Beiträge von Müllers Esel

    Mir geht es nicht um die Anzahl. Eher um die Hintergründe. Auch wenn ein Attentäter von seiner Persönlichkeit her gar kein Islamist ist, wenn er durch das islamistische Netzwerk radikalisiert und benutzt wird, dann ist er ein Teil davon auch wenn er selber das vielleicht garnicht so sieht, er ist dann ein Werkzeug mit dem Islamisten ihr Ziel verfolgen.

    Dem widerspreche ich ja nicht. Trotzdem wird aber die Motivation erst dann zu einer Möglichkeit, der Gewalt vorzugreifen, wenn man sie im Einzelfall kennt. "Islamismus" ist der anlassbezogen Grund der Radikalisierung, aber ohne die persönliche Geschichte dahinter besteht leider zu sehr die Gefahr, alle, die dem in irgendeiner Weise nahe stehen, mit zu verurteilen. Das gilt genauso für die Polizei. M.E. hat man als Ordnungshüter eine Affinität zu hierarchischen Strukturen, um da überhaupt dabei sein zu können. Und natürlich besteht dann dort die Gefahr, dass dieser Hang zu reinem Autoritarismus ausufert. Aber das kann man doch nicht jedem Polizisten nachsagen. Und darum meine ich, dass man diese Vorkommnisse einzelfallbezogen aufarbeiten muss, um eben nicht alle über einen Kamm zu scheren.

    ....

    Der eine ist, das man das tatsächlich analysieren will, der andere, dass man, ohne es auszusprechen, den Eindruckt vermittelt, die Tat hat nichts mit Islamismus und schon garnichts mit dem Islam zu tun. Da ich deine Beweggründe nicht kenne, halte ich mich mit einer Bewertung zurück.


    ...

    Sieht man sich das Attentat von Wien an, dann hat das natürlich mit dem Islam zu tun und mit Islamismus. Aber die Anteile sind entscheidend. Machte man sich ein Bild von einem Attentäter, dann würden sofort noch viele weitere Aspekte in die Erwägung mit einbezogen werden müssen.
    Je mehr man über den Täter weiß, seine Herkunft, sein Umgang, seine Bildung, umso platter wird der Hinweis darauf, das habe mit dem Islam zu tun.
    Das gleiche gilt zum Beispiel für linksextreme Anschläge. Man kann dann sofort schlussfolgern, das habe mit Kommunismus zu tun oder allgemeiner mit "linker Ideologie". Aber ich vermeide es in dem Zusammenhang, allen Linken mit Argwohn zu begegnen. So auch bei Muslimen.

    Der Esel ist auch wieder da, supi!


    Gleich mal eine Frage: Wie viele Einzelfälle ergeben einen Trend?

    Das hängt wohl weniger von einer absoluten Zahl ab als davon, inwieweit sich Verbrechen in ihrer Herleitung ähneln. Ein extremistischer Anschlag kann, auch wenn das im Ergebnis unbedeutend erscheint, die Opfer sind ja meistens tot, aus Überzeugung begangen worden sein oder aus gruppendynamischen Zwängen oder vielleicht sogar in Folge einer direkten Zwangssituation.

    Korrekt, aber wir führen ja keine juristische Fachdiskussion. Wenn man es gesellschaftspolitisch sieht, muss man das anders betrachten.

    Ja, das stimmt, für eine juristische Beurteilung fehlen in beiden Fällen zu viele Details. Aber das Motiv einer Tat ist nicht immer gleich der Motivation, die man allgemein, ideologisch vermuten könnte. Nur mit Kenntnis der Motive einzelner Täter kann man Gemeinsamkeiten zu einer Motivation formen, die auf eine Gruppe anwendbar ist. Kennt man die einzelne Motive nicht, dann sind Mutmaßungen über die Motivation von Gruppen ziemlich nichtssagend.

    • Beide muss man aber juristisch als Einzelfall beurteilen (verurteilen), sowohl die Bomber im Namen Allahs wie auch die Polizisten mit braunem Hemd.
      Die Aufbereitung zu einem Phänomen findet eher in der Öffentlichkeit statt. Und darin steckt noch viel mehr Gefahr von Relativierung.

    Erstaunlich, wie sich in überschäumender Ereiferung an den machtpolitischen Handlungen Israels abgearbeitet wird. Machtpolitik von Staaten ist dem Grunde nach dem Schutz des eigenen Volks (was auch immer das sein soll) und dem Siedlungsraum (wer auch immer das definiert), den es bewohnt, geschuldet. Das ist nicht neu. Neu ist, dass man in Israelis ein Staatsvolk sehen will (die man vorsichtshalber nicht Juden nennt, nicht pauschal und überhaupt), weil sie gefälligst aus der Geschichte, in der sie Opfer und nicht Täter waren (reicht weit über 33-45 hinaus) gelernt haben sollten, den völkischen Nebelschleier durchbrochen haben müssten und wie Friedensengel voller Moral und ethischer Verantwortung sich ihrem Schicksal zu ergeben hätten, indem man weiter opferbereit die Schläge aus der Umgebung hinnimmt bis zur völligen Selbstaufgabe.
    Und genau diese besondere Sicht auf Israel, die ist im Kern antisemitisch.

    Menschenskinder, Esel, das man von dir auch mal wieder etwas hört....wie geht es dir?

    Und ja, das ist korrekt, zum Glück gibt es eben nicht nur komplett verkalkte dort drieben...

    Danke für die Nachfrage, ich kann nicht besser meckern. Ich wollte dich nur fragen, ob es nicht gereicht hätte zu sagen, "nun hör sich einer diese Dreckssäcke an", ich meine ohne "jüdisch". Mir persönlich hätte das zum Verständnis völlig ausgereicht und ich hätte sogar zustimmen können.

    Tja, da hör man sich mal diese jüdischen Drecksäcke an.....

    Hier quatschen sie von Antisemitismus, und nicht unerhebliche Teile sind die größten Rassisten, die rumlaufen...Bah Pfui....

    Und unsere Regierung spielt dem Gesocks noch in die Hände....

    Die Gegendemonstranten waren auch Juden.

    Wo habe ich von "Pack" gesprochen? Und was Mansour an "Fakten" abgeliefert hat, ist reine Schwarz-Weiß-Malerei kombiniert mit Geschichtsklitterei; eine Debatte darüber lohnt eigentlich überhaupt nicht.

    Du hast auch nicht widersprochen, was für sich gesehen mit Teilnahmslosigkeit erklärt werden könnte. Allerdings bist du vorne mit dabei, meine Kritik daran einzudampfen.

    ...

    Den Krieg 1967 hat Israel begonnen, auch wenn es dir nicht gefällt. Militärisch mag das sinnvoll gewesen sein, rechtfertigte allerdings keine Annexionen palästinensischen Gebietes.

    Krieg gefällt mir sowieso nicht, egal wer damit anfängt oder ihn fortsetzt. Und ich weiß auch darum, dass Gebietsansprüche durchgesetzt worden sind, für die gar kein Anspruch bestand. Und man kann nichts davon damit rechtfertigen, dass man von Feindseligen umgeben ist. Dennoch hat die heutige Situation nicht alleine Israel zu verantworten.

    Nun, warum konnten aber die radikale HAMAS 2006 die Regierung im Gazastreifen übernehmen ?


    Hier fehlt mir vom Autor eine Kurzbeschreibung der kompletten Ausweg und Hoffnungslosigkeit der Menschen dort aufgrund der Politik Israels ( um diese Projekt bewußt scheitern zu lassen ) die wohl kaum Hoffnung in irgendwelche gewählten Vertreter Ihrer Zunft gehabt haben.


    Ferner erscheint es mir das der Schreiber ein gehöriges Maß an Scheuklappenmentalität in Bezug auf die Lebensrealität arabischstämmiger oder anderer Nationalitäten in Israel hat. Was sich ja übrigens auch dort in einigen Leserkommentaren niederschlägt.

    Hat er nicht Recht damit, wenn er sagt/schreibt, dass die arabischstämmigen Bürger Israels ihre Rechte nachdrücklicher durchsetzen könnten? Würde sich das nicht auch positiv auf die besetzten Gebiet auswirken?

    ….

    Kein Wort davon, dass Israel der Teilungsplan nicht weit genug ging und man die Gelegenheit gerne nutzte, in zwei Kriegen sein Gebiet zu "konsolidieren", von ursprünglich 57% auf 75% Palästinas westlich des Jordans.....

    Im Nachhinein zu schreiben, die Kriege kamen den Israelis gelegen, ohne sie begonnen zu haben, weil sie so eine Gebietserweiterung durchsetzen konnten, das ist mir ein bisschen zu blöd. Die Nachbarn hätten den Krieg einfach nicht beginnen müssen, so einfach? Ja, manchmal ist es einfach.

    Vielleicht, weil man bei Staaten, die sich dem zivilisierten Westen zugehörig fühlen, etwas genauer hinschaut? Und weil man vielleicht hofft, dass man bei Staaten, die sich dem zivilisierten Westen zugehörig fühlen, eher etwas erreicht?

    Und dieses "Erreichen" wird was, wenn man die Adressaten kollektiv als "Pack" wahrnimmt? Es gibt einfach keine Distanz, von keinem, zu diesem unsäglichen Post vom Techniker. Daran hat sich meine Kritik entzündet. Dies nur zur Erinnerung. Es ist einfach nicht zielführend denen, die man erreichen will, einen vor den Koffer zu knallen. Ich bin gerne bereit, eine differenzierte Debatte zum Thema zu führen. Aber das erscheint unmöglich, wenn solche Aussetzer nicht kritisiert werden dürfen, ohne dass man sich dafür unter allen möglichen und unmöglichen Aspekten rechtfertigen muss. Natürlich gibt der Text in der taz Anstoß für eine Debatte, ich bin sicher, darum ist er geschrieben worden. Aber er offenbart eben eine Sicht, die hier nicht zur Geltung kam, bislang, und darum ist das ein guter Beitrag.

    Das ist immer das Problem. Sofort in einer Richtung drauflos prügeln.

    Auffällig ist gerade im Nahost-Konflikt, dass hier viele Menschen eine Meinung haben und auch artikulieren, die durchaus zur Differenzierung in der Lage sind, hier aber, bei einem so hochkomplexen Thema eine Einfachheit in der Beantwortung von Fragen durchblicken lassen, die fast schon den Karrieresprung innerhalb der alternativen Partei erfolgversprechend aussehen lassen.

    Es ist nicht neu, dass unter den Hasbara -Predigern sich auch Araber befinden, echte oder auch nur vermeintliche. Wie stechend das Argument, dass sogar Araber im Toten Meer schwimmen duerfen. Wahnsinn! Das kann man nicht von jedem israelischen Schwimmbad behaupten undn icht nur deswegen ist es in Israel noch lange nicht so, dass "Mensch gleich Mensch" ist. Beispiele dafuer gibt es unzaehlige, die der eifrige Autor - wie war gleich sein Name - ausblendet.

    Das ist echt schwierig an dich heran zu kommen. Da bist du mit dem Kater in bester Gesellschaft. Den Satz zum "Toten Meer" hast du flugs umgedeutet, damit er in die Argumentation passt. Die Quintessenz eines jeden eurer (du und Kater) Beiträge, wälzt die Verantwortung, die Schuld an der Gewalt immer wieder auf Israel ab. Wann immer mir diese einfache schwarz-weiß-Denke begegnet ist, sie war immer falsch. Und sie ist es hier auch.
    Zitat aus dem Artikel:
    "Israel muss sich unverhältnismäßig viel Kritik gefallen lassen, und ich nenne das Doppelmoral. Wenn es um Gleichberechtigung und Menschenrechte geht, weshalb fehlen dann Forderungen nach einem Boykott der radikalislamistischen Hamas? Sie steht immerhin bei der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten auf der Liste der Terrororganisationen – und stellt seit 2006 im Gazastreifen die Regierung. Und woher, das frage ich mich oft, die obsessive Beschäftigung mit Israel? Warum sieht man keine Menschenrechtler auf die Straße ziehen gehen eklatantes Unrecht in Myanmar, in Nordkorea, in Weißrussland, in China?"


    So etwas ähnliches will ich seit vorgestern hier im Strang unterbringen und es prallt immer wieder ab.

    Es geht nicht nur um Gaza, es geht um ganz Palästina, um eine gleichberechtigte Behandlung der Rechte des Palästinensischen Volkes, einschließlich des Rechtes auf Rückkehr und Entschädigung, um echten Frieden und Entwicklung in der gesamten Region Nahost. Und es geht um ein sicheres Leben auch der Juden, das aber mit der Politik der israelischen Regimes seit Jahrzehnten nicht erreicht werden kann. Wer unterdrückt, ist selbst nicht frei und wer unterdrückt wird, hat ein legitimes Recht auf Widerstand.

    Und hättest du das Interview gelesen, dann wüsstest du, dass es eben nicht nur an den Israelis liegt, dass dort kein Frieden einkehren will.

    In Post 586 war von "uns Deutschen" und dem israelischen Pack" die Rede, was mit erhobenen Daumen bedacht wurde.

    Das hat mich vielleicht unverhältnismäßig getriggert, dennoch war mir eben danach, das richtig zu stellen, aus meiner Sicht, weil hier ein Zusammenhang zwischen "wir" und "die" konstruiert und dabei das Gedenken an den Holocaust in Frage gestellt worden ist.
    Eigentlich geht es mir nur darum, dies nicht zu tun. Machtgeile Profilneurotiker zu kritisieren soll jeder nach Belieben fortführen, da bin ich dabei.

    Den Punkt hat keiner verstanden oder ich habe ihn nicht deutlich genug gemacht, das kann man sich nun aussuchen. "Ihr" umfasst aber in der Folge auch die Gegenseite, die sich über die anfänglichen Liker hinaus weiterhin damit befasst, mir in aller Eindringlichkeit die hoffnungslose Lage der Palästinenser aus eben nur einer Sicht heraus zu präsentieren.


    Wo geschieht das denn hier gerade? ….

    In dem Wald mit den Bäumen.....

    Ich habe hier mal ein Interview aus der Zeit vom Anfang des Monats mit Matthias Schmale vom UNRWA Hilfswerk. Hilft gegen verengte Sicht.
    https://www.zeit.de/politik/au…reifen-fatah-hamas-israel
    Bemerkenswert folgender Abschnitt:

    "Als Deutscher, mit unserer Holocaust-Geschichte, bin ich der Letzte, der Israel nicht das Recht auf einen eigenen Staat zugestehen und Sicherheitsbedenken nicht ernst nehmen würde. Genau aus diesen Sicherheitsbedenken heraus verstehe ich nicht, wie man zwei Millionen Menschen vom Rest der Welt weitestgehend isoliert und ohne eine politische und wirtschaftliche Perspektive lassen kann."


    So unterstütze ich die Kritik.