfach zwei bis drei Standorte robust halten sollen und hätte das ganze Land stabil gehabt. Im Vergleich zu dem was jetzt geschehen kann, vielleicht sogar die preisgünstigere Variante.

    Bin mal gespannt ob sie wenigstens unsere bundesdeutschen "Hiwi's" mitnehmen. Denn deren Schicksal und das deren Familien sollte bei einem Verbleib vor Ort klar sein.

    Das wäre wirklich Ehrensache, allen Hilfskräften mit Angehörigen ein unbürokratisches Aufnahmeverfahren zu sichern. Da gäbe es für mich überhaupt keine Diskussion.

    Die derzeitige Regierung in Kabul ist vom Westen komplett aufgegeben worden. Diese Scheinheiligkeit kann man ja gut daran erkennen wie heimlich mit den Taliban von Hinz bis Kunz verhandelt wird.


    Also, Business as usual.

    Was für ein Schxxx-Geschäft und ziemlich unehrenhaft, also geschäftsschädigend noch dazu. :opa:

    und dann das plötzliche Aufpoppen der ganz vielen Taliban...

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das aktuelle Vorgehen der Taliban den Absprachen zum Rückzug der westlichen Alliierten entspricht. Ein paar ordentliche Luftschläge um die Moral der Regierungstruppen zu stärken, fände ich durchaus angebracht. Zumal die Taliban sich ja jetzt so schön offen zeigen, also angreifbar sind.

    Mit diesen paar Sandalen tragenden Steinzeitkrieger würde man leicht fertig, danach wäre dann das amerikanische Militär voll kriegsbereit und könne mit breiter Unterstützung in der Öffentlichkeit den Umbau des mittleren Ostens beginnen. Selten ging ein Schuss so nach hinten los.

    Du beschreibst das Afghanistanabenteuer ziemlich gut und ich will da auch nicht viel kritisieren, aber eine Sache finde ich trotzdem erwähnenswert, nämlich die Höhe des Einsatzes. Vergleichen wir mal die Anzahl der amerikanischen Soldaten in Europa gegen Ende des WK II (3 Millionen), in der Besatzungszeit 600.000 und vielleicht noch die Anzahl amerikanischer Soldaten zu Hochzeiten im Vietnamkrieg (ca. 600.000) mit Afghanistan (12.000), dann kann man schon auf die Idee kommen, dass auch Sandalenkrieger so nicht zu besiegen sind, auch bei totaler Luftüberlegenheit nicht.

    Ja und nein. Die Zeiten die ich da meinte waren nicht die 1950er, sondern noch die 70er und Anfang 1980. Also meine Jugend, meine Pubertät. Filbinger, Strauß, Todesstrafe Geblöke, das draufdreschen in Brockdorf, Wackersdorf und sonstigen Demos,

    Zu der Zeit begann die fünfziger Fassade zu bröckeln, aber die Leute die mit den Methoden des 19. Jahrhunderts erzogen worden waren, befanden sich noch überall in höheren Ämtern und Würden. Die waren ja Mitte Ende Fünfzig. Man bekam die Einstellung aber auch gerne von unteren Chargen zu spüren, wenn man deren kleiner Macht ausgeliefert war. Es stimmt dass es das im Westen nicht mehr so gibt und das ist auch gut so. Ich war aber nicht so oft im Osten Deutschlands, um jetzt ganze Landstriche noch in diese Kategorie einzuordnen und ich bin mir gar nicht so sicher, ob der westliche Teil da völlig immun ist und bleibt.

    Das war vor über 40 ,50 Jahren ! Und seit dem ist viel Wasser die Elbe runter und die damaligen Protagonisten, der unsägliche Mief diese Bigotterie, diese Anbiederei an die alte Seilschaften ist ebenso lang hinüber und tot.


    Will sagen, wer stellt den heute diese angebliche Klientel rechts der CDU bzw. CSU und seit wann und mit was sollen diese bedient werden ?

    Der Mief der Fünfziger ist sicherlich verflogen, denn der war wenn man es recht beleuchtet noch sehr von der Denke des 19. Jahrhunderts geprägt. Die Gedanken auf der rechten Seite der CDU knüpfen schon daran an, auch wenn es nicht mehr die "Gammler" und die Schwulen sind, auf die abgezielt wird - es finden sich immer andere Gruppen für diese Art von Feindseligkeiten. Heute bejammert man dort die Staatsverschuldung, die überbordenden Sozialkosten die Investitionen in Infrastruktur verhindern, den Verfall von Bildung und Kultur zugunsten kulturfremder Invasion, den Niedergang der deutschen Industrie und von mir aus der deutschen Bank, die überhaupt nichts deutsches mehr an sich hat. Aber man sieht an meiner überhaupt nicht abschließenden Liste, dass sich auch ohne die Fünfziger und die Original-Nazis genügend Anknüpfungspunkte stramm rechts zu sein finden (lassen) und an dieser Liste ist überhaupt nichts typisch ostdeutsches. Der auffällig ostdeutsche Erfolg der AfD hängt für mich ziemlich eindeutig mit dem Versagen der Linken zusammen, die 1989 einen dermaßen großen Schock zu verarbeiten hatte, dass als Ergebnis dann nur noch mickerige Reparaturen am Kapitalismus als linke Politik verkauft wurden. Kein vom Status quo abweichendes Gesellschaftsmodell im Angebot zu haben, außer man versteht feministische Ideologie, Homoehe, Gender- und political correctness darunter, ist halt nicht besonders überzeugend. 30 Jahre nach 89 hat man die damalige Chance einen neuen Weg zu gehen einfach vergessen. Damals wurde wirklich etwas verpasst. Daran ist auch nichts mehr zu ändern, aber linke Politik muss sich ändern, wenn sie überzeugen will. Das Patentrezept dafür wähnen viele Bewegungslinke im Klimawandel. Momentan habe ich den Eindruck dass linke Parteien sich mit ihrem genderbewegten Gesinnungs-Bauchladen, dessen Inhalt den meisten nicht so recht schmecken will, in die Klimakatastrophe retten wollen, weil da kaum noch einer zweifeln kann. Es ist halt nicht nur schade, sondern praktisch Selbstmord, wenn die Klimakatastrophe auch noch zum Vehikel der Spaltung der Gesellschaft gemacht wird. Wie soll da noch etwas sinnvolles herauskommen ?